Willstätt

Willstätter Eltern lehnen Ganztags-Grundschule ab

Autor: 
Günter Ferber
Lesezeit 3 Minuten
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19. November 2018

Das Kartenbild an den Pinwänden spricht eine deutliche Sprache: Die Eltern – hier die der Grundschulkinder – lehnen vor allem die gebundene Ganztags-Grundschule ab. ©Günter Ferber

Die Ganztags-Grundschule stößt bei den Willstätter Eltern offenbar auf wenig Gegenliebe. Das ist das Ergebnis des Workshops zum Thema »Entwicklung der Grundschulbetreuung in Willstätt«, zu dem die Gemeindeverwaltung am Freitag in die Sander Halle eingeladen hatte. 

Mit der Informationsveranstaltung am 9. November in der Sander Halle hatte die Gemeindeverwaltung die Diskussion zum Thema »Entwicklung der Grundschulbetreuung in Willstätt« angestoßen. Am Freitag stiegen Eltern und Experten bei einem Workshop an gleicher Stelle tiefer in die Materie ein. Wie schon beim Info-Abend vor Wochenfrist konnten auch die Workshop-Teilnehmer ihre Kinder in einem Vereinsraum der Halle durch Erzieherinnen betreuen lassen.

Gute Mischung an Diskussionstischen

Um eine gute Mischung an den einzelnen Diskussionstischen zu erhalten, sorgte Moderator Thomas Uhlendahl aus Freiburg dafür, dass möglichst von jeder der anwesenden Personengruppen – Eltern der Kindergarten- und Grundschulkinder, Lehrer und Gemeinderäte – jeweils ein Vertreter an den Tischen saß, wobei es maximal fünf Personen sein durften. Auch wurde dreimal durchgemischt. Vier der fünf Personen mussten an andere Tische, um somit neue Ideen einzubringen. 
An den einzelnen Tischen wurden gute Gespräche geführt: Was ist gut an den einzelnen Schulformen? Welche Form spricht mich an – und aus welchem Grund? Nach rund zwei Stunden wurden die Gespräche beendet, und nun sollten die Gruppen ihre Meinung zu den einzelnen Schulformen an den jeweiligen Pinwänden anbringen – mittels grünen Karten für Zustimmung und roten Karten für Ablehnung. 

Bisherige Lösung ist gut 

Es wurde dabei schnell sichtbar, dass es die Eltern am liebsten hätten, wenn alles beim Alten bleibt. Bei allen vier Gruppen überwogen die grünen Karten bei der bisherigen Halbtagsschule und die roten bei der Ganztagsschule – hier insbesondere bei der gebundenen Ganztagsschule. Jeweils ein Sprecher der vier Gruppen erläuterten dann noch das Ergebnis.

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Gefahr für kleine Schulstandorte?

Die aktuelle Halbtagsschule an den vier Grundschulen in Willstätt mit Schulbetreuung vor und nach dem Unterricht durch die Caritas wurde durchgehend als gute Lösung angesehen. Dieses Modell gebe Eltern und Kinder mehr Freiheiten, so der Tenor. So befürchten viele Eltern, dass ihre Kinder bei einer Ganztagsschule Angebote der Vereine nicht mehr nutzen können, was auch den Vereinen schade. Auch wurde die Befürchtung geäußert, die Einführung der Ganztagsschule könne kleinere Grundschulen in ihrer Existenz gefährden. 

Noch deutlicher wurde die Ablehnung der Eltern, als danach alle Teilnehmer der vier Gruppen ihren Widerstand gegen die einzelnen Schulformen auf einer Skala von 0 bis 10 – 0 für »keinen Widerstand«, 10 für »höchsten Widerstand« – mittels Kreuz kenntlich machen sollten. Fast kein Widerstand gegen die Halbtagsschule, dagegen überwiegend Widerstand gegen die Ganztagsschulformen. 

Ergebnis geht an den Gemeinderat

Hauptamtsleiter Andreas Leupolz dankte den Teilnehmern des Workshops für ihre Bereitschaft mitzuwirken, und Thomas Uhlendahl für die Moderation. Das Ergebnis des Workshops wird nun dem Gemeinerat vorgelegt, der dann zu entscheiden hat, wie es in Sachen Grundschulbetreuung in Willstätt weitergeht. 

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