Serie "Die Schiltacher Honigmacher" (16)

Bienenschwarm macht Familie unverhofft zu Imkern

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 3 Minuten
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11. Oktober 2018

Marlene (von links), Sebastian, Louis und Carolin Lander haben für den Winter bereits rund 30 Kilogramm Honigvorrat angelegt. Ihre Bienen füttern sie bereits. ©Martina Baumgartner

Das Offenburger Tageblatt begleitet 15 Imkerschüler durch ihr erstes Bienenjahr. Dabei erfahren sie von Frieder Wolber, Vorsitzender des Imkervereins Schiltach/ Lehengericht, in der Praxis, was es rund ums Bienenjahr zu tun gibt. Heute: Sebastian und Carolin Lander machen weiter.

Großes Interesse für die Imkerei bestand bei Sebastian Lander schon lange und Bienen hätte er sich sicher auch zugelegt – irgendwann. Carolin Lander ist Lehrerin und unterrichtet unter anderem Biologie. Mit ihrer vierten Klasse hatte sie im vergangenen Schuljahr eine Unterrichtseinheit zum Thema Bienen durchgeführt – theoretisch.

Die Kinder seien so begeistert gewesen, dass sie plante, bald ein praktisches Bienenjahr mit den Kindern zu machen. Dazu wollte sie das Handwerk erst einmal von Frieder Wolber lernen.

Und plötzlich waren sie selbst Imker

Das Ehepaar schloss sich den Schiltacher Imkerschülern an. Dass die beiden bereits in diesem Jahr tatsächlich Imker werden würden, hatte sie selbst überrascht: »Wem fliegt schon ein Bienenschwarm zu«, wundert sich Carolin Lander im Gespräch mit dem Offenburger Tagblatt (wir berichteten). 

»Seit unser Nachbar Bienen hält, haben wir viel mehr Früchte in unserem Garten und wir lieben Honig«. sagt  die Schiltacherin. Also sollten die zugeflogenen Bienen auch bleiben. Wolber unterstützte seine beiden Schüler während des ganzen Bienenjahrs.

Oft kam er vorbei, schaute nach wie es den neuen Imkern mit ihren Schützlingen ging. Er gab auch Hausaufgaben – Arbeiten oder Anschaffungen, die bis zum kommenden Besuch erledigt werden mussten. »Woher hätten wir sonst wissen sollen, was bei unseren Bienen gerade ansteht und wie wir das machen müssen«, so die Schiltacher.

Imkerkollegen helfen den Neulingen

Die neuen Imker bekamen viel Unterstützung von Kollegen, durften abgelegte Magazinbeuten und Rähmchen nutzen, Verwandte sammelten leere Honiggläser und sie haben sogar eine alte Honigschleuder geschenkt bekommen. Deren Motor hat Carolin Landers Vater wieder flott gemacht und die kleine Maschine hat in diesem Jahr bereits rund 30 Kilogramm Honig aus den Waben geholt.

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»Wir haben in der Garage geschleudert, alles hat geklebt«, erinnern sich die Neuimker. Im kommenden Jahr möchten sich die Landers noch zwei oder drei Völker zulegen, damit sich der Aufwand des Schleuderns und anschließenden Saubermachens 
auch lohnt.

Handgriffe ruhig machen obwohl viele Bienen schwirren

»Es ist ein großer Unterschied, ob man allein mit den Bienen ist, oder in der Imkerschülergemeinschaft daran arbeitet«, stellt Sebastian Lander fest. Plötzlich müssen die Handgriffe selbst gemacht werden und unzählige Bienen schwirren um den arbeitenden Imker herum. 

Mit Respekt und Vorsichtig würden sie an die Arbeit mit den Bienen gehen. Um Stiche zu vermeiden – Wolber hatte beim Einfangen des Bienenschwarms gleich über 30 auf einen Schlag davon kassiert – haben sich die Landers mit Hut, Schleier, Cape und Handschuhen ausgestattet. So können sie auch ihren dreieinhalbjährigen Sohn Louis mit zu den Bienen nehmen.

Herbst- und Wintergeschäft ist schon überlegt

Das Volk steht gleich neben Landers Haus am sonnigen Häberlesberg. Oft ist die Familie in diesem Sommer vor dem Magazin gestanden und hat das Flugloch, das Wetter und die Umgebung beobachtet. Durch die Bienen würden sie die Natur intensiver wahrnehmen, die Arbeit beruhige und es sei schön, auf der Terrasse das Summen der eigenen Bienen zu hören, hat Carolin Lander erfahren.

Sebastian Lander möchte noch in diesem Jahr einen Magazinunterstand und Rähmchen für die kommende Saison bauen: »Herbst-  und Wintergeschäft«, sagt der Imker.

INFO: Der letzten Serienteil der Schiltacher »Honigmacher« ist gleichzeitig auch das letzte Treffen der Hobby-Imker. 
INFO: Alle Serienteile der »Honigmacher« finden Sie im Internet in einem Dossier gesammelt unter www.bo.de/imkerin.

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