Schiltacher Waldbrandfläche

Brandgebiet stößt auf Interesse Karlsruher Studenten

Autor: 
Martin Himmelheber
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
10. September 2018

Nicht alle wagten sich in den Steilhang: Christophe Neff (von rechts) und Holger Wöhrle besichtigten mit Studierenden das Waldbrandgebiet in Schiltach. ©Martin Himmelheber

Förster Holger Wöhrle und Geografiedozent  Christophe Neff waren mit Studenten aus Karlsruhe im Schiltacher Forst unterwegs. Sie erläuterten ihnen, wie hier am 20. August ein Waldbrand entstanden ist und welche Konsequenzen der Klimawandel für die Waldbrandgefahr hat. 
 

Ein Dutzend Geografie-Studenten aus Karlsruhe stiefeln in Schiltach ein Tälchen hoch. »Bitte passen Sie auf«, mahnt Exkursionsleiter Christophe Neff, »da geht es steil runter«.  Die Gruppe hat sich mit Förster Holger Wöhrle getroffen, um das Waldstück oberhalb des Zimmerplatzes anzuschauen, wo es am 20. August gebrannt hatte (wir berichteten). 

Nach ein paar Metern bergauf liegen schon die ersten verkohlten Stämme und Zweige im Gelände. Deutlich sind die Spuren auch des Feuerwehreinsatzes zu sehen: Der Waldboden ist fast Laub- und Nadel-los, die Wassermassen, die die Feuerwehrleute  hier hochgespritzt hatten, haben sie den Steilhang hinunter gespült.

Ursache noch unklar

Die Ursache für das Feuer sei noch unklar, berichtete Wöhrle. »Das hier ist so ein Latschariplatz, da treiben sich abends die Jugendlichen rum«, erzählt er, »aber das Feuer ist hinter dem Holzstapel am frühen Nachmittag ausgebrochen.« Auch eine weggeworfene Zigarettenkippe oder eine Glasscherbe, die das Sonnenlicht als Lupe verstärkt, hält Wöhrle für wenig wahrscheinlich. »Vielleicht waren es doch zündelnde Kinder?«

Das Feuer am Holzstoß habe jedenfalls große Hitze entwickelt und »dann ging es ratzfatz den trockenen Hang hoch.« Drei Dinge hätten dazu beigetragen, dass der Waldbrand sehr begrenzt blieb. Zum einen sei Feuerwehrkommandant Harry Hoffmann ortskundig. »Der kennt hier jeden Weg und wusste, wie man wo hinkommt.« Zum anderen war es relativ windstill. Und schließlich konnte die Feuerwehr aus der nur wenige hundert Meter entfernten Schiltach große Mengen Wasser abpumpen und in den Wald spritzen. »Bei Waldbränden hilft nur wässern, wässern, wässern.« 

- Anzeige -

Geringer Schaden

Der wirtschaftliche Schaden sei gering geblieben, auch ökologisch sei so ein Waldbrand nicht unbedingt schlimm, findet der Förster. »Auf Katastrophenflächen siedeln sich oft ganz neue Pflanzen an.«
Auch für Neff ist ein solches Brandgebiet von besonderem Interesse. Solche leicht zugänglichen Flächen finde man selten. Es wäre eine schöne Aufgabe für die Studierenden, das zu kartieren, findet er. Festhalten, wie der Ist-Zustand ist und dann in den kommenden Jahren schauen, was sich entwickelt. Wöhrle ist überzeugt: »In zwei bis drei Jahren sieht man da nichts mehr.«

Oben im Steilhang sind einige Tannen und Eichen im Wurzelbereich angekohlt: »Die Eichen könnten es vielleicht schaffen, aber die Tannen werden es nicht überstehen«, fürchtet Wöhrle. Ein paar Schritte weiter zeigt Neff auf einen wenige Millimeter hohen Keimling, der da aus dem Boden drückt: »Da kommt schon wieder was.«

Waldbrände vor 20 Jahren kaum ein Thema

Zurück am »Latschariplatz« möchte ein Exkursionsteilnehmer wissen, ob die Waldbrände hier im Schwarzwald zugenommen hätten. Als er vor etwa 20 Jahren hier her gekommen sei, seien Waldbrände noch kaum ein Thema gewesen. Im Studium habe er nichts darüber erfahren. Aber in den vergangenen Jahren so ein, zwei Mal rücke die Feuerwehr aus, um einen Waldbrand zu löschen. Die trockenen Sommer und Herbste seien gefährlich. Die Klimaveränderung finde statt, Feuerwehren und Forstleute müssten sich darauf vorbereiten. Der Großbrand bei Berlin vor einigen Wochen werde da zu einem Umdenken führen, hofft auch Neff. 

Während die beiden weiter diskutieren, ob der Einsatz von Bundeswehrhubschraubern zur Waldbrandbekämpfung möglich wäre, machen sich die Studierenden fleißig Notizen. Sami Bilgic findet die Exkursion besonders auch deshalb interessant, weil er nicht aus Baden-Württemberg stammt, hier aber Lehrer werden möchte. »Dieser Einblick ins Land ist sehr wichtig für mich.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 1 Stunde
Serie "Neue Gemeinderäte"
64 neue Gesichter wurden bei den Kommunalwahlen am 26. Mai in die Gemeinderäte des Kinzig-, Wolf- und Gutachtals gewählt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: Kordula Kovac (CDU) aus Wolfach.
vor 2 Stunden
Mittleres Kinzigtal
»The Dorph & Friends« hieß es am Samstag im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. Die 850 Tickets für das Open Air in historischer Kulisse waren seit Monaten vergriffen. Die begeisterten Fans feierten das Trio mit seinen musikalischen Begleitern bis spät in den Abend hinein.
vor 3 Stunden
Sportlich
Auch dieses Jahr beteiligt sich das Bildungszentrum Haslach wieder am Kinzigtallauf, der am 7. September zum nun schon zwölften Mal stattfindet. 
vor 5 Stunden
Wolfach
Wahlen, Ehrungen und das bevorstehende Jubiläum 2020 bestimmten die Hauptversammlung des FC Wolfach am Freitag im »Kurgartenhotel«. Nach den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen stellte Vorsitzender Peter Buchholz dabei einen Wechsel an der Vereinsspitze in Aussicht.
vor 8 Stunden
Abschluss in der Tasche
73 Realschüler des Haslacher Bildungszentrums haben ihre Abschlussprüfungen geschafft und wurden am Freitagabend offiziell »entlassen«. Etliche Schüler wurden im Rahmen der Feier für herausragende und besondere Leistungen ausgezeichnet.
vor 11 Stunden
Hausach
Die Kaufmännischen Schulen verabschiedeten am Mittwoch ihre Schüler der Abschlussklassen – die besten auch mit Loben und Preisen. Ein kleines musikalisches Rahmenprogramm verlieh der Feierstunde in der Hausacher Stadthalle Glanz.
Die Yamaha Diversion war nach dem Unfall nicht mehr fahrbereit.
20.07.2019
Schenkenzell
Glück gehabt hatte ein Motorradfahrer, weil er bei einem unverschuldeten Unfall lediglich leicht verletzt wurde. 
20.07.2019
Gutach
Edmund Stieglitz förderte Wilhem Hasemann und ermöglichte ihm den Bau seines Atelierhauses. Die freundschalftliche Verbundenheit der Kunstverständigen hatte offenbar Einfluss auf den berühmten amerikanischen Fotografen Alfred Stieglitz, der dort öfter zu Besuch war. 
20.07.2019
Hausach
Josefine Himmelsbach wird morgen beim Ökumenischen Gemeindefest verabschiedet. Sie war 20 Jahre lang als Sekretärin oft erste Ansprechpartnerin für alle Anrufer und Besucher des Pfarramts.
20.07.2019
Steinach - Welschensteinach
Welschensteinachs Ortsvorsteher Erich Maier verabschiedete in der Ortschaftsratssitzung am Donnerstag drei Ortschaftsräte aus dem Gremium.
20.07.2019
Talgeflüster
Das Talgeflüster ist ein ironischer Wochenrück- und -ausblick der Kinzigtal-Redakteure. 
20.07.2019
Pfarrgemeinderatssitzung
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: In der Pfarrgemeinderatssitzung der katholischen Seelsorgeeinheit Haslach gab es am Donnerstag intensive Diskussionen über das Projekt »Kirchenentwicklung 2030«. Dies nicht nur mit einem Rückblick auf alles, was sich bislang zu diesem Thema  getan hat....

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 17.07.2019
    Große Wiedereröffnung
    Nur einige Meter vom alten Standort entfernt – und doch ist alles neu: Am Donnerstag, 18. Juli, öffnet um 8 Uhr im Lahrer Fachmarktzentrum nicht nur ein neuer, sondern zugleich der jüngste und modernste MediaMarkt Deutschlands seine Türen.
  • Die »Stand-up-Paddle-Boards« sind der Renner des Sommers.
    12.07.2019
    Erhältlich im EMUK Store in Lahr
    Durch einsame Landschaften streifen, sich frei fühlen und die Natur genießen – Camping ist Urlaub der besonderen Art. Doch was sollten Reisende einpacken? Hier sind aktuelle Trends für den Urlaub im Freien – und im Wasser.
  • 11.07.2019
    Edelbrennerei Wurth
    Gin, Whisky, Edelbrände – alles aus der Region, alles aus einer Hand und in höchster Qualität, das verspricht die Edelbrennerei Markus Wurth aus Altenheim. Neben Kooperationen mit heimischen Partnern ist das Familienunternehmen auch im Ausland inzwischen sehr erfolgreich.
  • 10.07.2019
    Offenburg
    Essensstände mit besonderen Leckereien sorgen für Genuss, Musiker und Illumination für Flair: Bei »Genuss im Park« wird der Offenburger Zwingerpark ab Donnerstag, 25. Juli, und bis Samstag, 27. Juli, wieder das stilvolle Ambiente für ein besonderes Fest sein.