Kehl-Kork

Verein »Sonnenkinder« löst sich auf

red/kk
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. November 2013

Resigniert rollt der Vorstand des Vereins »Sonnenkinder« Kork das Banner ein, mit dem dieser für ein Wohnprojekt für schwerbehinderte Kleinkinder geworben hatte. Von links: Majorie Herrmann, Gisela Claus, Jutta Windisch, Michaela-Pauline Lux (stellvertretende Vorsitzende) und die Vorsitzende Adelheid Wiemer-Kruel. ©Diakonie Kork

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung haben die Mitglieder des Vereins »Sonnenkinder« Kork  in Kork die Auflösung des Vereins beschlossen.

Gemeinsam mit der Diakonie Kork wollte der Verein »Sonnenkinder« für die Betreuung schwer epilepsiekranker Kleinkinder eine familienähnliche Wohngruppe errichten. Dies sollte für die Kinder und ihre Familien eine Entlastung von den oft immer wiederkehrenden, monate- oder jahrelangen Klinik-Aufenthalten bringen. Neben acht Dauerplätzen waren auch jeweils vier Betten zur Kurzzeitpflege angedacht.

Die Einrichtung einer Wohngruppe mit solch hoher medizinischer Kompetenz wäre in Baden-Württemberg nach Angaben der Diakonie ein Novum, der Betrieb auf Spendenbasis jedoch grundsätzlich nicht möglich gewesen. Nach sechs Jahren Verhandlungen und trotz intensiver Bemühungen von Landratsamt, Kranken- und Pflegekassen und Sozialministerium war keine tragfähige, systemübergreifende Finanzierung des Tagessatzes durch die Kostenträger zu erreichen.

Daher sah der Vorstand der »Sonnenkinder« keine realistische Chance, zu einem kostendeckenden Verhandlungsergebnis zu kommen. Wie die Diakonie Kork weiter mitteilt, konnte das Epilepsiezentrum der Forderung nicht entsprechen, für eine bedarfsgerechte und verantwortungsbewusste Betreuung der Sonnenkinder mit Pflege, medizinischer Begleitung, Förderung und integrativer Arbeit im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention den errechneten Tagessatz zu reduzieren.

»Alle an den Verhandlungen Beteiligten waren sich einig, dass eine solche Heimgruppe eine bestehende Versorgungslücke für Säuglinge und Kleinkinder bis zum Eintritt in die Schule schließen könne«, so Adelheid Wiemer-Kruel, Oberärztin an der Epilepsieklinik für Kinder und Jugendliche und Vorsitzende des Vereins. Trotz des Scheiterns dankte sie den Kostenträgern für ihr Bemühen, eine Finanzierung zu ermöglichen.

- Anzeige -

Zudem dankte sie den vielen Förderern und Spendern: »Ohne diese Unterstützung hätten wir sicher den langen Kampf schon viel eher aufgegeben und den Verein aufgelöst«, so Wiemer-Kruel in einem Brief an die Mitglieder. »Sie haben uns den Mut und die Kraft gegeben, für die Sonnenkinder bis zum Schluss weiterzukämpfen.« Eltern, die auch Mitglieder des Vereins sind, machte die Entscheidung betroffen; für sie gilt es nun, Einzellösungen zu finden.

Prüfung vor Liquidation

Im Zuge der Vereinsauflösung wählten die Mitglieder Gerhard Husemann, Karl-Georg Korf und Winfried Schmitz-Moormann als Liquidatoren, die satzungsgemäß die Geschäfte des Vereins weiterführen. Alle Aktivitäten zur Spendenwerbung sowie die Verhandlungen um die Einrichtung einer Wohngruppe werden eingestellt.

Für den Fall einer Auflösung sieht die Satzung eine Verwendung der Gelder für schwer epilepsiekranke Kinder innerhalb der Diakonie vor. Derzeit werden Vorschläge gesammelt, über die in einer weiteren Mitgliederversammlung abgestimmt wird. Der Geldempfänger muss dem Finanzamt die satzungsgemäße Verwendung nachweisen. Bei der Finanzverwaltung läuft bis zur Liquidation die Prüfung der Gemeinnützigkeit weiter.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

Eine Kehlerin überrascht Einbrecher bei sich zuhause. Einer der Täter ist am Freitag verurteilt worden. 
vor 2 Stunden
Kehl
Es ist ein Alptraum für eine Kehlerin: Als sie nach Hause kommt, überrascht sie Einbrecher auf frischer Tat. Welches Urteil das Amtsgericht am Freitag gefällt hat und alle Hintergründe zur Tat lesen Sie hier.
Sander Neubaugebiet Krummacker, hier: die Abbiegespur zu den geplanten Aldi- und DM-Märkten sowie ins spätere Wohngebiet.
vor 2 Stunden
Gemeinderat
Noch keine Abstimmung in der Sache: Sowohl im Sander Ortschaftsrat als auch im Willstätter Gemeinderat war das Neubaugebiet "Krummacker I" Thema.
In Goldscheuer und Marlen soll es der Asiatischen Tigermücke an den Kragen gehen. Auf unserem Foto sieht man ein Weibchen auf einem Ligusteraustrieb sitzend.
vor 3 Stunden
Ortschaftsrat
Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) plant im Kehler Süden Maßnahmen zur Eindämmung der Asiatischen Tigermücke.
Berta Wertheimer (vorne links) auf einem Bild von 1937, daneben ihre Schwägerin Elise Kaufmann und Tochter Erna mit Ehemann Eugen und drei Söhnen. Ihnen gelang noch die Auswanderung in die USA.
vor 3 Stunden
Serie Kehler Stolpersteine
In Teil 17 unserer Stolperstein-Serie stellen wir heute Berta Wertheimer vor.
Kehl sagt Danke!: Beim großen Gemeinschaftsfoto haben sich alle geehrten Sportlerinnen und Sportler versammelt.
vor 12 Stunden
Kehl
Oberbürgermeister Wolfram Britz will auch in Zukunft die traditionelle Sportlerehrung feierlich vollziehen, dann allerdings unter dem neuen Motto: "Kehl sagt Danke". Dabei wird es auch einige Erweiterungen geben, die auch schon in diesem Jahr praktiziert wurden.
vor 17 Stunden
Kehl
Obwohl Oberflächenwasser und Schmutzwasser in Hohnhurst in getrennten Systemen abgeführt werden, fließt derzeit zu viel Regenwasser in den Abwasserkanal dort, teilt die Stadt Kehl mit.
Beliebt bei vielen Touristen der Stadt Kehl ist die grenzüberschreitende Tramlinie D von Straßburg nach Kehl.
vor 18 Stunden
Kehl
Der Tourismus in Kehl ist im Aufwind. Mit 268.556 Übernachtungen im vergangenen Jahr 2023 übertrifft die Rheinstadt ihren eigenen Rekord aus dem Jahr 2019.
Spätabendliche Rudelbildung in der Pfarrgasse: So manchem Anwohner bereiten junge Männer und Frauen aus dem nahegelegenen Studentenwohnheim schlaflose Nächte.
vor 18 Stunden
Kehler Stadtgeflüster
Es ist das Thema Sauberkeit, das viele Kehler dieser Tage wieder umtreibt. Außerdem lesen Sie im Stadtgeflüster von zu zweifelhaften Späßen aufgelegten Zeitgenossen, umweltfrevelnden Verliebten und einer Ladenschließung im CCK.
Der Kehler Rathausplatz (unten links das Rathaus I, oben links das Polizeirevier) aus der Vogelperspektive betrachet. In wenigen Jahren könnte dort ein bis zu sieben Stockwerke hohes zusätzliches Gebäude thronen. Wie es am Ende aussehen soll, ist Thema eines Architektenwettbewerbs.
vor 21 Stunden
Gemeinderat
Neues Verwaltungszentrum auf dem Rathausplatz: Die Stadt Kehl lobt einen Preis für die Arbeit von Architekten aus. Aufgrund des bestehenden Zeitdrucks wird das Verfahren abgekürzt.
So könnte der Ersatz-Neubau für die Holzbrücke über die Kinzig aussehen, sollte sich der Gemeinderat für die Stahl-Variante entscheiden.
17.05.2024
Willstätt
Soll die Holzbrücke bei der Schule saniert werden oder ein Neubau her?
Die Kindertagesstätte "Regenbogen" Eckartsweier. Seit der Corona-Zeit gilt in Willstätter Betreuungseinrichtungen ein Zutrittsverbot für Eltern. 
17.05.2024
Willstätt - Eckartsweier
Ein Corona-Überbleibsel war Thema im Eckartsweierer Ortschaftsrat: Das „Zutrittsverbot für Kindergarteneltern“ ist in Willstätt nach wie vor nicht endgültig gelöst.
Aufenthaltsqualität geht anders: Der Bereich der oberen Hauptstraße hat sich zu einem veritablen Vergnügungsviertel entwickelt. Ruhestörungen, Verkehrsprobleme und Müll bereiten Anwohnern Sorge. 
16.05.2024
Kehl
Wahlprüfsteine, Teil 3: Die Kehler Zeitung lässt die zur Gemeinderatswahl am 9. Juni antretenden Listen einmal wöchentlich zu unterschiedlichen Themenbereichen zu Wort kommen. Heute geht es um Stadtentwicklung und Einzelhandel.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das Geheimnis des Erfolgs ist der große Zusammenhalt der Familie. Jeder bringt sich mit seinen Erfahrungen und Talenten ein (von links): Erika und Erhard, Brigitte und Hubert Benz sowie Anja Vetter und Alexander Benz mit ihrem kleinen Lukas. 
    29.04.2024
    Top-Life Gesundheitszentrum: Alle Altersgruppen willkommen!
    Das Top-Life Gesundheitszentrum in Berghaupten feiert in diesem Jahr ein außergewöhnliches Firmen-Jubiläum. Es basiert auf dem Alter aller sieben Familienmitglieder, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen.
  • Physiotherapeutin Luise Wolf schätzt die Zusammenarbeit und innovativen Ansätze bei ihrem Arbeitgeber. 
    22.04.2024
    Top-Life Berghaupten: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt
    Das Gesundheitszentrum Top-Life in Berghaupten bietet ein Komplettpaket rund um Gesunderhaltung, Rehabilitation, Prävention und Wellness. Physiotherapeutin Luise Wolf ist Teil des motivierten Teams und gibt im Interview Einblick in ihre abwechslungsreiche Arbeit.
  • Alles andere als ein Glücksspiel: die Geldanlage in Aktien. Den Beweis dafür tritt azemos in Offenburg seit mehr als 20 Jahren erfolgreich an.
    17.04.2024
    Mit den azemos-Anlagestrategien auf der sicheren Seite
    Die azemos Vermögensmanagement GmbH in Offenburg gewährt einen Einblick in die Arbeit der Analysten und die seit mehr als 20 Jahren erfolgreichen Anlagestrategien für Privat- sowie Geschäftskunden.
  • Auch das Handwerk zeigt bei der Berufsinfomesse (BIM), was es alles kann. Hier wird beispielsweise präsentiert, wie Pflaster fachmännisch verlegt wird. 
    13.04.2024
    432 Aussteller informieren bei der Berufsinfomesse Offenburg
    Die 23. Berufsinfomesse in der Messe Offenburg-Ortenau wird ein Event der Superlative. Am 19. und 20. April präsentieren 432 Aussteller Schulabsolventen und Fortbildungswilligen einen Querschnitt durch die Ortenauer Berufswelt. Rund 24.000 Besucher werden erwartet.