Oberwolfach

Bürgerinitiative »Radlos« kritisiert Gutachten als falsch

Autor: 
Berit Hohenstein
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21. November 2016
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Vorsitzender Theo Feger übte in seinem Rückblick harsche Kritik. ©Berit Hohenstein

In der ersten Hauptversammlung der Bürgerinitiative »Radlos – Windvernunft an Wolf und Kinzig« am Freitag im Hotel »Drei Könige« in Oberwolfach zog der Vorsitzende Theo Feger Bilanz – zum Teil mit harscher Kritik an Politikern, Gemeinderat, Bürgermeister und anderen gewählten Vertretern der Bürger.
 

Oft habe Feger auf seine schriftlichen Anfragen einfach keine Antwort erhalten, berichtete er. Vor allem der Oberwolfacher Gemeinderat scheine sich nicht für die Problematik zu interessieren.

»Für Oberwolfach entscheiden, nicht für die Ämter«

»Man lässt sich viel zu arg treiben von der Baurechtsbehörde oder dem Regierungspräsidium, dabei hat die Gemeinde die Planungshoheit. Ihr müsst für Oberwolfach entscheiden, nicht für die Ämter«, sagte Feger an die Adresse von Bürgermeisterstellvertreterin Erna Armbruster. Falsche oder beschönigte Gutachten und Informationen »weit ab von jeglicher Realität« und die Erkenntnisse anderer betroffener Gemeinden veranlassten die Bürgerinitiative, immer weiter zu recherchieren. »Was hier im Vorfeld alles passiert ist, hat nichts mehr mit der viel propagierten Bürgerbeteiligung zu tun, wir sind so weit gesunken, dass man die Stimme der Bürger nicht mehr hören will.«

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Oft werde Feger um Informationen gebeten und zu Beratungen hinzugezogen. »Viele der umliegenden Gemeinden haben erst durch unsere Aktivitäten mitbekommen, was Sache ist. Es ist überall dasselbe Problem, die hatten einfach keine Informationen.« Der Vorsitzende berichtete zudem von Problemen der Gemeinde Schuttertal mit den bestehenden Windkraftanlagen und von Schallgutachten, die »einfach nur falsch« seien und von den Betroffenen für viel Geld im Nachhinein widerlegt werden müssten.

Wilhelm Schmieder: »Das ist alles schlichtweg gelogen.«

Kassierer Wilhelm Schmieder monierte, auch das Auerhuhn-Gutachten sei falsch, da sich mehrere Bürger gemeldet hätten, die Auerhühner in dem betroffenen Gebiet gesehen hätten. Schmieder: »Das ist alles schlichtweg gelogen.«

Lob und viel Beifall gab es für Theo Feger für seinen Einsatz. »Wir würden jetzt nicht mit dem großen Wissen dastehen, wenn wir ihn nicht hätten«, betonte Udo Schacher. »Bisher ist alles schöngeredet worden, aber wir sind keine Querulanten, wir machen das wirklich nur zum Wohl der Bürger«. Im Anschluss an den offiziellen Teil kam Biologe Wolfgang Epple zu Wort, wissenschaftlicher Beirat im Landesverband der Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen in Natur und Kulturlandschaften. »Sie wehren sich zu Recht, denn ihre Heimat steht für einen sehr fragwürdigen Ertrag auf dem Spiel«, meinte Epple.

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