Familienmusical

"Zauberflöte" für Kinder

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
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15. Juli 2019

Bunt und farbenfroh präsentierte die Kleine Oper Bad Homburg die berühmte Mozart-Oper als Familienmusical, bei dem am Ende die Kinder mit auf die Bühne durften. ©Simona Ciubotaru

Wetterbedingt musste das Familienmusical »Die Zauberflöte«, das auf der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart basiert, am Sonntag in die Stadthalle ausweichen. Die kleinen Zuschauer verfolgten dennoch gebannt die kindgerecht dargebotene Handlung. 

Was haben übergroße Mohnblüten aus Holz, Agave, Aloe Vera und Artischocken mit Mozarts berühmter Oper »Die Zauberflöte« gemeinsam – keine Ahnung. Das war aber in der lustig und kindgerecht inszenierten Geschichte irrelevant. Es sah im farbigen Wechsel des Lichts sehr schön aus. 

Die Protagonisten trugen bunte, exotische Kostüme – die Phantasie der kleinen Zuschauer wurde vom Bühnenbild und der lebhaften Darstellung angeregt, sodass sie in eine Märchenwelt hineingleiten konnten, die in dieser Form kein Film und kein Videospiel anbieten kann.  

Die Kehler Stadthalle war voll mit Jung und Alt. Mozart mal anders erleben wollten die Erwachsenen und ihre Kinder sanft in die Welt der klassischen Musik einführen. Das bietet seit über einem Jahrzehnt die Kleine Oper Bad Homburg an, deren Künstler sich dieser Aufgabe verschrieben haben.

Mozart als Musical

Die komplexe Handlung der Oper wurde verkürzt und ohne esoterisches Brimborium auf den uralten Kampf zwischen Gut und Böse und auf das Thema Liebe reduziert. Geschmückt mit vielen Sprechpassagen, zudem Rock, Tanz  und einer Menge Situationskomik, kam Mozart als Musical bei den Kindern sehr gut an. Dabei blieben ganze Arien in der Originalform, somit kamen die Kinder in Berührung auch mit der klassischen Musik – Mozart ist dabei bekanntlich die beste Wahl.

Originell war die Idee, Mozart mit in die Handlung einzubeziehen. Er saß an einem E-Piano, das leider nicht wie ein Cembalo klang, und spielte akkurat die ganze Partitur stellvertretend für das Orchester. Und zwischendurch schauspielerte der Musiker und Dirigent Markus Neumeyer gar nicht mal so schlecht.

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Humorvoll ärgerte er sich darüber, dass die Protagonisten ihn mit »Johann Sebastian Mozart« ansprachen, spielte die ersten berühmten Akkorde von Beethovens 5. Symphonie, stritt mit Papageno.

Papageno, von Christoph Kögel gesungen und gesprochen, ist eine Gestalt, halb- Mensch-halb-Vogel, die etwas unbeholfen, gar gefangen wirkt in der Welt von Königen, Prinzen und Prinzessinnen, Priestern und Monstern wie Koloss (Julia El Khoury). Jedoch ist er die Hauptfigur in dieser Darbietung.

Er erlebt eine Menge Abenteuer, hilft dem Prinzen Tamino, seine große Liebe, die Prinzessin Pamina, zu befreien, streitet immer wieder humorvoll mit Mozart, weil dieser sich diese fiesen Situationen für seine Rolle ausgedacht hatte, lügt und wird dafür hart bestraft und findet schließlich seinen Weg zur Liebe.

Unter den männlichen Stimmen gelingt ihm auch die beste Interpretation. Prinz Tamino/Monostatos, von Wolfgang Vetter gesungen, wirkt etwas blass, musikalisch an dem Tag nicht gerade auf der Höhe.

Pamina, die Königin der Nacht und Papagena dagegen, von Ingrid El Sigai gesungen und gesprochen, sind drei anspruchsvolle Rollen mit verschiedenen Charakteren, von bösartig und manipulativ (die Königin der Nacht) bis sanftmütig (Pamina) und geheimnisvoll und wechselhaft (Papagena). Am Anfang etwas dünn, in der hohen Lage und beim Forte nicht akkurat, später jedoch ausdrucksstark gesungen. 

Über die gesamte musikalische Qualität der Darbietung könnte man vielleicht streiten. Manche Mama schlief ein, andere Erwachsenen wirkten nervös und etwas ratlos, gar genervt. Aber die Kinder saßen unglaublich still auf ihren Plätzen und verfolgten konzentriert und gespannt die Handlung. Am Ende kamen all auf die Bühne und tanzten mit den Künstlern im Rampenlicht.

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