Hausach

ARD-Dialekträtsel aus Hausach

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 4 Minuten
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09. Dezember 2013
Kameramann Florian Lengert und Aufnahmeleiterin Carrie Stadelmann setzen in der Stube des Naturfreundehauses »Lassgrund« die Hausacherin Billy Sum-Herrmann für das Dialekträtsel der Fernsehserie »ARD-Buffet« ins Szene.

Kameramann Florian Lengert und Aufnahmeleiterin Carrie Stadelmann setzen in der Stube des Naturfreundehauses »Lassgrund« die Hausacherin Billy Sum-Herrmann für das Dialekträtsel der Fernsehserie »ARD-Buffet« ins Szene. ©Claudia Ramsteiner

Ab etwa Mitte Januar könnte beim Dialekt-rätsel des täglichen Magazins »ARD-Buffet« das badische Rätselwort aus Hausach kommen. Gestern war ein Kamerateam im Auftrag der ARD mit Billy Sum-Herrmann im »Lassgrund«.

»Genau das richtige Maß an Kirsch: Alles, was ein Nordlicht wie ich sich unter einem Schwarzwaldvesper vorstellt, habe ich ins Bild gerückt«, sagt Carrie Stadelmann gestern Nachmittag in der über 250 Jahre alten Bauernstube des Naturfreundehauses »Lassgrund« im Hinteren Einbach zufrieden. Auf einem Brett liegen ein Paar Bratwürste, ein Stück Schwarzwälder Speck und ein halbes Bauernbrot. Dahinter sitzt Billy Sum-Hermann in bäuerlicher Kleidung, die Haare zu einem »Buurezopf« aufgeschlagen.

Ihretwegen kam das Kamerateam einer Hamburger Castingagentur nach Hausach, um weitere Folgen für das beliebte Dialekträtsel des Magazins »ARD-Buffet« aufzunehmen. Durch die Muettersprochgsellschaft kam Carrie-Stadelmann zur Muettersprochgruppe Kinzig-, Wolf- und Gutachtal, und deren Vorsitzende Ursula Aberle hatte Billy Sum-Hermann gebeten, die Dialekträtsel vor der Kamera vorzutragen.

Jede Menge Ur-Dialektausdrücke hatte diese vorgeschlagen. Ihr Lieblingswort »Wochedippel« für Mumps war leider schon vergeben. Dabei hätte sie gerade dafür eine so schöne Geschichte parat gehabt. Sie selbst bekam nämlich »Wochedippel«, nachdem sie zum ersten Mal in ihrem Leben Cola getrunken hatte – und lebte lang im festen Glauben daran, die braune Limo hätte ihr den Mumps eingebrockt.

Die Rätselwörter, die sie gestern vor der Kamera in kleine Geschichten verpacken durfte, dürfen hier noch nicht genannt werden. Sie stammen querbeet aus der Garten- und der Tierwelt, der badischen Küche und dem Alltagsleben. Es sind übrigens etliche Wörter dabei, die auch für unsere OT-Aktion »Dialektwort des Jahres« eingereicht wurden (siehe Stichwort).

»Guete Dag, liebe Litt«

Billy Sum-Hermann schlug sich wahrlich tapfer. Nur am Anfang brauchte es vier Klappen für ein Wort, bis alles im Kasten war. Bald schon klappte es wie am Schnürchen – vom  »Guete Dag, liebe Litt, fier’s Dialekträtsel hab ich eich ä scheens badisches Wort mitbrocht« bis zum »Viel Spaß bim Rote«: Man merkte, dass sie schon oft vor Publikum und vor der Kamera agiert hat. »Du lächelst die ganze Zeit und sprichst auch mit den Augen, das ist wunderschön«, lobte die Aufnahmeleiterin, und der Kameramann Florian Lengert beruhigte sie auf die bange Frage, ob sie sich nicht besonders dumm anstelle, als einmal vier Klappen gebraucht wurden. Mal wackelte sie beim Umdrehen des Schilds, auf dem das Wort geschrieben stand, mal war ihre Geschichte 15 Sekunden zu lang.

»Wenn die Sache nach dem dritten oder vierten Mal im Kasten ist, bist du total super«. Der »Rekord« sei einmal sechs Stunden für ein einziges Wort gewesen. »Der Vergleich mit Loriots ›Erwin Lindemann‹ kommt bei jedem Dreh«, schmunzelt die Aufnahmeleiterin.

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Gestern waren schon nach einer Stunde die ersten drei Rätsel im Kasten – und für die nächsten sieben brauchte es nicht viel länger. In jedem ARD-Buffet, das werktäglich um 11.05 Uhr ausgestrahlt wird, gibt es zwei dieser Rätsel, derzeit noch von der gleichen Person, ab dem nächsten Jahr sollen in jeder Sendung zwei Regionen zu Wort kommen.

Die Dialekträtsel mit der Hausacherin Billy Sum-Hermann werden frühestens Mitte Januar ausgestrahlt. Wir werden die Sendetermine im Offenburger Tageblatt veröffentlichen.

 

STICHWORT

Dialektwort des Jahres

Bei dieser Gelegenheit wollen wir unsere Leser noch einmal aufrufen, bei der Wahl unseres »Dialektwort des Jahres« mitzumachen. 170 Vorschläge wurden eingereicht, darunter auch etliche, die Billy Sum-Hermann für das ARD-Dialekträtsel vorgeschlagen hat. Wir haben zehn ausgewählt, unter denen Sie Ihr Lieblingswort auswählen können:

änewäg (trotzdem, sowieso)
hinderezvier (verkehrt)
Käpselebischdol (Fasnachtspistole)
lätz rum (verkehrt herum, das Innere des Pullis außen)
Muggeseggele (ein wenig, eine Kleinigkeit)
Ordmoggel (Endstück vom Brot oder Speck)
Pfipfis (Erkältung)
Schissheege (krumme Beine)
schiibiddlig (scheu)
Wäfzgeneschd (Wespennest)

Stimmen Sie ab: per Mail an lokales.kinzigtal@reiff.de oder per Postkarte an Offenburger Tageblatt, Lokalredaktion Kinzigtal, Hauptstraße 24 in 77709 Wolfach. Einsendeschluss ist der Donnerstag – das Ergebnis veröffentlichen wir am nächsten Samstag. Es gibt fünf Dialektbände zu gewinnen.

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