Kehl - Auenheim

Verbot von Badeshorts soll teilweise aufgehoben werden

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
04. November 2016
Verknüpfte Artikel ansehen

Das Badeshorts-Verbot in Kehls Freibädern soll teilweise aufgehoben werden. ©Stadt Kehl

Burkinis, Badeshorts und Rauchverbot: Einige Aussagen im Sachstandsbericht zum Verlauf der Freibadsaison 2016 erregten den Unmut des Auenheimer Ortschaftsrats.

Der Sachstandsbericht zu den beiden Freibädern Kehls steht nächste Woche auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Auch wenn eine Anhörung des Auenheimer Ortschaftsrats eigentlich nicht vorgesehen ist, stellte Ortsvorsteherin Sanja Tömmes das Papier am Donnerstag abend ihren Mitstreitern am Ratstisch vor. Vor allem zwei Themen hatten im Sommer nicht nur Ortschaftsrat und Gemeinderat beschäftigt, sondern zeitweise die halbe Stadt: Das Tragen von Burkinis und Badeshorts und die Einführung von Raucherzonen in den Bädern.

Nach dem Sachstandsbericht soll nun die Bädersatzung dahingehend geändert werden, das Tragen von Badeshorts wieder zu erlauben, sofern diese aus geeignetem Material bestehen. Der Gemeinderat hatte im Sommer mehrheitlich gegen ein Burkini-Verbot votiert und sich dafür ausgesprochen, es bei der alten Regelung zur Badebekleidung zu belassen – die das Shorts-Verbot beinhaltet. Im Laufe der Saison hätte es aber so viele Beschwerden von Jugendlichen gegeben, dass die Betriebsleitungen der beiden Bäder angewiesen wurden, eindeutig als Badebekleidung erkennbare Shorts zu erlauben, heißt es in dem Bericht. 

- Anzeige -

»Diese Entscheidung wurde von OB Toni Vetrano und Bürgermeister Harald Krapp ohne Zustimmung des Gemeinderats getroffen«, beanstandete Sanja Tömmes. »Und jetzt soll es sogar in die Bädersatzung aufgenommen werden.« Im Mai habe ihr der OB in einem Gespräch mitgeteilt, dass das Badeshorts-Verbot keinesfalls aufgehoben werde. Und noch im August habe er in einem Brief französischen Badegästen empfohlen, ein Schwimmbad auf ihrer Rheinseite aufzusuchen, wenn ihnen das Badeshorts-Verbot nicht passe – nachzulesen in der französischen Zeitung DNA (Dernières Nouvelles d’Alsace) vom 27. August 2016. »Das ist eine gefährliche Formulierung – vor allem, wenn man weiß, dass 70 Prozent der Besucher des Auenheimer Freibads Franzosen sind«, so Sanja Tömmes.

Es sei befremdend, dass sich nie etwas bewegt habe, wenn sich einheimische Bürger gegen das seit 2007 bestehende Shorts-Verbot gewandt hätten. »Im Zuge der Burkini-Diskussion sind plötzlich ganz andere Regelungen möglich«, sagte sie. »Das hat für mich ein G’schmäckle.« In Bezug auf muslimische Bürger werde unheimlich viel getan und geändert, sei es verordnetes Halal-Essen an deutschen Schulen, zwingender Besuch von Moscheen für deutsche Schüler, andererseits aber Verweigerung einer Teilnahme an christlichen Veranstaltungen.

Auch der Passus über die Raucherzonen wurde bemängelt. Laut dem Bericht gebe es in Auenheim mehrere Raucherzonen. »Das stimmt so nicht«, widersprach Sanja Tömmes. »Wir haben schon immer einen ausgewiesenen Nichtraucherbereich. Rauchen ist nur auf der großen Wiese erlaubt.« Die auf dem Hügel erlaubte Nutzung von Shishas, die mit Holzkohle betrieben werden, sieht der Ortschaftsrat ebenfalls kritisch. Auch wenn im Bericht stehe, dass weggeworfene Holzkohle abends von den Mitarbeitern beseitigt werde, blieben an diesen Stellen doch unschöne Brandstellen im Rasen zurück. Auch seien schon Kinder in noch heiße Kohlereste getreten. Teile des Ortschaftsrats plädierten daher für ein Holzkohleverbot. »Damit hätten wir auch die Shishas weg«, hieß es.   
 

Mehr zum Thema

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

Willstätt
vor 1 Stunde
Wie kann die Gemeinde den Wohnungsbau in Willstätt fördern? Welche Möglichkeiten dazu hat sie? Über diese Fragen diskutierte der Gemeinderat am Mittwoch. 
Willstätt
vor 4 Stunden
Zehn junge Leute aus Willstätt und dem Umland haben zum 1. September in der Verwaltung oder der Kinder- und Jugendbetreuung eine Ausbildung oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) angetreten.
Till (links) und Felix Neumann sind das Hip-Hop-Duo »Zweierpasch«.
Zweierpasch
vor 10 Stunden
Ein neues Projekt der rappenden Zwillinge Till und Felix Neumann  sucht Teilnehmer.
Diakonie Kork
vor 13 Stunden
Unter dem Motto »Du bist ein Geschenk« gaben der Projektchor der Hanauerland-Werkstätten Kork, der Jugendchor der Musikschule Kehl, der Gebärdenchor »Hand in Hand« und die Inklusionsband »Iklus« der Musikschule Offenburg/Ortenau am Freitag ein gemeinsames Konzert in Dorfkirche in Kork.
Konzert
vor 16 Stunden
Der Marktplatz verwandelte sich am Samstag in eine belebte Bühne für Musiker aus Kehl und Umgebung. Rund um die »Mutter Kinzig« feierte die Musikschule Kehl ihr jährliches Straßenmusikfest. 
29-Jähriger wird verdächtigt
vor 17 Stunden
Die Polizei verdächtigt einen Mann, am frühen Sonntagmorgen in Kehl und am Montagmorgen in Rheinau zwei Unfälle mit großem Schaden verursacht zu haben. In beiden Fällen sei der Mann geflohen, ohne die Unfälle zu melden. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.
Gruselig
vor 19 Stunden
In der Nacht zu Allerheiligen wimmelt es in der Kehler Stadthalle vor Skeletten, Hexen und Horror-Clowns, denn der 23-jährige DJ Julian Ritter organisiert gemeinsam mit dem Sicherheitsunternehmer Steve Ferro erstmals eine Halloween-Party: Von jungen Kehlern für junge Kehler.
Kehl
24.09.2018
Mehr als 90 Teilnehmerinnen hatten sich am Freitag im Rheinstadion zum ersten grenzüberschreitenden Frauenlauf »Ma’Dame Run« eingefunden. Gelaufen wurde nicht um Bestzeiten, sondern für einen guten Zweck.
Gemeinderat
24.09.2018
Auf dem Gelände des Bauhofs der Gemeinde Willstätt wird zur Unterbringung von Geräten und Fahrzeugen eine neue Lagerhalle errichtet. Der Gemeinderat vergab am Mittwoch die Aufträge für Erd- und Betonarbeiten, Außenanlagen und die Stahlbauarbeiten – Gesamtkosten: rund 134 000 Euro. 
Konzert
23.09.2018
Giuseppe Verdis »Messa da Requiem« wurde am Samstag in der katholischen Kirche Goldscheuer aufgeführt. Ein echter Kraftakt für die Musiker.
Ortschaftsrat
23.09.2018
Der Sander Ortschaftsrat befasste sich am Dienstag mit den Mittelanmeldungen für den Haushalt 2019 und der mittelfristigen Finanzplanung bis 2023. Ganz oben steht der Bau des Lebensmittelmarktes.
Aktion
23.09.2018
Die Wette der Firmen ist aufgegangen. Das Interesse an der »Nacht der Ausbildung« war lebhaft – die Aktion der fünf größten Firmen kann als Erfolg verbucht werden.