Kehl

Ein Zeichen gegen das Bienensterben

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 3 Minuten
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13. April 2017

Will mit der Naturlandstiftung Baden ein Zeichen gegen das Bienensterben setzen: der Kehler Imker Andreas Peschke. ©Naturlandstiftung

»Specht hilft Bienen!« Gemäß diesem Motto ist jetzt eine Kooperation zwischen der Naturlandstiftung Baden (mit Sitz in Kehl-Bodersweier) und dem Kehler Imker Andreas Peschke zustande gekommen.

Seit Jahren schon stirbt weltweit ein Großteil der Bienenpopulationen. Honig droht zum Luxusprodukt zu werden. Dabei spielt das unscheinbare Insekt eine zentrale Rolle im Erhalt unserer Kultur- und Landwirtschaft sowie unseres gesamten Ökosystems. Bienen tragen zum Erhalt der Artenvielfalt bei, denn sie sorgen für die Verbreitung hunderttausender Pflanzen. Deshalb ist es so wichtig, etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen. 

Die Naturlandstiftung Baden glaubt an einen scheinbar simplen Ausweg: »Wir müssen unsere Landschaften wieder bienenfreundlicher machen, die Landwirtschaft deutlich nachhaltiger gestalten. Auch als Einzelner kann man jeden Tag aufs Neue entscheiden, mit seinen Lebens- und Konsumgewohnheiten ein bienenfreundlicheres Klima zu schaffen«, sagt der Stiftungsvorsitzende Marco Lasch.

Das Motto von Imker Andreas Peschke lautet: »Aus der Region für die Region!« In seiner kleinen Imkerei mit Bienenvölkern im Stadtgebiet von Kehl produziert er aber keine reinen Sortenhonige wie Raps-, Akazien-, und Lindenhonig, sondern gebietstypischen Honig, den Kehler Stadthonig, den es in genau dieser Zusammensetzung kein zweites Mal gibt.

Rasante Veränderung

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Künftig wird das Sortiment um eine weitere Spezialität erweitert, denn Peschke und die Naturlandstiftung sind eine Kooperation eingegangen: Mit einigen Völkern wird er künftig Flächen der Stiftung nutzen. Andreas Peschke: »Wir alle spüren die rasante Veränderung unserer einst vielfältigen Landschaft hin zur Agrarsteppe. Der Einsatz immer größerer Maschinen erfordert immer größere Flächen. Wiesen werden ständig gedüngt und gemäht und werden dadurch zu ›Grünäckern‹ mit reinem Graswuchs. Die Landschaft wird immer einheitlicher und eintöniger. Der Einsatz von Beizmitteln, Dünger und Pestiziden zerstört die Artenvielfalt unserer heimischen Kräuter und damit auch die Vielfalt unserer Tierwelt.«

Peschke weiter: »Ohne große, vielfältig blühende Flächen wird Imkerei nicht mehr durchführbar sein. In der Zeit von Juli bis September fehlt den Bienen – und somit allen Insekten – durch das ständige Mähen der Wiesen und die Trachtarmut auf den Äckern eine ausreichende Pollentracht, um überhaupt vitale Winterbienen hervorbringen zu können. Dies führt mit zu hohen Völkerverlusten im Winter.«

Der Imker führt weiter aus: »Die konventionelle Landwirtschaft wandelt sich zur Agrarindustrie. Damit wird der frühere natürliche Verbündete der Imker zum Existenzproblem. Geht die Entwicklung weiter in diese Richtung müssen wir Imker bald mit unseren Bienen der Tracht hinterherziehen wie in Amerika. Dies würde das Ende der stationären und damit flächendeckenden Kleinimkerei bedeuten. Nur noch wenige Großimker würden mit ihren Bienen durchs ganze Land ziehen, und hierbei auch, wie aktuell in Durbach, Sand und anderen Gemeinden der Region geschehen, Krankheiten wie die amerikanische Faulbrut verbreiten. Die meiste Zeit des Jahres gäbe es keine Bienen und keine Bestäubung in den Regionen.«

Neue Verbündete

»Wir Imker müssen uns neue Verbündete wie die Naturlandstiftung suchen«, sagt Andreas Peschke. »Nur wenn es uns gelingt, eine breite Vielfalt unterschiedlichster und kleinräumiger Strukturen wie Wiesen, Hecken, Obstgärten und Wälder zu erhalten, können wir die flächendeckende Bestäubung durch unsere Bienen garantieren«
Ein Teil des Erlöses der neuen Honigsorte, die ab August/September erhältlich ist und die den Namen der Naturlandstiftung trägt, soll direkt an die Stiftung gehen.

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