Willstätt

Willstätter Landwirt bietet Blumenwiesen-Patenschaften an

Autor: 
Günter Ferber
Lesezeit 3 Minuten
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12. Februar 2020

(Bild 1/2) Der Willstätter Landwirt Bernd Hörnel (rechts) will mit Patenschaften für Blumenwiesen dazu beitragen, dass Insekten in der Feldflur wieder ausreichend Nahrung vorfinden. ©Günter Ferber

Das Insektensterben berührt viele Menschen – viele möchten gern etwas für die nützlichen Sechsbeiner tun. Der Willstätter Landwirt Bernd Hörnel bietet nun unter dem Motto „Gemeinsam für Artenvielfalt“ Patenschaften für Blumenwiesen in Willstätt an. 

Bernd Hörnel ist Vollerwerbs-Landwirt und baut in und um Willstätt vor allem Mais und Weizen an. Zudem pflanzt er Blühmischungen, für die er Fördergelder der EU bekommt. Darüber hinaus betreibt er die Grüngut-Annahmestelle in der Siedlung Bürgerlehr. 

Landwirte haben derzeit in der öffentlichen Meinung keinen leichten Stand. Die Kritik gründet sich vielfach darauf, dass Insekten in der modernen Kulturlandschaft kaum noch Nahrung finden. Und so kam Hörnel auf die Idee, Patenschaften für Blumenwiesen anzubieten.  

Idee kommt aus Bayern

Aus Bayern hat er die Idee abgeguckt, erzählt er. Das Prinzip ist denkbar einfach: Für 60 Euro können interessierte Bürger, die etwas für die Artenvielfalt tun möchten, aber keinen eigenen Garten haben, eine einjährige Patenschaft für 100 Quadratmeter hochwertige Blumenwiese übernehmen. Natürlich sind auch größere Flächen denkbar. Am Ende wird Bernd Hörnel die Fläche, die mit den Patenschaften zusammenkommt, von sich aus verdoppeln. 

„Die Bevölkerung mitnehmen“

„Es soll nicht immer heißen, die Bauern machen nichts“, erklärt der 50-Jährige, der auch im Willstätter Gemeinderat sitzt, seine Beweggründe. „Aber ich möchte die Bevölkerung mitnehmen.“ Geld verdienen möchte Hörnel damit nicht. Die Patenschaft solle lediglich die Unkosten und den Verdienstausfall abdecken, der ihm entsteht, wenn er dort kein Getreide anpflanzt. Fördermittel für die Patenschaft-Flächen will er keine beantragen, sagt Hörnel. 

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Keine Grenze nach oben 

Eine Grenze nach oben setzt er bewusst nicht: „Ich werde so viele Blumenwiesen einsäen, wie sich Paten finden“, sagt er. Bevorzugt möchte er Ackerflächen entlang von Straßen und Wegen umwandeln, damit die Paten „ihre“ Blühflächen auch besuchen können. Jeder Pate bekommt eine Urkunde, außerdem möchte Hörnel Schilder an den Flächen aufstellen, auf denen auf die jeweiligen Paten hingewiesen wird. 

Unternehmen mit ins Boot holen

Neben engagierten Bürgern möchte er auch die ortsansässigen Unternehmen mit ins Boot holen: „Wenn Industriegebiete erweitert werden, fallen Grünflächen zum Opfer“, sagt er. „Hier könnten Firmen von sich aus einen Ausgleich schaffen. 

Auf die durch Patenschaften unterstützten Flächen wird im April eine artenreiche Blumenwiese mit Wildkräutern ausgesät, die bis Februar des Folgejahres komplett der Natur überlassen wird. Dünger und Pflanzenschutzmittel sind tabu. Die Paten schaffen damit ein ideales Refugium für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, aber auch für Wildtiere wie Feldhase und Fasan. 

Hörnels Ziel ist es, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, selbst zum Artenschutz beizutragen. Nun hofft er auf viele Paten, sodass Bienen, Hummeln & Co. ab dem Frühsommer rund um Willstätt einen reich gedeckten Tisch vorfinden. 

◼ Anmeldungen werden bis zum 15. März per E-Mail unter hoernel.bluemchenwiese@gmx.de entgegen genommen. Für weitere Infos steht Bernd Hörnel unter • 01 71/3 63 19 72 zur Verfügung.

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