Steinach

Bauplätze und Kinderbetreuung erregen Gemüter in Steinach

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22. Januar 2020

Das Baugebiet Mittelgrün direkt im Anschluss zu erweitern, geht aufgrund verschärfter Vorschriften zum Hochwasserschutz nicht so einfach wie erhofft. ©Maria Benz

 Mehreren kritischen Fragen von Bürgern hatte sich Steinachs Rathauschef Nicolai Bischler in der Gemeinderatssitzung am Montag zu stellen.

Klaus Ketterer, der viele Jahre für die Junge Liste im Gemeinderat saß, fragte Bischler nach seinen Plänen und Visionen für die Zukunft. „Wir haben verschiedene Themen auf der Agenda und werden sie zum Teil in der Klausurtagung noch mal definieren“, antwortete dieser. 

Konkret nannte Bischler die Zukunft der Turn- und Festhalle, die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt im Rahmen des Landessanierungsprogramms, die barrierefreie Zugänglichkeit des Bahnhofs und das geplante Seniorenhaus. Ketterer vermisste in dieser Aufzählung die Themen Gewerbe und Wohnen.

Er wies darauf hin, dass sie bereits 2017 im Zug der Kandidatenvorstellung angesprochen worden seien und fragte: „Warum wird seit zweieinhalb Jahren nur geredet, aber keine beschlussfähige Vorlage im Gremium diskutiert und verabschiedet?

Eine Antwort darauf bliebt Bischler schuldig, wies allerdings darauf hin, dass sich in Bezug auf das geplante Seniorenhaus in der „Alten Post“ etwas in der Förderkulisse verändert habe, wodurch sich die Zeitschiene verschiebe.

Alternative zur Mittelgrün-Erweiterung?

„Die Unzufriedenheit im Dorf wächst“, betonte Alexandra Vollmer-Himmelsbach und fragte, ob die Verwaltung eine Alternative für die Erweiterung des Baugebiets „Mittelgrün“ in der Schublade liegen habe. Wie berichtet, hatte sich der Gemeinderat für eine Erweiterung ausgesprochen.

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Bischler hatte aber in der Dezember-Sitzung bekannt gegeben, dass sich die Bestimmungen in Sachen Hochwasser- und Lärmschutz in den vergangenen Jahren verschärft hätten und deshalb zunächst weitere Abstimmungsgespräche erforderlich seien. 

„Ich bitte die Gemeinderäte, hier weiter Druck zu machen, auch in Sachen Gewerbe“, richtete sie sich ans Gremium. Steinach sei eine schöne Gemeinde, aber sie habe das Gefühl, „dass es rückwärts geht“. 

Verwaltung arbeitet mit Hochdruck

Bischler verriet, dass es seitens der Verwaltung eine Idee für eine Alternative zur Mittelgrün-Erweitertung  gegeben habe, diese aus Naturschutzgründen aber nicht umsetzbar sei. Details wollte er aber nicht nennen. Auf Anfrage des Offenburger Tageblatts teilte er gestern aber mit, dass die Verwaltung derzeit mit Hochdruck an einer Lösung arbeite, um Bauwilligen wieder Möglichkeiten in Steinach bieten zu können. 

Auch die FWV-Ortschaftsrätin Katrin Stahl hatte sich zu Wort gemeldet, allerdings nicht in dieser Funktion, sondern mit einem privaten Anliegen. Seit drei Jahren versuche sie, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Auf mehrfache Anträge, die „verlässliche Grundschule“ in Welschensteinach 20 Minuten früher zu beginnen, habe sie bislang keine Reaktion der Verwaltung erhalten.

Bischler erklärte, dass der Bedarf laut einer Umfrage so gering sei, dass eine Erweiterung in keinem Verhältnis stehe – konkrete Zahlen habe er nicht im Kopf, versprach aber diese nachzuliefern. 

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