Corona-Krise

Virus bremst Kehler Taxi-Gewerbe aus

Autor: 
Corina Wießler
Lesezeit 3 Minuten
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01. Januar 2021

Karin Uibel vom Kehler Taxi-Service setzt ihre ganze Hoffnung auf das neue Jahr. ©Corina Wießler

Wenn Restaurants geschlossen, Weihnachtsmärkte gestrichen sind und die meisten Menschen auf Reisen in Bus und Bahn pandemie-bedingt verzichten, gibt es kaum Bedarf für Taxifahrten.

Corona hält die Menschen in ihren Wohnungen. Für das Taxigewerbe eine Katastrophe. Es wird kaum noch Geld verdient. Dieses Jahr rechnet Karin Uibel vom Kehler Taxi-Service mit corona-bedingten Einbußen von rund 50 Prozent – obwohl es im Frühjahr vom Land Überbrückungshilfen gab. „Auch für die Schülerbeförderung haben wir finanzielle Unterstützung bekommen“, sagt die Frau in der Taxizentrale. „Das hat uns in der ersten Jahreshälfte über Wasser gehalten.“

Busfahrer in Kurzarbeit

Von September bis einschließlich November habe sich das Geschäft gut erholt, da nahm das Gewerbe regelrecht wieder Fahrt auf. Daher musste ihr Unternehmen bislang keine Kurzarbeit für die fünf in Vollzeit arbeitenden Fahrern beantragen, freut sich Uibel. Anders dagegen sieht es bei dem kleinen Busbetrieb aus, der über vier Fahrzeuge verfügt und an den Taxiservice angeschlossen ist. „Hier haben wir die drei festangestellten Fahrer in Kurzarbeit geschickt. Das Ausflugsgewerbe für kleine Gruppen liegt völlig am Boden.“

Tagesgeschäft läuft dank Stammkunden

Immerhin, das Tagesgeschäft laufe noch einigermaßen dank der Stammkunden. Dazu zählen zum Beispiel Patienten, die regelmäßig zur Dialyse, Chemo oder Bestrahlung müssten. Die Stammkundschaft dagegen, die zur Krankengymnastik oder medizinische Untersuchung kutschiert wurde, hat sich stark reduziert. 
Ebenfalls mau sieht es bei den Schulfahrten für Kinder aus, die Förderschulen besuchten. Bis vor einer Woche konnte das Unternehmen durch sie mit einer festen Auftragslage rechnen, erläutert Karin Uibel. „Das ist seit dem 16. Dezember vorbei.“ 

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Kaum noch Barfahrten

Düster sieht es ebenfalls aus in Sachen Barfahrten. Damit ist der Transportservie etwa von Zugreisenden und Touristen gemeint, die am Bahnhof ins Taxi steigen. Sie lassen sich an einer Hand abzählen. An spontane Fahrgäste, die sich etwa nach dem Genuss von zuviel Glühwein ins Taxipolster sinken lassen, ist ebenfalls nicht zu denken aufgrund der Ausgangsbeschränkung zwischen 20 und 5 Uhr. Ganz zu schweigen von den geschlossenen Restaurants und den gestrichenen Weihnachtsmärkten. „Die kommenden Wochen wird das so bleiben“, ist sich Uibel sicher. Das Weihnachtsgeschäft sei fast komplett weggebrochen. „Gleiches wird für Silvester gelten.“ 

Leben von den Rücklagen

Die Alternative, ihre Wagen einfach zu parken und auf bessere Zeiten zu hoffen, hat das seit 1990 existierende Taxiunternehmen nicht. „Laut Personenbeförderungsgesetz sind wir verpflichtet, unsere Taxis dem öffentlichen Personennahverkehr zur Verfügung zu stellen – ganz egal, was kommt“, erklärt Karin Uibel. So schiebt täglich ein Mitarbeiter bis nachts um 1 Uhr Bereitschaftdienst in der Funkzentrale. Gleichzeitig sind bei manchen Fahrzeuge noch Kredite zu bedienen. „Die Bank hat uns aber versichert, uns zur Seite zu stehen, wenn es eng werden sollte. Aber noch haben wir auf dieses Angebot nicht eingehen müssen. Wir machen zwar kaum Gewinn, haben aber in der Vergangenheit Rücklagen gebildet. So können wir unsere Raten immer noch zahlen.“ 

Mit blauem Auge aus der Krise?

Sollte Anfang 2021 der zweite Lockdown enden, kommen die Uibels und ihre Mitarbeiter mit einem blauen Auge aus der Krise. Doch sollten die Maßnahmen verlängert werden, geht auch den Kehler Taxibesitzern das Geld langsam, aber sicher aus. Dann könnte dem ansonsten gesunden Geschäft durchaus die Insolvenz drohen. 

Stichwort

Einem Viertel der Unternehmen droht Insolvenz

Der deutsche Bundesverband Taxi und Mietwagen warnt, dass bis Ende des Jahres 2021 12 000 Taxiunternehmen insolvent werden könnten – das wäre ein knappes Viertel aller deutschen Taxiunternehmen. 
Damit würden etwa 80 000 von insgesamt 250 000 Arbeitsplätzen für Taxifahrer in Deutschland wegfallen. 

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