Willstätt - Hesselhurst

WAL kritisiert Biotop-Vernichtung bei Hesselhurst

Autor: 
red/mmü
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09. Juni 2021
Von der einst stolzen, rund 100 Jahre alten Eiche bei Hesselhurst, die auch ein wichtiges „Trittstein-Biotop“ für Pflanzen und Tiere bildete, ist nur noch dieser trostlose Stumpf übrig geblieben.

Von der einst stolzen, rund 100 Jahre alten Eiche bei Hesselhurst, die auch ein wichtiges „Trittstein-Biotop“ für Pflanzen und Tiere bildete, ist nur noch dieser trostlose Stumpf übrig geblieben. ©Günter Ferber

Mit scharfer Kritik reagiert die Fraktion der Willstätter Alternativen Liste (WAL) im Gemeinderat auf die Zerstörung eines „Trittstein-Biotops“ auf Hesselhurster Gemarkung.

In der letzten Sitzung des Willstätter Gemeinderates war bekannt geworden, dass auf einem Grundstück, das an einen Hesselhurster Landwirt verpachtet ist, neben Brombeerhecken auch eine über 100 Jahre alte Eiche gefällt worden war – und zwar ohne Kenntnis der Gemeinde, in deren Besitz das Grundstück ist. Die Eiche galt als sogenanntes „Trittstein-Biotop“ – darunter versteht man mehr oder weniger regelmäßig verteilte Biotop-Inseln, deren Standortbedingungen vielen Tier- und mit ihnen verbreiteten Pflanzenarten einen zeitweisen Aufenthalt ermöglichen. Sie erleichtern damit deren Ausbreitung über größere Strecken.

Biotope schaffen Verbindungsstrukturen

Im Naturschutz werden Trittstein-Biotope geschaffen, um durch Ausräumung der Kulturlandschaft verlorengegangene Verbindungsstrukturen zwischen den eigentlichen Kern-Lebensräumen zu ersetzen. Als Trittstein-Biotope können Einzelbäume, aber auch Strauchgruppen, Magerwiesen-Restflächen oder kleine Weiher sein.

Viele Tierarten auf Eichen spezialisiert

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Vor allem Baumarten wie die Stieleiche und Traubeneiche sind wichtige „Trittstein-Biotope“, da keine andere Baumart einer so großen Zahl von Tierarten Lebensraum bieten. Je nach Quelle sind 300 bis 500 Arten bekannt, welche auf Eichen spezialisiert, also ausschließlich oder sehr stark von diesen Baumarten abhängig sind.

Holz gehört der Gemeinde

Es könne nicht sein, dass ein Baum auf einem gemeindeeigenen Grundstück gefällt und das Holz entfernt wird, ohne dass die Verwaltung davon Kenntnis hat, kritisiert WAL-Fraktionssprecherin Elvira Walter-Schmidt in einer Pressemitteilung die Abholzung. Der Baum gehöre dem Eigentümer des Grundstücks – und somit gehöre ihm auch das Holz. Zudem, so die WAL, sei die Rolle des Landwirtschaftsamtes zu klären, das angeblich die Genehmigung zur Entfernung des Biotops gegeben haben soll.

Mehr Sensibilität bei Eingriffen

Weitaus schwerer wiegt für die WAL jedoch die Zerstörung der alten Eiche als Biotop selbst. Eine Eiche in diesem Alter spiele eine wichtige Rolle für die Biodiversität. Die WAL kritisiert die Entfernung der Eiche und des gesamten Biotops aufs Schärfste und fordert mehr Sensibilität bei Eingriffen in der Natur.

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