Aus dem Gemeinderat Schiltach

Anhaltende Trockenheit macht auch dem Stadtwald zu schaffen

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12. Oktober 2018

Schiltachs Revierförsterin Maurien Hein präsentiert dem Schiltacher Gemeinderat die neue ­Beschilderung in Eichenholz im Stadtwald. ©Martina Baumgartner

So wenig Überschuss wie noch nie rechneten die Schiltacher Revierleiter für das Forstwirtschaftsplanjahr 2019 aus. Geschuldet ist das auch den großen Schäden im Wald durch die lang anhaltende Trockenheit.

Keine guten Nachrichten hatte Bürgermeister Thomas Haas in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend: Der Zustand von Teilen des Stadtwalds ist schlecht. »Wir brauchen dringend Regen, wenn eine Katas-
trophe im kommenden Jahr abgewendet werden soll«, sagte er. Besonders betroffen seien die Fichten. 

"Tanne sind die größten Säufer unter den Bäumen"

Doch auch die Tannen würden zeitversetzt große Schäden zeigen, so Revierförster Holger Wöhrle. »Wir haben so langsam Klimabedingungen wie im Rheintal. Und da wachsen keine Tannen, die zu den Säufern unter den Bäumen gehören.«
Frauke Kleeman, Gebietsleiterin Schwarzwald des Forstamts, informierte, dass es im Harz und weiteren Wäldern Mitteldeutschlands »viel schlimmer ist als bei uns. Dort sterben ganze Waldflächen ab«.

Die lang anhaltende Trockenheit in diesem Jahr und die dadurch günstigen Bedingungen für die Vermehrung der Borkenkäfer führen zu sichtbaren Schäden und deutlich geringeren Erlösen im Stadtwald als geplant. 

Geringer Überschuss in den Forstwirtschaftsplan ausgewiesen 

Revierförsterin Maurien Hein hatte demnach auch nur einen geringen Überschuss unterm Strich des Forstwirtschaftsplans für das kommende Jahr ausgerechnet: »1353 Euro  – einen so geringen Überschuss haben wir noch nie geplant. Wir müssen gucken, wie wir hinkommen«, sagte sie und erklärte den Stadträten die einzelnen Positionen des Plans.

Aus der Holzernte möchte die Stadt rund 65 000 Euro Überschuss erzielen. Die höchsten Kosten verursacht mit rund 18 500 Euro die Verwaltung des Nichtstaatswalds. 

Nicht locker lasse, bei der Wegeerschließung

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An der Erschließung möchten die Forstleute dranbleiben und haben dort 17 000 Euro eingeplant. Vor allem der Kirchbergweg soll renoviert werden. Die Wasserführung und Dolen müssen erneuert werden.

Wo Holz geschlagen wird, muss auch ein Ausgleich mit frischen Kulturen geschaffen werden: Eine Maßnahme am Gründlebühl soll das Ökokonto der Stadt füllen. Unter der Kostenstelle Liegenschaften mit 10 000 Euro sind vor allem Sicherungsarbeiten kalkuliert. Dringend müssten beispielsweise die überhängenden Gehölze beim Hohenstein gestutzt werden, so Hein.

Mit geringeren Beträgen sind für die Ausbildungsbeteiligung und Waldpädagogik im Forstwirtschaftsplan berücksichtigt. 

Neue Hinweisschilder für den Stadtwald

Circa 3000 Euro stehen für die Erholungsvorsorge bereit. Darunter fallen Kosten für 40 neue Eichenholzschilder, die Plätze und Wege im Stadtwald deutlich und gut leserlich anzeigen sollen.

Zum Forstschutz müsse künftig in alle Richtungen gedacht werden, so Hein auf die Frage nach der Nutzung von Borkenkäferfallen, die Ulrich Gebele (BuW) stellte. Diese sei allerdings nicht so effektiv als andere Methoden, darunter auch die Polderspritzung, die den Schädling bereits vor dem Ausfliegen bekämpfe. 

Grober Plan lässt Flexibilität zu 

Bürgermeister Thomas Haas erklärte, dass der Plan lediglich »grob« angelegt sei, damit man rechnen könne. Die Stadt wolle nämlich flexibel je nach Witterung und dem damit verbunden Zustand des Waldes sowie dem Bedarf der Sägewerke bleiben: Gebe es mehr Kalamitätsholz, würde die Stadt den Privatwaldbesitzern den Vortritt lassen und weniger als die geplanten 2300 Festmeter Frischholz einschlagen.

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