Schenkenzeller Bildstöcke und Wegkreuze (12)

Bildstöckle lag jahrzehntelang abgebrochen im Wald

Autor: 
Willy Schoch
Lesezeit 3 Minuten
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02. Dezember 2020

Bildstöckle auf dem Fräulinsberg. ©Willy Schoch

Kleindenkmale sind aussagekräftige Zeugnisse der Geschichte. Von Menschenhand mit einer bestimmten Absicht geschaffen. Es sind dies Bildstöcke, Feldkreuze, Grab- und Gedenksteine; Zeichen religiöser Gesinnung im früheren Herrschaftsgebiet Fürstenberg. Die Gemeinde Schenkenzell hat davon noch einiges zu bieten. In einer kleinen Serie im Offenburger Tageblatt stellen wir sie vor. 

Zwischen den kurzen Seitentälern der Bech und Teufelsküche, die östlich von Schenkenzell sich zur Kinzig öffnen, liegt auf einer Hochfläche von 532 Meter Höhe, der Fräulinsberg (Frowelinsberge – 1383). Weit schweift von dieser Höhe ein herrlicher Blick über die Berge des oberen Kinzigtales. Einst soll dieses ganze Gebiet auf dem Bergrücken einem frommen Edelfräulein gehört haben, das einsam in der Welt stand.

Ihr Herz hing nicht an irdischen Gütern. Eines Tages teilte sie ihren Besitz unter die Taglöhnerfamilien, welche bisher ihre einzige Hilfe waren und trat als fromme Nonne in das Witticher Waldkloster ein. Aus Dankbarkeit aber gaben die Erben diesem stattlichen Edelsitze, den sie in vier große Höfe aufteilten und getrennt bewirtschafteten, den Namen Fräulinsberg.

Einer der vier Höfe ist der Harmersbacherhof. Der älteste Hof auf dem Fräulinsberg. Erbaut 1618. Die Hofbezeichnung ist auf einen früheren Hofeigentümer namens Matheis Lehmann zurückzuführen, der um 1750 aus dem Harmersbachertal hierher zugezogen war. 

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Niemand kümmerte sich darum

Im Gewann Bech stand am alten Fahrweg von der Landesstraße zum Fräulinsberg nahe eines Steinbruches ein aus Sandstein gehauener Bildstock aus dem Jahre 1757. Jahrzehnte lag der Bildstock abgebrochen im Wald. Niemand kümmerte sich darum, bis 1987 im Rahmen der Aktion „Restaurierung der Bildstöcke und Feldkreuze“ ein eigens dafür gegründeter örtlicher Verein sich diesem Bildstock annahm. Steinmetz Herbert Maier aus Haslach war zuständig. Der Bildstock wurde an einer neuen Stelle auf dem Grundstück des Harmersbachhofes am Wirtschafts- und Wanderweg Kegelriß (Fräulinsberg) wieder aufgestellt.

Der Bildstock ist 183 Zentimeter hoch. Der Sockelstein, der oben abgefasst ist, trägt den Bildstock mit Häuschen. Der bauchige und nach oben verjüngte Stamm trägt eine Inschrift und seitlich Initialien. Darüber ist ein Häuschen mit Tabernakel und Gittertürchen. Das Dach ist zu einem nach hinten schrägen Pyramidenstumpf hochgezogen. Darauf befand sich wohl früher ein kräftiges Steinkreuz, heute ein 35 Zentimeter hohes Metallkreuz.

In die Schauflächen des Stammes sind in großen Buchstaben die Initialien der Heiligen Drei Könige (C M B) eingehauen. Die Vorderseite des Stammes nennt die Namen der Stifter: „Gott zu Ehren hat Matheis Lemann und Elsabeda Matin disen Bildstock hiehere setzen lasen 1757“. Die Seitenflächen des Stammes zeigen beidseitig je eine Kerze in einer Vase stehend mit den Initialien IHS und Maria.

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