Mühlenbach

Bier namens „Nasser Edwin“ in Mühlenbach gebraut

Autor: 
Sybille Wölfle
Lesezeit 2 Minuten
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20. Oktober 2019

Die Bierbrauer um Horst Keller (rechts) treffen sich jährlich in Mühlenbach. ©Sybille Wölfle

Zehn Bierbrauer aus dem Ortenaukreis haben am Samstag in Mühlenbach ein spezielles Bier kreiert. Getrunken wird der naturtrübe Gerstensaft nach seinem Reifeprozess beim Schlachtfest der Mühlenbacher Narrenzunft am 30. November.
 

Hinter dem Mühlenbacher Narrendomizil „Hocki-Docki“ hat es am Samstag stundenlang gebrodelt, gezischt, geblubbert, geschäumt und gedampft.

Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich dort zehn befreundete Braumeister um Gastgeber Horst Keller mit reichlich Spaß und jeder Menge Fachsimpelei an die Arbeit gemacht, um streng nach dem weltweit ältesten Lebensmittelgesetz, sowie dem deutschen Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein leckeres Bier zu brauen. 

Stundenlang musste gerührt werden

Als das Feuer, das den Sud in den Kesseln erhitzen sollte, in den zwei alten Holz-Öfen kräftig prasselte, schritten die Braumeister Paul Armbruster, Horst Keller, Werner Schmid, Harald Ketterer, Kurt Weber, Markus Bohn, Karl-Heinz Kutz, Daniel Kaspar, Clemens Schäck und Konrad Jilg zur Tat. Stundenlang musste die Maische gerührt werden, auch deren Temperatur galt es stets zu überwachen.

Mit einer Spindel wurden in bestimmten Abständen immer wieder Proben entnommen, um die Dichte zu kontrollieren. Nach zahlreichen Arbeitsprozessen, die alle unter dem hölzernen Braustern stattfanden, wie dem Hopfen, Verzuckern, Sieben und Läutern, folgte dann das Abkühlen.

Zahlreiche Zaungäste

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Erst dann durfte die Bierhefe zugesetzt werden, die die Aufgabe hat, den Malzzucker in Alkohol umzuwandeln. Jeder einzelne Arbeitsschritt wurde von den Bierbrauern, die sich über zahlreiche Zaungäste freuten, im Sud-Bericht genau dokumentiert.

Zwischendurch stärkte sich die gut gelaunte Truppe mit Schwartenmagensalat, Weißwürsten, Wienerle sowie Kaffee und Kuchen. Auch Bier und so manches Schnäpsle rannte die ausgetrockneten Kehlen hinunter. 

„Dieses Mal haben wir uns dafür entschieden, ein naturtrübes Helles zu brauen“, sagte Horst Keller, der das Haus seiner Eltern, das liebevoll „Hocki-Docki“ genannt wird,  jedes Jahr fürs Bierbrauen zur Verfügung stellt.

Frünf Wochen Reifezeit

Das Jungbier, das einen würzig-frischen Urgeschmack erhalten soll, müsse dafür jetzt mindestens fünf Wochen in Ruhe reifen, zuerst offen, dann geschlossen gären. 

„In der Zeitung haben wir vorher gelesen, dass heute der Name Edwin gefeiert wird. Und da es in strömen regnet, haben wir beschlossen unser Bier ‚Der nasse Edwin‘ zu taufen“, gab der ehemalige Narrenvater Keller bekannt. Beim Schlachtfest im vergangenen Jahr sei das Fass mit dem selbstgebrauten Gerstensaft schon kurz nach 22 Uhr leer gewesen. 
 

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