Willstätt

Willstätter Kanalrohre sind zum Teil abgenutzt

Autor: 
Günter Ferber
Lesezeit 2 Minuten
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04. Dezember 2018

Mittels Kameras, die ins Kanalnetz eingelassen werden, kann festgestellt werden, wo zum Beispiel Risse im Beton sind und Grundwasser eindringen kann. ©Günter Ferber

Die Gemeinde Willstätt ist gut beraten, die Sanierung ihrer Abwasserkanäle nicht aus den Augen zu verlieren. Dies geht aus einem Zwischenbericht zur Entwicklung einer Sanierungsstrategie für das kommunale Kanalisationsnetz hervor, das auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt wurde. 

Keiner sieht es so richtig – aber doch ist es da – und es hat einen sehr hohen Wert: das Abwasserkanalnetz der Gemeinde Willstätt. Im Dezember 2016 hatte der Gemeinderat den Auftrag zur Entwicklung einer Sanierungsstrategie für das Kanalisationsnetz vergeben. Am Mittwoch wurde dem Gemeinderat eine erste Zwischenbilanz vorgelegt. 

113 Kilometer Rohre

Das Willstätter Kanalisationsnetz hat eine Länge von rund 113 Kilometern. Für rund 70 Kilometer wurde zwischenzeitlich der Zustand der Leitungen bewertet, erläuterte Markus Vogel vom zuständigen Ingenieurbüro. Die Entwicklung der Abwasser-Infrastruktur in Willstätt begann im Wesentlichen ab 1960 mit der Ansiedlung der BASF. Innerhalb von fünf Jahren wurden rund 60 Prozent des Netzes erbaut. Demzufolge hat das Kanalisationsnetz ein Alter von bis zu 58 Jahren. Der ursprüngliche Anschaffungswert betrug 25,9 Millionen Euro; die Restbuchwerte belaufen sich auf 12,1 Millionen Euro. Nach heutigem Preisniveau müssten rund 94 Millionen Euro für die Herstellung dieses Kanalnetzes aufgebracht werden. 

Seit rund 20 Jahren wird dieses Kanalnetz immer wieder saniert. Je nach verwendeten Materialien beläuft sich die Nutzungsdauer der Leitungen auf 50 bis 75 Jahre. 

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50 Prozent Ausfallrisiko

Insgesamt befindet sich das Kanalnetz der Gemeinde Willstätt in einem guten Zustand, so Markus Vogel. Rund 30 Prozent des Kanalnetzes seien hingegen abgenutzt. Vogel bezifferte das Ausfallrisiko dieser Leitungen auf 50 Prozent. Da heiße es, die Leitungen auch in Zukunft weiterhin regelmäßig zu sanieren, um einen Ausfall (etwa einen Einbruch von Rohren) zu vermeiden, was zu weitaus höheren Kosten führen würde als eine Sanierung. 

Ergebnisse werden nun geprüft

Die vorliegenden Prognose-Ergebnisse werden nun weiter analysiert und auf Plausibilität geprüft. Als Basis für die Strategieberechnungen werden Handlungsoptionen entwickelt. Bis Ende Mai 2019 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein und dann soll das Ergebnis dem Gemeinderat vorgestellt werden.

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