Chormusik mit viel Klamauk

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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04. Juli 2017

Ein mitreißendes Konzert boten am Sonntag die »Ohrwürmer« des Gesangvereins »Schwarzwald« Oberried bei Freiburg vor fast ausverkauftem Haus im Alten Kloster.

»Ohrwürmer« nennen sie sich, die 13 Männer der »Eliteabteilung« des Männergesangvereins »Schwarzwald« Oberried und bezeichnen sich selbstbewusst als die »älteste Boygroup zwischen Zastler und Notschrei«. Sie haben unglaubliches Talent zu kabarettistischem Umgang mit Chormusik und zelebrieren ihre Auftritte in einer Choreografie, die das Publikum immer wieder zu begeistertem Applaus hinreißt.
  Zu den Klängen von „Willkommen“ marschieren die »Ohrwürmer« ein und stellen sich einzeln auffallend brav mit einem Knicks vor – und starten gleich ihren ersten Knüller »Jetzt ist Sommer« in perfekt-rhythmischem Gesang und streng synchronen, aberwitzigen Bewegungen. Und sogar als »Schloofkappe« machen sie in ihrem Schlummer-Outfit bei »Mr. Sandmann« eine gute Figur.
Machos auf der Bühne
Dann gibt ein Sprecher eine Warnung heraus: »Männer, haltet eure Frauen fest!« Denn was die »Ohrwürmer« nun bieten, ist parodistisch überzeichnete Erotik pur, mit der sich die Männer als Machos in Position bringen oder in ihren Fanschals nachdrücklich ihre männliche Affinität zum Fußball demonstrieren. Und dann gehen sie auch noch, mit bunten Handtüchern ausgestattet, mit »Splish Splash« baden und schicken derweil ihr Publikum zur Erholung in die Pause.
Aber danach geht’s erst richtig los: Das rappen sie als »Staumacher« stolz über ihre selbst fabrizierten Staus, um dann mit »How deep is your Love« in rührend schöne Töne auszubrechen. In »Aber sonst gesund« bekommen die Hypochonder und Pillenschlucker ihr Fett weg und dann ist Herbert Grönemeyer an der Reihe, den sie mit dem verulkten Song »Männer« gehörig auf den Arm nehmen, um dann die eigentliche innere Weichheit des Machos mit Kerzen in der Hand rührend zu demonstrieren. 

Aber auch von Krisen Geschüttelten aus den eigenen Reihen lassen sie Hilfe zukommen, so dem »Gigolo«, den sie mit unterstützendem Gesang ins Publikum schicken – und die Warnung gleich hinterher: »Geben Sie ihm kein Geld, auch wenn er bettelt!« Auch der verschüchterte Landwirt bekommt zur Partnerinnensuche Hilfe: Er darf das Lied anstimmen »Ich brech’ die Herzen der schtolzeschten Frau’n«. Eine fast schon irre Tanznummer in exzentrischer Choreografie legen sie bei »Rama Lama« auf die Bretter, um dann als verwegene Gestalten mit »Hit the road Jack« Furcht und Schrecken zu verbreiten – unheimlich rhythmisch und in ausgeklügelten Bewegungen.

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Dreifache Zugabe
Der Beifall des rundweg begeisterten Publikums war unbeschreiblich und ohne Zugabe durften die »Ohrwürmer« nicht von der Bühne. Es wurden dann sogar drei: »Don’t worry, be happy« mit einem leibhaftigen, heilsverkündenden Guru, »Bratislava Lover« mit einem vor Erotik nur so strotzenden Macho und das herzallerliebste Gute-Nacht-Lied: »La Le Lu«.

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