Gutach

Bürger investieren in Windenergie

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
18. September 2015

Rund drei Prozent sichere Rendite soll die Beteiligung an einem der drei Windräder auf der Prechtaler Schanze an die Mitglieder der Energiegenossenschaft ausschütten. ©Archivfoto

Mit einem so großen Ansturm auf den Informationsabend zur Bürgerbeteiligung am Windpark Prechtaler Schanze hatten die Gutacher nicht gerechnet. Rund 200 Interessierte waren gekommen – darunter allerdings kaum Gutacher.

Die Solaranlagen hätten ihren guten Sommer gehabt, für die Wasserkraft gebe es nun den Segen von oben, und am 16. Oktober schlage die Stunde der Windkraft, sagte Bürgermeister Siegfried Eckert in der für ihn überraschend gut besuchten Festhalle am Dienstagabend. An diesem Tag nämlich gingen die ersten drei Windräder des Windparks »Prechtaler Schanze« in Betrieb. Wie sich die Bürger daran beteiligen können, war Thema dieses Informationsabends.

Eine Bürgerbeteiligung sei ihm und dem Gemeinderat von Anfang an wichtig gewesen, erläuterte Eckert. Die Gemeinde Gutach wird sich übrigens auch selbst beteiligen, verriet nach der Veranstaltung im Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt. Wenn die Gemeinde für aufgenommenes Geld weniger Zinsen zahlen muss als die sichere Rendite aus der Windkraft, könne man schließlich keinen Fehler machen.

Vorstandssprecherin Brigitta Schrempp stellte die Bürgerenergiegenossenschaft vor.  (siehe Stichwort). Jedes Genossenschaftsmitglied kann bis zu 40 Anteile à 500 Euro – insgesamt also bis 20 000 Euro zeichnen. Dies sei noch bis zum Ende des Jahres möglich. Die Formulare gibt es in der Bezirksstelle Hausach des E-Werks Mittelbaden oder als Download unter www.beg-mittelbaden.de. Die Zulassung der neuen Genossenschaftsanteile und die Einforderung des gezeichneten Kapitals erfolge im Januar 2016.

Gemeinsam mit Projektleiter Stefan Böhler, der noch einmal den Bauverlauf skizziert hatte, und Martin Wenz vom E-Werk Mittelbaden beantwortete sie die vielen Fragen der Besucher des Abends. Brigitta Schrempp zeigte sich sicher, dass die Rendite von rund drei Prozent nach Steuern gehalten werden kann.

- Anzeige -

»Wir rechnen konservativ«, betonte Martin Wenz, dass diese Zahlen eher an der unteren Grenze liegen. Die zweijährige Messung durch den TÜV-Süd habe gute Ergebnisse gebracht. Selbstverständlich sei die zentrale Größe für die Wirtschaftlichkeit der Windertrag. In die Berechnung fließe später jeweils der mittlere Ertrag aller drei Windanlagen in die Berechnung ein.

Stillstand versichert

Stefan Böhler sprach von einem Wartungsvertrag über 20 Jahre – in der Regel »halten die Windkraftanlagen aber deutlich länger«. Der Stillstand wurde versichert und mit einer Blattheizung werde verhindert, dass die Anlage im Winter wegen der Gefahr eines Eisschlags abgeschaltet werden müsste.

Insgesamt sei die Genossenschaft mit bis zu 75 Prozent an einem der drei Windräder beteiligt, das entspräche einem Kapital von rund vier Millionen Euro. Die restlichen 25 Prozent träg das E-Werk Mittelbaden. Und wenn nun nicht genügend Anteile durch Mitglieder gezeichnet werden? Dann werde ein Finanzierungskonzept erstellt. Wenn mehr Anteile gezeichnet würden, sei es denkbar, die Zahl der Anteile herunterzusetzen, davon gehe sie aber nicht aus.

»Es ist sehr gut angelaufen«, berichtete Brigitta Schrempp gestern auf OT-Anfrage. Seit dem Abend seien bereits rund 1600 Anteile gezeichnet worden.

Stichwort

Genossenschaft

Die Bürgerenergiegenossenschaft besteht seit 4. Oktober 2012, sie hat derzeit 844 Mitglieder. Von den 1,53 Millionen Euro Einlagen sind 1,1 Millionen investiert. Die erste Divendende wurde in diesem Jahr mit 3,1 Prozent ausgeschüttet. Die Genossenschaft beteiligt sich bereits an den Photovoltaikanlagen Mattenhof in Gengenbach und Freizeithof Langenhard in Lahr sowie am Windpark Berghülen Schopfloch. In Vorbereitung sind derzeit eine Beteiligung an der Wasserkraftanlage in Zell, an der PV-Anlage der Technischen Betriebe Offenburg und an der Windkraftanlage Prechtaler Schanze. Dafür ist die Genossenschaft bis zum 31. Dezember 2015 für weitere Mitglieder geöffnet, auch bestehende Anteile können bis dahin erhöht werden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 1 Stunde
Rund 300 Freiwillige dabei
Die vom Frühjahr auf den Herbst verschobene Ortenauer Kreisputzete hat laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung in Haslach auch unter veränderten Bedingungen eine gute Resonanz erfahren. 
vor 1 Stunde
Fischerbach
Die Kindertageseinrichtung Wunderfitz in Fischerbach ist gut aufgestellt, das wurde am Montagabend in der Gemeinderatssitzung deutlich. Infos gab es auch zum Umgang mit Corona in der Einrichtung.
vor 1 Stunde
Oberwolfach
Eine positive Zwischenbilanz zog Bürgermeister Matthias Bauernfeind am Dienstag zum Ende der Gemeinderatssitzung mit Blick auf den Stand der Corona-Krise vor Ort: Er bedankte sich, „dass unser Mini-Lockdown so gut funktioniert hat und sich alle Beteiligten daran gehalten haben“.  
vor 1 Stunde
Oberwolfach
Groß war der Andrang zur für den 9. Oktober geplanten Problemstoffsammlung in Oberwolfach. So groß, dass zwei der drei Lastwagen direkt wieder abdrehten und die Aktion ausfiel. Jetzt steht der Nachholtermin – an anderer Stelle.  
vor 1 Stunde
Oberwolfach
Lorbeeren für langjährigen Einsatz: Bürgermeister Matthias Bauernfeind verabschiedete am Dienstag zu Beginn der Gemeinderatssitzung in der Festhalle Irma Gebert und Gabriele Kappes aus dem Dienst der Gemeinde. 
vor 1 Stunde
Kinzigtal
Die Aktion „Offen für Kunst“des Kunstvereins Kinzigtal war am Wochenende ein Erfolg (wir haben berichtet). Inzwischen steht auch fest, wer bei der Verlosung ein Kunstwerk gewonnen hat.
vor 8 Stunden
Wolfach
Glühwein und Gedränge im Spitzweckendorf zu Wolfachs Kuchenmarkt wird es 2020 nach der Absage durch den Gemeinderat nicht geben. Doch ganz ohne Kuchenmarkt soll Wolfach deshalb nicht bleiben: Das Forum Zukunft plant eine Ausstellung mit dem Gewerbeverein und sucht Leihgaben.
vor 11 Stunden
Ein Hornberger kommt
Die Dirigentensuche des Musikverein „Harmonie“ Steinach war erfolgreich.  
vor 11 Stunden
Oberwolfach
„Dickes Ende“ des Gelbachbrücken-Neubaus: Fast 180 000 Euro über der Kostenberechnung lag die Schlussrechnung laut Gemeinde. Doch im Rat rückte das Ingenieurbüro die Zahlen gerade.
vor 17 Stunden
Fischerbach
In Fischerbach geht es mit der Breitbandversorgung vorwärts, das war eine gute Nachricht in der Gemeinderatssitzung am Montag. 
vor 20 Stunden
Kugelschreiber mit integrierten USB-Sticks
Wie ein insektenfreundlicher Garten gestaltet werden kann, will der BUND Mittleres Kinzigtal mit Hilfe von Kugelschreibern mit integrierten USB-Sticks an Bauherren herantragen.  
vor 20 Stunden
Hornberg
Historischer Verein passt alle Aufführungen den aktuellsten Regeln an. Die Maske ist in der Hornberger Stadthalle nun auch während der Vorstellungen ein Muss. 

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Bei Möbel Seifert in Achern werden fünf Jahre lang Serviceleistungen bei Polstermöbeln garantiert.
    21.10.2020
    Große Herbstaktion bei Möbel Seifert: 5 Jahre Service für neue Polstermöbel
    Möbel Seifert in Achern ist dafür bekannt, dass Angebot und Service ständig optimiert werden. Nach der Sortimentserweiterung um die HOME-Kollektionen werden aktuell bis zum 14. November Herbst-Aktionswochen geboten. Sie beinhalten Sparpreis-Angebote in allen Sortimenten sowie Serviceleistungen bei...
  • Das Team der Postbank Finanzberatung und der Postbank Immobilien Ortenaukreis.
    20.10.2020
    Das Postbank Immobilien Team Ortenaukreis bietet Kompetenz rund um die eigenen vier Wände
    Ein neuer Job in einer anderen Stadt oder unerwarteter Nachwuchs - Gründe, die eigene Immobilie zu verkaufen oder sich eine Neue zu suchen, gibt es viele. Um die Ausschau nach geeigneten Interessenten oder Angeboten schneller voranzutreiben, ist es ratsam, auf die Unterstützung von Profis zu zählen...
  • Petra Brosemer ist Immobilienfachwirtin und Inhaberin von Brosemer Immobilien in Zell am Harmersbach.
    16.10.2020
    Fair, transparent und ehrlich: Brosemer Immobilien vermittelt Werte
    Wenn ein Haus oder eine Wohnung die Eigentümer wechseln, dann ist das sehr viel mehr als nur ein Gang zum Notar. Eine Immobilie zu vermitteln heißt auch immer, zwischen Menschen zu vermitteln. „Wir können beides“, sagt Petra Brosemer, Immobilienfachwirtin und Inhaberin von Brosemer Immobilien in...
  • Die App heyObi bietet viele Vorteile für die Kunden.
    12.10.2020
    Herunterladen und 10 % Rabatt kassieren – nur im Oktober / 7 Obi-Märkte in der Region sind dabei
    Die kostenlose heyObi-App ist der digitale Begleiter im Alltag und bietet Inspiration sowie zahlreiche Tipps und Tricks rund um Haus und Garten. Registrierte Nutzer der App genießen weitere attraktive Angebote, wie zum Beispiel die digitale Beratung von Fachberatern, zielgerichtete Navigation in...