Ortschaftsrat

Wie geht es mit Auenheims Schlackeendlager weiter?

Autor: 
Antje Ritzert
Lesezeit 4 Minuten
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15. November 2019

Die Pläne zur Umwandlung des BSW-Schlackeendlages in einen Landschaftspark lagen im Ortschaftsrat auf dem Tisch. ©Antje Ritzert

Die Pläne zum Schlacken-Endlager der Badischen Stahlwerke südlich des Lärmschutzwalls nehmen konkrete Züge an. Der Auenheimer Ortschaftsrat ist mit dem Entwurf zufrieden.

Der graue Schlackeberg, der sich am westlichen Ortsrand von Auenheim zwischen EDF-Straße und Gewerbegebiet auftürmt und ursprünglich als Zwischenlager gedacht war, soll dem Lärmschutzwall angegliedert werden. Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatten sowohl die Vertreter Auenheims als auch der Kehler Gemeinderat grünes Licht für die Pläne der Badischen Stahlwerke (BSW) gegeben, auf dem unternehmenseigenen Grundstück ein Endlager einzurichten.
Auf dem 1,3 Hektar großen Gelände haben die BSW in den vergangenen Jahren rund 160 000 Tonnen Elektroofenschlacke aufgeschüttet. „Es war damals sehr, sehr schwierig, die Schlacke als Baustoff zu vermarkten“, ließ Reiner Hagemann die prekäre Lage des Unternehmens, die zur Errichtung des Zwischenlagers geführt hat, auf der Ortschaftsratsitzung am Donnerstagabend noch einmal Revue passieren. 
Die Situation habe sich derweil „wieder deutlich gebessert“, so der Technische Leiter der BSW, aber diesen riesigen Berg Material abzufahren „würde uns den Markt wieder komplett durcheinanderbringen“.

Kritik von der BI

Klaus Freudenberger von der Bürgerinitiative Umweltschutz Kehl monierte in der Sitzung, dass die Stadt Kehl ihren Anspruch auf Rückbau des Zwischenlagers, der im Grundbuch derzeit noch verankert ist, aufgeben will. Er befürchtet, dass dadurch die Bürger auf den möglichen Kosten sitzenbleiben, falls sich doch irgendwann umweltrechtliche Bedenken herausstellen sollten. „Was sind denn die Gegenleistungen der BSW dafür, dass die Stadt diesen Eintrag löscht?“, fragte er.
Reiner Hagemann verwies darauf, dass die BSW sowohl die Aufwertung des Grundstücks zum Landschaftspark als auch die künftigen Kosten der Pflege übernehmen würden. Zudem wolle das Unternehmen im Zuge der geplanten Bauarbeiten auch Maßnahmen finanzieren, die den Pflegeaufwand der Stadt Kehl für den bereits bestehenden Teil des Lärmschutzparks reduzieren.

Bedenken, dass die Schlacke irgendwann giftige Substanzen ins Grundwasser schwemmt, hat Hagemann nicht: „Wir haben in den letzten Jahren bei der Produktion der Schlacke viel verändert“, sagte er. „Es war hauptsächlich die Raumbeständigkeit, die Probleme gemacht hat, und das haben wir in den Griff gekriegt.“ Ältere Schlacke-Chargen, die im benachbarten Gewerbegebiet eingebracht wurden, hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für Ärger gesorgt: Sie waren im Laufe der Zeit unterschiedlich stark aufgequollen und hatten dadurch die Standsicherheit darüberliegender Gebäude gefährdet. Hagemann erinnerte an die Gutachten, die bereits für den bestehenden Lärmschutzwall gemacht wurden. Hier hätte man ja auch nachweisen müssen, dass alles in Ordnung sei, was die Wassergefährdung angehe. „Und das Zwischenlager ist unter den gleichen Bedingungen errichtet worden wie der Lärmschutzwall“, sagte er.

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Eine Million Euro 

Um ihren neuen Schlackeberg optisch aufzuwerten und mit dem alten zu verbinden, lassen die BSW durchaus etwas springen: „Das geht schon in Richtung eine Million Euro“, ließ Hagemann durchblicken. Auch die Wünsche des Kehler Radsport-Teams Lutz habe man bei der Planung berücksichtigt. Der Verein trägt regelmäßig Radrennen im Lärmschutzpark aus und richtet 2021 die Deutschen Meisterschaften im Cyclocross aus.
Der Entwurf für die neue Anlage sieht unter anderem eine Stahlskulptur am Eingang des Parks, einen Tunnel aus Wellblech als Übergang sowie verschiedene „identitätsstiftende Landmarken“ vor, wie Franziska Bücking vom Planungsbüro bhm bei der Sitzung vortrug. Riesige drehbare Kranführerkörbe, überdimensionale Schaukeln und sogenannte Wundertrommeln, die den Blick in die Landschaft und zu markanten Gebäuden lenken, sollen Industriecharakter und Erlebnisorte zu einem Gesamtbild vereinen. Außerdem sind Kletter- und Trimm-dich-Geräte geplant, ein Waschplatz für Fahrräder sowie eine Open-Air-Bühne.

Zufriedene  Räte

Der Ortschaftsrat zeigt sich sehr zufrieden mit dem Entwurf. „Uns war wichtig, dass wir diesen Berg mitnutzen können für den Lärmschutzpark und dass alle Umweltthemen eingearbeitet wurden“, sagte Ortsvorsteherin Sanja Tömmes. Auch „rein optisch“ sei der Entwurf gut gelungen. Klaus Heidt (Freie Wähler) lobte die rustikale – und damit vandalismussichere – Ausstattung, die für den Park vorgesehen ist. Am Montag entscheidet der Kehler Gemeinderat über das Vorhaben.

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