Kehl

„White Horse Theatre“ begeisterte die Einstein-Schüler

Autor: 
Uli Hillenbrand
Lesezeit 3 Minuten
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03. Dezember 2019

Das englische, pädagogische „White Horse Theatre“ aus Soest zeigte sich bunt und humorvoll, behandelte aber gleichsam ein sensibles Jugendthema. ©Uli Hillenbrand

Das Tourneetheater „White Horse Theatre“ stellte die Englischkenntnisse der Kehler Schüler auf eine harte Probe. Es gastierte am letzten Donnerstag mit zwei Stücken im Einstein-Gymnasium und wusste dabei zu begeistern.

Ein besonderes Schauspiel zog die Schüler der sechsten bis zehnten Klassen des Einstein-Gymnasiums in den Bann: Die vierköpfige Truppe des „White Horse Theatre“ zeigte eindrucksvoll mit den Stücken „The Empty Chair“ und „Two Gentlemen“, weshalb das professionelle Tourneetheater über die Jahre Hundertausende Zuschauer in Deutschland und Europa gefunden hat. In der Aula des Schulzentrums sahen zunächst die jüngeren Klassenstufen eine regenfarbenbunte Bühne, auf der ein Platz nicht besetzt war.

Im Zentrums des Stücks „The Empty Chair“ steht die junge Robbie, die mit ihrer Mutter (Mrs. Rumple) den Alltag alleine bestreiten muss. Ein Alltag, der sich in erster Linie in hektischen Abläufen wiederholt und den Robbie als eintönig wahrnimmt. Die Trennung der Eltern zeigt das Stück zu Beginn nicht, aber den leeren Stuhl. Robbies Schmerz über den abwesenden Vater fängt dabei ihr magischer Freund etwas auf. Die Situation wendet sich plötzlich, als Robbie eines Nachts ein Raumschiff in ihrem Garten entdeckt. 

Wenig Verständnis

Mrs. Rumple hat für diese Beobachtung jedoch kein Verständnis. Sie meint: „There was a storm last night. And the wind has ruined my roses…“ (Es hat die letzte Nacht gestürmt. Und der Wind beschädigte meine Rosen...). Bald jedoch glaubt Robbie ihre Mutter vor einem außerirdischen Monster warnen zu müssen. Und tatsächlich steht bald darauf ein Mann in grünem Anzug vor der Haustür: der höfliche, geduldige Jared.

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Für Robbie ist Jared höchst verdächtig, und entsprechend behandelt sie den Eindringling wie einen Außerirdischen – betont Jared doch auch selbst, dass er von weit, weit her kommt („A very long way away“). Außerdem kennt er keinen Tomatenketchup, keinen Senf, keine Orangen, kann dafür jedoch auf zauberhafte Weise kochen, was Robbie gefällt. 

Zur Familie bekennend

Im weiteren Verlauf des Stücks ringt Robbie daher mit ihrer Haltung zu Jared, den ihre Mutter offensichtlich liebt. Darf Jared den Stuhl des Vaters einnehmen? Darüber entscheiden eine turbulente Ausflugsfahrt zum Strand, bei der das Auto abhebt, sowie auch Robbies Beobachtung, dass Jared sich (vor Außerirdischen) zu ihrer Familie bekennt.

„The Empty Chair“ behandelte so die belastende Trennung der Eltern mit einer poetischen Bildersprache, in der die Sichtweise des Kindes und die Beziehung zum Stiefvater besonders zugänglich wurden. Die Aufführung überzeugte nicht zuletzt auch mit ihrem Ideenreichtum und den Requisiten, band manche Schüler sogar interaktiv ins Stück ein und weckte mit dem hochklassig spielenden Darsteller­ensemble die Lust an der englischen Sprache. 

Es wunderte daher nicht, dass bei der Theateraufführung in der Aula kein Platz leer blieb – auch nicht der in Robbies Familie.

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