Vertreter des Dekanats Offenburg-Kinzigtal

Besondere Besichtigung bei Haslacher Lebenshilfe

Autor: 
Anke Kaspar
Lesezeit 3 Minuten
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16. Januar 2019

Interessiert blicken die Dekanatsvertreter hinter die Kulissen der Lebenshilfe in Haslach. ©Anke Kaspar

Eine außergewöhnliche Betriebsbesichtigung erlebten am Dienstagnachmittag Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten des Dekanats Offenburg-Kinzigtal. Unter der Führung von Franz Feger, Referent für Arbeitnehmerseelsorge, besuchten drei Gruppen mit insgesamt 35 pastoralen Mitarbeitern die Lebenshilfe-Werkstätten in Haslach.  

»Haslach ist ein Vorzeigeprojekt, da es auch noch den Club 82 gibt«, betonte Feger. Es sei vorbildlich, was hier geleistet werde. Dekan Matthias Bürkle sagte in seiner Abschlussrede: »Wir durften mit großer Freude erfahren, dass bei der Lebenshilfe der Mensch im Mittelpunkt steht.« Alles andere werde um ihn herum organisiert. Es sei nicht wie sonst in der Industrie, wo eine Anlage im Betrieb steht, die der Mensch bedient.

Der pädagogische Leiter der Lebenshilfe, Martin Schmid, hatte einen interessanten und informativen Nachmittag organisiert. Zusammen mit Gudrun Sumpp, der Bereichsleiterin der Heilpädagogischen Tagesgruppen, wurde das Leistungsspektrum der Lebenshilfe im Kinzig- und Elztal vorgestellt.

Viele Fragen gestellt

Dies betraf arbeitsbegleitende Maßnahmen wie Kunst- und Sportgruppen, Außenarbeitsplätze, Schulmensa, Heilpädagogische und Seniorentagesgruppen, Wohnhäuser und -schule, ambulant begleitetes Wohnen, Club-82-Kurse und Freizeiten, ehrenamtliche Tätigkeiten und auch Festivitäten wie beispielsweise den Kinzigtallauf. Auch die Personalrekrutierung, die Berufsausbildung bei der Lebenshilfe, Berufsfelder, Inklusion und Integration interessierten die Besucher sehr. 

Nach diesem theoretischen Teil wurde der Betrieb in Augenschein genommen. Betriebsbesichtigungen erleben die Mitarbeiter der Lebenshilfe Werkstätten immer wieder. Dieses Mal kamen aber Besucher, die sich ganz besonders für sie als Mensch interessierten. Die Seelsorger betrachteten also nicht nur die betrieblichen Abläufe. Sie achteten besonders auf das Engagement der Lebenshilfe für die ihnen anvertrauten Menschen mit Behinderung. 

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Die Besucher fragten während der Führung interessiert nach. Viele Fragen wurden vor allem darüber gestellt, unter welchen Bedingungen es möglich wird, die Lebenshilfe-Schützlinge in einem »richtigen« Produktionsbetrieb arbeiten zu lassen. Auch über den Betreuungsschlüssel, Wege in die Ausbildung und in den Betrieb wurde sich informiert.

In allen besuchten Abteilungen wurde konzentriert gearbeitet. Mal wurden Kugelschreiber bedruckt oder zusammengebaut, mal Schlüsselmäppchen genäht. Die Bandbreite der Produkte ist groß. Immer wieder suchten die Besucher Kontakt zu Arbeitern und Betreuern und sprachen Lob aus.

Blick hinter die Kulissen

»Ich schaue im Auftrag der Kirche, ob es Arbeitnehmern gut geht«, sagte Franz Feger. Er arbeitet bei der Diözesanstelle Ortenau. Zu seinen Aufgaben gehört das Besuchen von Betrieben, Gespräche mit Menschen zu führen, die Probleme im Arbeitsleben haben und auch die Betreuung eines Burnout-Cafes. Außerdem organisiert er für jedes Dekanat einmal im Jahr einen Betriebsbesuch. Es ging auch zum Beispiel schon in das Ortenau-Klinikum in Offenburg. 

»Dabei geht es nicht nur darum, was der Betrieb produziert. Es geht vor allem darum, wie es den Mitarbeitern – den Menschen dort geht«, erklärt er. »Wir möchten gern einen Einblick hinter die Kulissen, das ist uns ganz wichtig.« Pfarrer und pastorale Mitarbeiter seien wichtige Multiplikatoren. Sie sollen hinschauen und sehen, wo Menschen arbeiten und wie es den Menschen, die sie betreuen, geht.  

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