Gutach

Auf dem Weg zu den Ärmsten der Armen in Moldawien

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17. Oktober 2019
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Elke Ettwein (von links), Anke Endress, Rosi Ohnemus, Samuel Reichert, Ingrid und Martin Vogt-Lehmann und Christine Esslinger sowie Thomas Esslinger (nicht auf dem Foto) packen Hilfsgüter ins Transportfahrzeug. ©Martina Baumgartner

Die Gutacher Samuel Reichert und Rosi Ohnemus sind mit ihrem Hilfsgütertransport seit gestern nach Rumänien unterwegs. Das Offenburger Tageblatt war beim Beladen des Transporters mit Anhänger dabei.

„Die Aufregung steigt“, so Samuel Reichert am Montagabend beim Packen des Sprinters mit Anhänger. Seit gestern, Mittwoch, sind die Gutacher mit Hilfsgütern auf dem Weg nach Rumänien: er, seine Frau Rosi Ohnemus und deren Wachhund Freddy sowie diesmal Mitreisende Elke Ettwein (Stichwort).

Bereits zum siebten Mal fahren Ohnemus und Reichert die rund 2000 Kilometer zu ihrem rumänischen Freund Sorin Anton. Der Privatmann hat sich bereits professionell auf die Hilfsgütertransporte aus Deutschland und deren gezielte Verteilung eingerichtet. 

Waren sortieren und lagern

Wenn die Gutacher nach rund 24 Stunden Reisezeit dort ankommen, wartet eine heiße Dusche, Frühstück und ein Bett zum Ausschlafen auf sie. Währenddessen räumen Anton und seine Familie den Transporter aus, öffnen die Kisten, die im Laufe des Jahres bei Ohnemus gespendet wurden, und sortieren die Waren in ein extra dafür gebautes Regallagerhäuschen ein. 

Permanetne Bedarfslisten führen

Die Hilfsgüter werden nicht einfach an Bedürftige abgegeben. Anton führt permanente Listen mit armen Familien im Grenzgebiet Rumänien/Moldawien und deren konkrete Bedürfnisse.

Wenn Ohnemus und Reichert am Donnerstag wieder ausgeschlafen und fit sind, gehen sie vor Ort einkaufen: Grundbedarfsmittel für den täglichen Gebrauch wird in 15-Euro-Paketen zusammengepackt und weitergegeben. „Das ist unser persönlicher Spendenbeitrag“, erklärt Ohnemus, die mit Reichert die Miete für den Transporter und Benzinkosten zu den eingegangenen Spenden aus eigener Tasche ergänzen sowie ihren Verdienstausfall während der Reise in Kauf nehmen.

Gezielte Hilfeleistungen

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Gemeinsam mit den rumänischen Freunden beliefern sie die Ärmsten der Armen in Dörfern und einem Armenviertel auch jenseits der Grenze in Moldawien.

Anton versucht gezielt, die Armut dort zu lindern und auch nachhaltig Hilfestellung zu leisten: Dorfgemeinschaften erhalten beispielsweise Saatgut, um gemeinsam Getreide oder Gemüse für den Eigenbedarf anzubauen.

Verwendung der Hilfsgüter wird kontrolliert

Weil er fortwährend Kontakt zu den unterstützten Familien hält, kontrolliert er auch die bestimmte Verwendung der gegebenen Hilfsgüter. Bei Missbrauch des Vertrauens fallen bisher unterstützte Familien zugunsten anderer auch schon mal durch.

Alle freuen sich auf ein Wiedersehen

Während die Gutacher am Mittwochabend packten, erkundigte sich Anton telefonisch, wann die Gutacher ankommen, denn die unterstützten Familien möchten ein gemeinsames Essen beim Wiedersehen mit den Deutschen ausrichten.

Das Packen des Transporters geht schnell voran, denn die beiden Gutacher haben Unterstützung von Freunden. Jedes Paket aus dem Lager passiert die Wiegestation und Ettwein notiert deren Gewicht. Rund eine Tonne Zuladung darf nicht überschritten werden.

Zöllner milde stimmen

Um die Zöllner an der rumänischen Grenze milde zu stimmen hat Ohnemus mehrere Pakete Kaffee und eine offizielle schriftliche Bestätigung für einen privaten Hilfsgütertransport mit privatem Ziel aus dem Rathaus im Gepäck. „Jetzt muss nur noch alles glattgehen und wir gesund dort ankommen“, sorgt sie sich diesmal.

Stichwort

"Wie es dort wohl aussieht?"

Die Gutacherin Elke Ettwein begleitet Rosi Ohnemus und Samuel Reichert nach Rumänien. Die 75-jährige Krankenschwester im Ruhestand verfolgte bisher aufmerksam das Engagement des Paares und spendete selbst immer wieder für das rumänische Projekt. „Ich will zu gern einmal sehen, wo unsere Waren ankommen, wie es dort aussieht und wer unterstützt wird“, sagt sie. 

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