Wolfach

Ausdauernder Applaus für „Goldberg-Variationen“ in Wolfach

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2019

Urte Lucht begeisterte mit Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ im Blauen Salon. ©Andreas Buchta

Cembalistin Urte Lucht begeisterte am Sonntag ihr Publikum im Blauen Salon. Sie präsentierte auf beeindruckende Weise die „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach. Zuvor erläuterte sie ausführlich die Struktur dieser komplizierten, fantasievollen Komposition.

Urte Lucht präsentierte am Sonntag in der Musikreihe „Konzerte im Blauen Salon“ unter dem Titel „So fügen sich die Fugen“ Johann Sebastian Bachs berühmte „Goldberg-Variationen“ – auf einem wunderschönen alten Clavicimbal, einem Cembalo mit zwei Manualen. Denn zwei Manuale braucht es zur Interpretation des Stücks, das Bach selbst „Aria mit verschiedenen Veränderungen vors Clavicimbal mit zwei Manualen … zur Gemüths-Ergetzung verfertiget von Johann Sebastian Bach“ betitelte.

Legende ums Werk

Um die Entstehung des barocken Werks mit 30 Variationen, angeführt und beendet mit einer gleichlautenden Aria, rankt sich eine oft kolportierte Legende. Danach soll das Werk für den Grafen Hermann Carl von Keyserlingk zu seiner Aufheiterung in schlaflosen Nächten verfasst worden sein. Der hochbegabte Cembalist Johann Gottfried Goldberg sollte dem Grafen nächtens daraus vorspielen.

Das Werk, in dem sich italienische, französische und deutsche Traditionen der Klaviermusik treffen, gilt als eine der schwierigsten Klavierkompositionen Bachs, dessen Interpretation insgesamt eine hohe Virtuosität erfordert. Um es gleich zu sagen: Urte Lucht brachte diese geforderte Virtuosität zweifellos mit. Einzig: Teilweise fiel der Wechsel der Manuale etwas zögerlich aus.

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Virtuosität mit wenig Schwächen

„Eine hübsche Geschichte“, wertete die Cembalistin die Legende, als sie vor dem Konzert das Werk und seine Besonderheiten erläuterte. Allerdings sei der Wahrheitsgehalt eher gering, zumal Goldberg zur Entstehungszeit des Werks gerade einmal 14 Jahre alt gewesen sei. Lucht ging auf die Struktur des Werks ein und die „unwahrscheinliche Fantasie“, die Bach eingebracht habe. Das ganze Werk basiere auf einem einfachen Thema von 32 Takten. Diese würden auf verschiedene Weise variiert, etwa mit gegenläufigen Kanons, was zu mitunter artistischen Handläufen führe. 

Mit „Ich hoffe, ich kann Ihr Gemüth ergetzen“ stimmte Lucht die Aria der „Goldberg-Variationen“ an – und gleich beeindruckten sowohl der wundervolle Klang des Clavicimbals als auch die ungemein bewegliche, zwischen den Manualen wechselnde, sensible Spielweise der Künstlerin: Sie interpretierte die melodischen Kanons ebenso dem jeweiligen Genre angemessen wie die Menuette, Gigues und die Fuge sowie am Schluss das verschiedene „Gassenhauer“ der Barockzeit umfassende Quodlibet. Lediglich beim Adagio nahm sie die Kraft ihres Spiels etwas zu wenig zurück.

Langer Applaus

Der Beifall für das Konzert währte lange. Zu drei „Vorhängen“ musste die über diesen Erfolg strahlende Musikerin wieder auf die Bühne, ehe das begeisterte Publikum sich endlich wieder beruhigte.

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