Wahlkreis Rottweil

Daniel Karrais (FDP) stellt sich Fragen zur Landtagswahl

Autor: 
red/lr
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08. März 2021

Daniel Karrais ist seit zwei Jahren als Nachrücker Mitglied des Landtags. ©FDP

Wer sind die Menschen, die ihren Wahlkreis in den kommenden fünf Jahren im baden-württembergischen Landtag vertreten wollen? Das Offenburger Tageblatt hat mit Kandidaten im Wahlkreis Rottweil gesprochen, um das herauszufinden. Heute stellen wir Daniel Karrais aus Rottweil vor, der seit zwei Jahren für die FDP im Landtag sitzt.
 

Warum treten Sie für den Landtag an? 
Schon immer habe ich mir angeschaut, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt und versucht zu erfahren, wie man diese umsetzen kann. Darum bin ich in die Politik gegangen, um nicht nur zu motzen, sondern zu machen. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren als Abgeordneter ein Netzwerk aufgebaut, das ich in den nächsten fünf Jahren nutzen kann, um etwas zu bewegen. Es gibt viel zu tun. Von der (digitalen) Infrastruktur bis hin zum Aufbau einer Wasserstoffmodellregion als Chance, um dem Wandel in der Autobranche zu entgegnen. Im direkten Kontakt mit den verschiedensten Leuten erfahre ich, wo die Handlungsfelder sind. Ich bekomme so viele verschiedene Eindrücke und versuche dabei immer etwas für die Bürger zu bewegen. Ich brenne dafür und deshalb möchte ich weiterhin Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Rottweil bleiben.

Welche drei Ziele wollen Sie für Ihren Wahlkreis unbedingt verwirklichen?
Im Wahlkreis Rottweil und dem ganzen Land möchte ich die Digitalisierung vorantreiben. Wir müssen runter von den Zuschauerrängen und rein in die Gestaltungsrolle, denn der digitale Wandel ist nicht aufzuhalten. Wir brauchen Glasfaser bis in jedes Gebäude, um die halbherzige Infrastruktur im Kreis auf die nächste Stufe zu bringen. Das ist auch eine wichtige Grundlage für den Ausbau des Mobilfunks mit und ohne 5G. Für die Wirtschaft will ich eine Wasserstoffregion aufbauen, in der durch Produktionsanlagen, Tankstellen und der Herstellung von Bauteilen hierfür neue Arbeitsplätze entstehen können. Die Verkehrsanbindung ist ebenso wichtig. Die Talstadtumfahrung in Schramberg muss weiter begleitet werden, genauso wie die Bewegung beim Ausbau der Gäubahn und des Ringzugs.

Wofür schlägt Ihr Herz? 
Für meine Heimat, den Kreis Rottweil, und für die Freiheit. Ich bin im Kreis Rottweil großgeworden und trotz verschiedener Stopps in Stuttgart und Australien bin ich sehr gerne wieder in den Kreis zurückgekehrt. Man merkt erst, wie gut man es hat, wenn man mal die weite Welt gesehen hat. 

Was geht Ihnen an die Nieren?
Der Umgang mit den zahlreichen geschlossenen Betrieben bereitet mir Sorgen. Die Wirtschaftshilfen lassen zu lange auf sich warten, es gibt kaum Perspektiven. Hier kann es noch zu einem bösen Erwachen kommen. Ich betrachte mit Sorge, dass viele Menschen in der Corona-Pandemie das Vertrauen in den Staat verlieren. Der Pragmatismus ist uns abhandengekommen und das bremst uns gewaltig aus.

Was war Ihre größte Jugendsünde? 
Bei diversen Partys habe ich vielleicht etwas zu sehr auf den Putz gehauen, aber sonst wohl vor allem die Frisur.

Was war Ihr größter politischer Erfolg? 
Es gibt jetzt Zulagen im Landesdienst für besondere Fachkräfte, insbesondere in der IT. Das geht auf einen Haushaltsantrag von mir im Landtag zurück, in dem ich das vorgeschlagen habe. Die Verwaltung hatte bisher starke Probleme dringend benötigte IT-Fachleute zu finden, um die Digitalisierung anzugehen. Das geht jetzt hoffentlich besser.

Und Ihr größter politischer Fehler? 
Bei einer Entscheidung im Stadtrat von Rottweil zu den Gebühren in den Kindertagesstätten hätte ich mich im Nachhinein anders entschieden. Die Kosten für Stadt und Eltern waren viel höher als angenommen.

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Warum sollten die Wähler aus dem Wahlkreis Rottweil für Sie votieren? 
Ich bin seit zwei Jahren im Kreis Rottweil und der Region unterwegs. Ich rede nicht nur vor Wahlen mit den Leuten, sondern dauernd. Ansonsten stehe ich für eine vernünftige und innovative Politik. Wer Lust auf Fortschritt und Vorankommen hat, der sollte für die FDP und mich stimmen.

Wie tragen Sie persönlich zum Klimaschutz bei? 
Ich versuche, so gut es geht, auf die Nutzung meines Autos zu verzichten. Nach Stuttgart fahre ich beispielsweise meistens mit dem Zug, ins Büro laufe ich, wenn ich nicht gerade Termine im Kreis verteilt habe. Ansonsten achte ich darauf Gegenstände mehrfach zu verwenden oder zu recyceln.

Welche Folgen der Corona-Pandemie haben Sie am Stärksten getroffen? 
Vor allem, dass viele Leute von uns gegangen sind, die vielleicht noch am Leben wären. Durch verschiedene Termine im Wahlkreis habe ich außerdem gesehen, was für Schicksale die Pandemie schreibt. Sei es der Gastronom, der den Betrieb nicht mehr aufrechterhalten kann oder der Einzelhändler, der in Privatinsolvenz gehen muss. Ganz persönlich trifft mich aber mittlerweile das Social-Distancing. Was zu Beginn der Pandemie durch Zoom-Calls mit Freunden kompensiert wurde, nagt mittlerweile etwas an mir

Inwiefern ist unser föderales System bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie hinderlich? 
Das föderale System entfaltet in der Pandemie seine Stärken. Es kann regional entschieden werden, je nach Lage. Ich verstehe, dass es für die Bürgerinnen und Bürger zum Teil schwer zu sehen ist, dass Bundesländer trotz ähnlicher Inzidenzen unterschiedlich handeln. Aber letztlich kann uns das doch gleich sein, was in Schleswig-Holstein gilt. Entscheidend ist, dass man politisch einen Wettbewerb hat, der das Vorgehen der übervorsichtigen und der weniger vorsichtigen Länder ausbalanciert.

Auf welche kulturelle Veranstaltung freuen Sie sich nach dem Ende des Lockdowns besonders? 
Definitiv auf die Fasnet im nächsten Jahr. Das fehlt mir dieses Jahr schon sehr.

Lassen Sie sich gegen das Coronavirus impfen? 
Ich bin wohl aufgrund meines Alters erst spät dran, aber wenn es soweit ist, werde ich mich impfen lassen.

Was twittern Sie am Abend der Landtagswahl? 
#wedidit Ich freue mich darauf meine Impulse für unser Land einzubringen.

Stichwort

Entweder - oder?

  • Weinfest oder Biergarten?     Biergarten
  • Stadt oder Land?    Land
  • Ausschlafen oder Gottesdienst?    Ausschlafen
  • Tempolimit 130 auf Autobahnen oder freie Fahrt?     Freie Fahrt voraus, sofern es der Verkehr zulässt.
  • Fußball oder Handball?     weder noch – Motorsport
  • Cannabis legalisieren oder weiter verbieten?     Kontrolliert legalisieren
  • Serie oder ein Buch?     Serie
  • Vegetarisch oder Fleischgericht?     Je nach Laune
     
Zur Person

Daniel Karrais

  • Daten: geboren 1990 in Tübingen, Wohnort in Rottweil
  • Privates: verheiratet
  • Beruf: Landtagsabgeordneter, Maschinenbauingenieur
  • Hobbys: Kochen, Wandern, Tauchen

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