Feldscheune

Vortrag über Würde des Menschen

Autor: 
Petra Klingbeil
Lesezeit 2 Minuten
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11. Oktober 2018

Referentin Antonia Mamier-Lampart. ©Erwin Lang

Beim diesjährigen Tag der seelischen Gesundheit standen die Themen Scham und Würde im Vordergrund. Die Sozialpädagogin Antonia Mamier-Lampart hat Verständnis für Schamgefühl geweckt, das in uns allen steckt, aber auch krank machen kann. 

Die Menschenwürde ist ein zerbrechliches Gut. »Wer in Armut lebt, arbeitslos ist, oder als Bettler um Almosen bitten muss, dem kann das Gefühl für den eigenen Wert schnell abhanden kommen«, sagt Antonia Mamier-Lampart, die in der Suchtberatung Lahr/Kehl tätig ist. Dort ist sie mit dieser Problematik fast täglich konfrontiert. 

Zu dem Vortragsabend in der Feldscheune am Mittwoch in Kehl sind interessierte Bürger und Berufstätige gekommen, die sich um kranke und benachteiligte Menschen kümmern. 
Psychisch belastete Menschen schämen sich, weil sie den Erwartungen der Gesellschaft nicht entsprechen, Randgruppen und Angehörige sozial schwacher Schichten empfinden Scham, weil ihnen die Statussymbole fehlen, um anerkannt zu werden. 
»Bei älteren Menschen erlebe ich häufig Beschämung, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Diese Personen können suizidgefährdet sein«, sagt Mamier-Lampart. 
Das Anliegen der Sozialpädagogin war es, Mitgefühl und Verständnis für die Menschen zu wecken, deren Menschenwürde untergraben wurde. 

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Der erste Schritt, um menschliche Würde wieder aufzubauen, so Mamier-Lampart, ist das Gespräch in einer Gruppe Gleichgesinnter. »Es bedeutet eine gewaltige Erleichterung, wenn der Betroffene seine Schwäche zeigen kann und sich nicht mehr hinter einer Fassade verstecken muss.« So könne häufig eine Heilung beginnen. 

Der Vortrag hat im Zuhörer-Kreis Diskussionen ausgelöst.  »Im Krankenhaus würden die Angestellten viel lieber mitfühlend mit den Kranken umgehen. Doch das ist unmöglich, weil es nur noch um schnelle Abfertigung geht. Die Würde der Menschen bleibt dabei auf der Strecke«, so eine Krankenhaus-Mitarbeiterin. »Unsere Gesellschaft ist kalt geworden«, ergänzt ihre Nachbarin. »Es geht nur noch um Äußerlichkeiten. Die Politiker verabschieden Gesetze, statt moralisch zu handeln. Wen kümmert die Würde von Menschen, die wegen Mieterhöhungen ihr Dach über dem Kopf verlieren?«
 

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