Wolfach

Als Wolfach den badischen Großherzog zur Denkmal-Einweihung erwartete

Franz Schmalz
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01. Oktober 2022
Das achtspännige Pferdefuhrwerk, das den Denkmalstein 1912 in Wolfach an seinen Bestimmungsort brachte.

(Bild 1/2) Das achtspännige Pferdefuhrwerk, das den Denkmalstein 1912 in Wolfach an seinen Bestimmungsort brachte. ©Franz Schmalz

Am 3. Oktober vor 110 Jahren wurde das Denkmal für die Teilnehmer des deutsch-französischen Krieges auf Initiative des Militärvereins neben der Stadtbrücke aufgestellt.

Die Aufstellung des Wolfacher Denkmals für die Teilnehmer des deutsch-französischen Kriegs neben der Stadtbrücke jährt sich am Montag, 3. Oktober, zum 110. Mal. Für die Bewohner des damaligen Amtsstädtchens war dies ein besonderes Erlebnis, denn es hatte sich hoher Besuch angekündigt. Bereits im Sommer des Jahres 1912 rüstete man sich für das Groß­ereignis.

Ehrengäste aus Karlsruhe

Anfang Oktober stand ein großes Trachtenfest im Programm, zu dem der Großherzog Friedrich II. von Baden und seine Gemahlin Hilda aus der Residenzstadt Karlsruhe als Ehrengäste erwartet wurden. Kommen konnte aber nur die Gattin des Großherzogs, da Friedrich über Unpässlichkeiten klagte und fernbleiben musste.

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Um dem hohen Besuch eine besondere Ehre angedeihen zu lassen, beschlossen der Militärverein zusammen mit dem Trachtenverein ein würdiges Denkmal für die Teilnehmer des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 aufzustellen. Noch heute ist das Denkmal unmittelbar neben der Stadtbrücke zu sehen und zeigt das Portrait des Großherzogs Friedrich I. und die Namen der Kriegsteilnehmer des Feldzuges aus Wolfach. Auf dem Stein thront ein mächtiger Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Auf etwa 4000 Goldmark beliefen sich die Kosten der Denkmalerstellung. Weitere Kosten der Aufstellung wurden durch Spenden honoriger Wolfacher Bürger und des Kriegervereins übernommen.

Massiver Findling aus Kirnbach

Der massive Granitblock war ein Findling aus den Kirnbacher Granitlagern. Der Transport des 350 Zentner schweren Blocks erforderte besondere Vorkehrungen. So musste ein spezieller Wagen von der Firma Seegmüller aus Straßburg bezogen werden. Vorgespannt waren acht schwere Pferde. Der Fuhrmann Florian Bächle hatte die Aufgabe, das schwere Gefährt im August 1912 unfallfrei an den Aufstellungsort zu bringen.

Das Repro-Foto zeigt Florian Bächle neben den ersten Pferden seines Gespanns bei der Stadtbrücke, wo der Block dann aufgestellt wurde. Unterstützt wurde Bächle auch vom Steinhauer Spettl, dem bei der Einweihung die große Ehre widerfuhr, der Großherzogin persönlich vorgestellt zu werden. Auf die Frage der Fürstin, wie denn der Stein hergebracht wurde, kam prompt die im besten Wolfacher Dialekt gesprochene Antwort: „ Jo, der Kaib het Ärbet g’macht.“

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