Kehl - Goldscheuer

Winterdienst-Räumplan auf dem Prüfstand

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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17. April 2021
Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs hatten in diesem Winter vergleichsweise viel zu tun, um mit ihren Räum- und Streufahrzeugen die Straßen im Stadtgebiet in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen.

Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs hatten in diesem Winter vergleichsweise viel zu tun, um mit ihren Räum- und Streufahrzeugen die Straßen im Stadtgebiet in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen. ©Stadt Kehl

In Sachen Winterdienst im Kehler Süden soll der Leiter des Betriebshofs demnächst dem Ortschaftsrat Rede und Antwort stehen. Dies wurde in der Donnerstag-Sitzung beschlossen.

Der Winter 2021 war in Kehl vergleichsweise schneereich. Nach Ansicht einiger Mitglieder des Ortschaftsrates Goldscheuer hatte sich dabei gezeigt, dass es nötig sei, auch Wege zu streuen, die derzeit im Winterräumplan der Stadt Kehl nicht vorgesehen sind.

Unter anderem hatte Christine Muser (FWV) in der März-Sitzung des Gremiums gefordert, die Straße „Im Konradshurst“ zwischen Kittersburger Straße und Seniorenzentrum besser zu streuen. Sie hatte dies damit begründet, dass es bei Schnee und Eis für die Bewohner zu gefährlich sei, nach draußen zu gehen.

Heinz Rith (CDU/Bürgerforum) schloss sich dieser Forderung an. Das sei nicht nur ein Aspekt der in Kehl engagiert betriebenen Inklusion, sondern auch für Angehörige wichtig, damit deren Besuche sich nicht nur auf die Innenräume beschränken müssen, betont er in einer E-Mail an die Ratskollegen, die er in der Donnerstag-Sitzung des Gremiums zu Protokoll gab.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der fehlende Winterdienst auf dem Wirtschaftsweg, der südlich von Marlen entlang des Entwässerungsgrabens zwischen dem Pumpwerk Reezengraben zur L 75 und weiter zu den „Hanfrötze“-Teichen verläuft.

Heinz Rith schlägt in seiner Mail vor, hier das vorhandene Schmalspur-Räumgerät einzusetzen, sodass für Fußgänger zumindest ein entsprechender Streifen freigemacht wird. Im Übrigen solle auch an Fahrradfahrer gedacht werden, die konsequent ganzjährig nicht nur den Weg zur Arbeit, sondern auch sonst mit dem Rad fahren und damit im Sinne des Klimaschutzes Vorbild seien. Das gelte etwa auch zwischen Kittersburg und Goldscheuer für den südlichen Landwirtschaftsweg Richtung Eschauer Allee oder den Verbindungsweg von Kittersburg zum Friedhof.

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Rith hält es daher für richtig, dass dem Ortschaftsrat der komplette Winterdienst-Plan vorgestellt wird. Insgesamt solle der Ortschaftsrat „darauf einwirken, dass rund um die Dörfer Spaziergänge auch für Menschen mit Handicap im Winter möglich sind sowie notwendige Verbindungswege genutzt werden können, insbesondere auch zu Versorgungseinrichtungen und öffentlichen Einrichtungen“.

Unterstützung erhielt er von Rolf Sigg (SPD/Bürgerliste). Die Ortschaften wüssten schließlich am besten Bescheid über die Wege, die die Menschen gehen. Dieser Forderung schloss sich auch die Ortsverwaltung an.

Grün: „Präzedenzfall“

In einer Mail, die die Ortsverwaltung am Donnerstag dem Ortschaftsrat zur Kenntnis gab, lehnt Peter Grün, der Leiter des städtischen Betriebshofs, die Wünsche der Ortschaft nach Ausdehnung des Winterdienstes ab. Dies würde einen Präzedenzfall schaffen, meint er und verweist auf die Vielzahl der Senioreneinrichtungen, die in der Stadt verteilt sind. Würden alle diese Einrichtungen in den Räumplan aufgenommen, würde dies vor allem an schneereichen Tagen zu einer Überforderung führen.

„Bereits in diesem Jahr war es so, dass wir die Prioritätsstufe 1 mehrfach fahren mussten, um diese überhaupt in einen verkehrssicheren Zustand versetzen zu können. Wir wären in diesem Fall, wenn überhaupt, nur sehr spät in die betreffenden Straßen mit anliegenden Seniorenresidenzen gekommen.“

Grün verweist zudem darauf, dass die Zufahrten zu Senioreneinrichtungen meist in Wohnstraßen liegen, die teilweise verkehrsberuhigt sind. In solchen Straßen sehe er grundsätzlich keinen Bedarf für Winterdienst. Für die Räumung der Gehwege für Fußgänger seien im Übrigen die Anwohner oder die Betreiber solcher Einrichtungen selbst verantwortlich.

Umgekehrt wird ein Schuh draus, meint hingegen Heinz Rith: „Wenn der eingeschränkte Winterdienst so gemacht wird, dass er für die Bürger einsichtig ist, steigt bei manchen auch wieder die Motivation, der gebotenen Räumpflicht im eigenen Bereich nachzukommen.“

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