Konzert

Verdis »Messa da Requiem« in Goldscheuerer Kirche

Autor: 
Petra Klingbeil
Lesezeit 3 Minuten
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23. September 2018

130 Mitwirkende, Chor, Orchester u. Solisten in der Katholischen Kirche »Maria, Hilfe der Cristen«, Goldscheuer. ©Erwin Lang

Giuseppe Verdis »Messa da Requiem« wurde am Samstag in der katholischen Kirche Goldscheuer aufgeführt. Ein echter Kraftakt für die Musiker.

Die katholische Kirche in Goldscheuer war am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt. Schon vor Beginn der »Messa da Requiem« von Giuseppe Verdi war die Spannung der knapp 130 Mitwirkenden dieses besonderen Abends spürbar. Verdis Requiem ist  ergreifend, erhaben, aufbrausend, flüsternd und schwer zu spielen. Die Mitglieder des Kammerensembles Kehl-Strasbourg, der Chor und die Dirigentin, Bezirkskantorin Carola Maute, wussten um die Größe dieser musikalischen Herausforderung. 
Solisten des Abends waren Frédérique Friess (Sopran), Silvia Hauer (Mezzosopran), Bass Manfred Bittner und der brasilianische Tenor Reginaldo Pinheiro, der für den erkrankten Bernhard Gärtner eingesprungen war. Ihre Einsätze haben die Dramatik des Werks voll zur Geltung gebracht. Die aus Kehl stammende Silvia Hauer hat mit ihrer warmen und beseelten Stimme eigene Akzente gesetzt. »Es ist ein Geschenk für so eine kleine Stadt wie Kehl, so ein großes Werk aufführen zu können«, sagte sie. »Ich ziehe den Hut vor dem Chor, dem Orchester und der Dirigentin, die sich dieser Aufgabe gestellt haben.«  
Die »Messa da Requiem« wird wegen der Größe des Orchesters und des Chores nur selten aufgeführt. In Kehl haben die Mitwirkenden – Berufsmusiker und Amateure gleichermaßen – eine Glanzleistung vollbracht. »Wir haben auf sehr hohem Niveau gespielt«, kommentierte zufrieden die Konzertmeisterin des Kammerensembles, Suzanne Da Costa-Kunz.  

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Partitur im Kopf

Dirigentin Carola Maute leitete souverän und mit scheinbarer Leichtigkeit das Geschehen. Sie hatte ihre Augen und Ohren überall, gab Choristen, Solisten und Orchestermitgliedern ihre jeweiligen Einsätze, wobei ein normalsterblicher Zuschauer sich fragen konnte, wie die Dirigentin den Überblick behalten konnte. Für Maute war das einfach. »Ich habe die Partitur im Kopf, kenne alle Einsätze aller Stimmen und bin natürlich voll konzentriert. So kann ich ermuntern, wo es nötig ist, anderswo etwas mäßigen, das ergibt sich aus dem Moment heraus.«   Die Totenmesse ist tiefgründig und dramatisch und keine leichte Kost. Die Zuhörer mussten bereit sein, sich auf die Stimmung um Tod und Vergänglichkeit einzulassen.  Als nach dem letzten »Libera me« Stimmen und Instrumente ausklangen, herrschte Stille. Als müsste sich das Publikum aus der Ergriffenheit lösen. Erst wurde zögerlich geklatscht, dann brandete der Beifall, wurde brausend und wollte nicht enden, alle erhoben sich von ihren Sitzen.
Star-Dirigent Theodor Guschlbauer aus Wien gehörte zu den Gästen und würdigte die Darbietung. »Das war stimmlich eine große Leistung, ich kann nur gratulieren. Außerdem spürte man das persönliche Engagement aller Mitwirkenden. Wunderbar.«    
Anlass dieses Verdi-Events war das 20-jährige Jubiläum des Fördervereins für Kirchenmusik Kehl, Musica Sacra.

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