Wolfach

8000 Euro Geldstrafe für Diebstahl teurer Fahrräder

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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14. November 2017

©Archivfoto: Mittelbadische Presse

Zu einer Geldstrafe von 8000 Euro wurde ein Handwerker am Freitag am Amtsgericht Wolfach verurteilt: Der 43-Jährige hatte bei Arbeiten in einem Fachgeschäft mehrere Fahrräder entwendet. Den Schaden hatte er inzwischen zwar beglichen – verurteilt wurde er dennoch.

Zwei Fälle von Diebstahl mehrerer hochwertiger Fahrräder im Gesamtwert von fast 15 000 Euro aus einem Haslacher Fachgeschäft wurden am Freitag am Amtsgericht Wolfach verhandelt. Der Händler hatte die Anzeige zurückgezogen, nachdem der geständige Täter den Schaden beglichen hatte. Trotzdem hatte die Geschichte ein juristisches Nachspiel für den Handwerker.

Zweimal, so hielt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, soll er Fahrräder entwendet haben: Am 3. Januar habe er zunächst zwei Fahrräder mit einem Verkaufswert von zusammen 5418 Euro mitgehen lassen. In der Zeit vom 3. bis zum 9. Januar sollen von ihm drei weitere Fahrräder im Gesamtwert von 9198 Euro entwendet worden sein. Außerdem hätten im Laden Zubehörteile in erheblichem Wert gefehlt. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl hatte der Mann Einspruch eingelegt.

Räder »zu Testzwecken« mitgenommen

Der 43-Jährige räumte ein, zwei Fahrräder, die dann auch in seiner Wohnung sichergestellt worden waren, »zu Testzwecken« mitgenommen zu haben. Es habe eine entsprechende Absprache mit dem Händler bestanden. Wegen des Innenausbaus, mit dem er beauftragt war, habe er zu dem Geschäft jederzeit freien Zugang gehabt. Außerdem machte er geltend, dass er mit dem Fahrradhändler ein »an sich gutes Verhältnis« pflege. Dieser habe ihm auch im Nachhinein für die fehlenden Fahrräder Rechnungen ausgestellt, die er bezahlt habe. Begründung: »Ich wollte möglichst schnell aus der Sache raus.« Daraufhin habe der nun nicht mehr Geschädigte seine Anzeige zurückgezogen – zumal der Schreiner »durchweg gute Arbeit geleistet« habe.

- Anzeige -

Richterin Ina Roser machte dem Angeklagten klar, dass die Justiz eine Straftat auch dann verfolgen müsse, wenn die entsprechende Anzeige zurückgezogen worden sei. Die Anregung der Verteidigung, das Verfahren einzustellen, da ja »alles bezahlt« und somit kein Schaden entstanden sei, lehnten Richterin und Staatsanwalt ab. Daraufhin wollte die Verteidigerin nach Aussprache mit ihrem Klienten den Einspruch auf die Rechtsfolgen beschränken, also auf die Höhe der festgesetzten Strafe. Die Tat wurde mithin eingeräumt.

Staatsanwalt fordert höhere Strafe

Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten des zweifachen Diebstahls für schuldig. Zu seinen Gunsten spreche, dass es keine Eintragungen im Bundeszentralregister gebe und der Schaden beglichen worden sei. Gegen ihn spreche der hohe Sachwert von immerhin fast 15 000 Euro. Er forderte für beide Diebstähle eine Geldstrafe von insgesamt 160 Tagessätzen zu jeweils 55 Euro (8800 Euro).

Richterin Roser schloss sich dieser Forderung weitgehend an, senkte die Höhe der Tagessätze aber auf 50 Euro. Damit summiert sich die Geldstrafe auf 8000 Euro. »Sie entziehen sich jeglicher Verantwortung«, warf sie dem Angeklagten vor.  »Sie zeigen weder Reue noch Unrechtsbewusstsein.«

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