Kehl - Auenheim

Verbot von Badeshorts soll teilweise aufgehoben werden

Nina Saam
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04. November 2016
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Das Badeshorts-Verbot in Kehls Freibädern soll teilweise aufgehoben werden. ©Stadt Kehl

Burkinis, Badeshorts und Rauchverbot: Einige Aussagen im Sachstandsbericht zum Verlauf der Freibadsaison 2016 erregten den Unmut des Auenheimer Ortschaftsrats.

Der Sachstandsbericht zu den beiden Freibädern Kehls steht nächste Woche auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Auch wenn eine Anhörung des Auenheimer Ortschaftsrats eigentlich nicht vorgesehen ist, stellte Ortsvorsteherin Sanja Tömmes das Papier am Donnerstag abend ihren Mitstreitern am Ratstisch vor. Vor allem zwei Themen hatten im Sommer nicht nur Ortschaftsrat und Gemeinderat beschäftigt, sondern zeitweise die halbe Stadt: Das Tragen von Burkinis und Badeshorts und die Einführung von Raucherzonen in den Bädern.

Nach dem Sachstandsbericht soll nun die Bädersatzung dahingehend geändert werden, das Tragen von Badeshorts wieder zu erlauben, sofern diese aus geeignetem Material bestehen. Der Gemeinderat hatte im Sommer mehrheitlich gegen ein Burkini-Verbot votiert und sich dafür ausgesprochen, es bei der alten Regelung zur Badebekleidung zu belassen – die das Shorts-Verbot beinhaltet. Im Laufe der Saison hätte es aber so viele Beschwerden von Jugendlichen gegeben, dass die Betriebsleitungen der beiden Bäder angewiesen wurden, eindeutig als Badebekleidung erkennbare Shorts zu erlauben, heißt es in dem Bericht. 

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»Diese Entscheidung wurde von OB Toni Vetrano und Bürgermeister Harald Krapp ohne Zustimmung des Gemeinderats getroffen«, beanstandete Sanja Tömmes. »Und jetzt soll es sogar in die Bädersatzung aufgenommen werden.« Im Mai habe ihr der OB in einem Gespräch mitgeteilt, dass das Badeshorts-Verbot keinesfalls aufgehoben werde. Und noch im August habe er in einem Brief französischen Badegästen empfohlen, ein Schwimmbad auf ihrer Rheinseite aufzusuchen, wenn ihnen das Badeshorts-Verbot nicht passe – nachzulesen in der französischen Zeitung DNA (Dernières Nouvelles d’Alsace) vom 27. August 2016. »Das ist eine gefährliche Formulierung – vor allem, wenn man weiß, dass 70 Prozent der Besucher des Auenheimer Freibads Franzosen sind«, so Sanja Tömmes.

Es sei befremdend, dass sich nie etwas bewegt habe, wenn sich einheimische Bürger gegen das seit 2007 bestehende Shorts-Verbot gewandt hätten. »Im Zuge der Burkini-Diskussion sind plötzlich ganz andere Regelungen möglich«, sagte sie. »Das hat für mich ein G’schmäckle.« In Bezug auf muslimische Bürger werde unheimlich viel getan und geändert, sei es verordnetes Halal-Essen an deutschen Schulen, zwingender Besuch von Moscheen für deutsche Schüler, andererseits aber Verweigerung einer Teilnahme an christlichen Veranstaltungen.

Auch der Passus über die Raucherzonen wurde bemängelt. Laut dem Bericht gebe es in Auenheim mehrere Raucherzonen. »Das stimmt so nicht«, widersprach Sanja Tömmes. »Wir haben schon immer einen ausgewiesenen Nichtraucherbereich. Rauchen ist nur auf der großen Wiese erlaubt.« Die auf dem Hügel erlaubte Nutzung von Shishas, die mit Holzkohle betrieben werden, sieht der Ortschaftsrat ebenfalls kritisch. Auch wenn im Bericht stehe, dass weggeworfene Holzkohle abends von den Mitarbeitern beseitigt werde, blieben an diesen Stellen doch unschöne Brandstellen im Rasen zurück. Auch seien schon Kinder in noch heiße Kohlereste getreten. Teile des Ortschaftsrats plädierten daher für ein Holzkohleverbot. »Damit hätten wir auch die Shishas weg«, hieß es.   
 

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