Typisierungsaktion in Wolfach

425 Teilnehmer lassen sich bei »Wir helfen Jürgen« typisieren

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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10. Februar 2019
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(Bild 1/2) Groß war der Andrang auch bei der Abstrich-Annahme, bei der zahlreiche Eltern mithalfen. Ob tatsächlich der passende Spender für Jürgen Günter dabei war ist noch offen: Die Wattestäbchen werden nun im Labor ausgewertet. ©Andreas Buchta

»Wir helfen Jürgen« hatte das Team der Herlinsbachschule Wolfach seine Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Jürgen Günter am Samstag betitelt – mit durchschlagendem Erfolg: 425 mögliche Stammzellenspender ließen sich in der Schul-Pausenhalle typisieren.

Es war viel los am Samstag bei der Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Jürgen Günter an der Wolfacher Herlinsbachschule. Schon vor der offiziellen Öffnungszeit um 11 Uhr standen die potenziellen Stammzellenspender regelrecht Schlange, um sich für die Stammzelldatei am Uni-Klinikum Freiburg registrieren zu lassen.

Wunsch zu helfen

Auch die kommissarische Schulleiterin Silke Moser, Mitinitiatorin der Aktion, war unter den Typisierungs-Willigen. Ihre Motivation: Hilfe für den leu­kä­miekranken Mann der Kollegin Sonja Günter, aber auch für die vielen anderen Erkrankten. »Leukämie ist eine heimtückische Krankheit und da möchte man doch helfen.«

Einige der Teilnehmer an der Typisierungsaktion nahmen recht weite Anfahrtswege in Kauf. Gleich am Eingang wurden sie alle auf Plakaten über Blutstammzell- und Knochenmarkspenden sowie die Ausschlusskriterien für die Registrierung informiert. So reicht die Altersspanne der möglichen Spender von 18 bis 54 Jahren. Auch dürfen keine schweren oder chronischen Erkrankungen vorliegen. 

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Freiwillige Helfer im Einsatz

Die möglichen Spender wurden von einem Empfangskomitee aus freiwilligen Helfern des Deutschen Roten Kreuzes in Empfang genommen und durch das Prozedere geleitet: Zur Registrierung und zur Erklärung ihres Einverständnisses zur Verwendung ihrer Daten und ihrer Proben für die Stammzelldatei bei Melanie Staiger und Stefanie Riedel. Dann wurde unter Aufsicht von Elisabeth Lenartz und Yvonne Lüdtke von der Stammzelldatei mit einem Wattestäbchen ein Wangenabstrich genommen. Der wurde bei der Abstrichannahme bei den Helfern, darunter viele Eltern, abgegeben und registriert. Anschließend gab es für die Teilnehmer der Aktion Wecken, Würste und Getränke, alles von örtlichen Betrieben gespendet. Auch zahlreiche Spenden von Firmen und Privatpersonen für die Laborkosten gingen über das vom Förderverein der Herlinsbachschule eingerichtete Spendenkonto ein. Darüber hinaus spendeten auch einige derer, die sich typisieren ließen.

Auch die beiden Jugendlichen Stefan Schamm und Jonathan Jehle ließen sich typisieren. »Wir wollen halt helfen, wenn wir können«, begründeten sie ihre Teilnahme. »Egal, wen’s trifft, man hofft immer, dass man einen passenden Spender findet«, fügte Vater Armin Jehle hinzu, der sich ebenfalls in die Stammzelldatei aufnehmen ließ.

Genetische Zwillinge

»Wir suchen nach genetischen Zwillinge der Erkrankten«, erklärte Elisabeth Lenartz von der Freiburger Stammzelldatei die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Über die Wangenschleimhaut würden die vererbten HLA-Merkmale (Human Leukocyte Antigen) bestimmt und anschließend abgeglichen. Aber: »Das Einverständnis zum Stammzellenspender kann jederzeit widerrufen werden.«

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