Kehl

Vietnamesischer Adoptivsohn bekocht Gäste des "Rebstock"

Autor: 
Petra Klingbeil
Lesezeit 2 Minuten
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29. August 2017

Rudi Griesbaber mit seinem Koch-Azubi Lionel. ©Erwin Lang

In seiner Heimat Vietnam wäre Lionel Haas (20) fast verhungert. Jetzt füllt der gebürtige Vietnamese die Mägen der Gäste des Kehler Hotels »Rebstock«: Das Adoptivkind hat eine bemerkenswerte Vita.

Im Pass von Lionel Haas steht als Geburtsort Go Dau, ein kleines Dorf in Vietnam. Heute hat der 20-jährige Koch-Auszubildende gerade seinen Dienst in der Küche des angesehenen Hotel/Restaurants »Rebstock« begonnen.

Der Weg des jungen Mannes von Südostasien bis nach Kehl war ungewöhnlich – und ist bis heute eine Erfolgsgeschichte. Sein Chef, Rebstock-Inhaber Rudi Grieshaber, ist sehr zufrieden: »Er hat Potenzial, sehr gute Umgangsformen und in der Berufsschule gehört er zu den Besten«, sagt er über seinen Azubi. Dieser hat jetzt sein zweites Ausbildungsjahr begonnen, im August 2019 endet die Lehre.   

Lionel wurde wohl unter einem guten Stern geboren, trotz schwierigster Umstände – seine leiblichen Eltern lebten in bitterster Armut, er war das jüngste Kind der fünfköpfigen Familie. »Sie haben mich zur Adoption an ein Waisenhaus gegeben, sonst wäre ich verhungert«, erzählt er. Ein deutsches Ehepaar hat Lionel dort adoptiert, als er 18 Monate alt war.

Die neue Familie lebte in Leonberg und anschließend in Frankreich, wo der Vater als Ingenieur arbeitet und die Mutter als Lehrerin. Lionel besuchte in der französischen Alpenstadt Grenoble ein zweisprachiges Gymnasium, wo das Abi-Bac, das deutsch-französische Abitur, angeboten wurde. 

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Sein Talent für die Küche hat er schon früh erkannt. »Ich habe schon immer gern gekocht und esse gern«. Seine Adoptivmutter hat Lionel gern in der Küche wirken lassen. »Sie hat mich auch ermutigt, es mit einer Koch-Ausbildung zu versuchen.«

Von Grenoble aus hat der Weg bis in Grieshabers Küche am Rhein dann die Liebe geebnet. Lionels Freundin, die er in Grenoble kennenlernte, studierte in Straßburg, und so kam es, dass er im deutsch-französischen Grenzbereich nach einem Ausbildungsplatz Ausschau hielt.  

   
»Ich habe im Internet alle wichtigen Webseiten gelesen. Der ›Rebstock‹ hatte überall die besten Bewertungen, und die Lage in Kehl war für mich perfekt«, sagt er.

Lionels Eigeninitiative war entscheidend, denn es gab keine Anzeige, dass der »Rebstock« einen Auszubildenden an den Kochtöpfen suchte. Ein Telefonanruf, ein Vorstellungstermin und eine Probezeit, und die Angelegenheit war geregelt. »Ich war schnell sehr angetan«, sagt Grieshaber. »Lionel arbeitet sauber, er ist lernfähig und höflich. Er darf natürlich Fehler machen. Aber er lernt daraus und macht den gleichen Fehler nicht noch einmal«. 

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