Volksbank Mittlerer Schwarzwald verabschiedet Manfred Kuner

"Der Kapitän geht von Bord"

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11. Januar 2019

Manfred Kuner (von links) erhielt von seinen Vorstandskollegen Oliver Broghammer, Rainer Engel und Martin Heinzmann unter anderem die von Künstler Jochen Scherzinger gestaltete neue Mastercard als Foto. ©Petra Epting

Mit einer würdigen Abschiedsfeier und vielen hochkarätigen Gästen verabschiedete die Volksbank Mittlerer Schwarzwald am Freitag ihren langjährigen Vorstandsvorsitzenden Manfred Kuner in den Ruhestand. In neun Grußworten beleuchteten die Redner seine berufliche Karriere und humorvoll noch so manch andere Eigenschaft.

Stehende Ovationen der 150 Gäste aus Politik und Sport aus Bund und Land, die »erste Garde« der genossenschaftlichen Bankenfamilie, zahlreiche Bürgermeister, die Familie und Freunde und das von Andi Hör gesungene und musikalisch von den »Wombats« begleitete »My way« waren gestern der Schlussakt unter die würdige Abschiedsfeier von Manfred Kuner. Er gehörte nicht nur 32 Jahre lang zum Vorstand, sondern war auch 26 Jahre dessen Vorstandsvorsitzender, zuletzt von der fusionierten Bank Mittlerer Schwarzwald. Und sie verabschiedeten ihn mit den Kurt-Tucholsky-Zitat: »Entspanne dich, gib das Steuer aus der Hand und trudle durch die Welt. Sie ist so schön«. 
Dem neuen Vorstandsvorsitzenden, Martin Heinzmann, oblag es, die illustre Gästeschar zu begrüßen und durch die drei Stunden Abschied zu führen. »Eine Höchstleistung in straffem Zeitplan mit neun Grußworten«. In jedem einzelnen kam zum Ausdruck, was Manfred Kuner auszeichnet und was an ihm so geschätzt wird: Seine Nähe zu den Menschen. Die zeigte sich auch gestern wieder. Jeden Gast nahm er in den Arm, hatte für alle herzliche Worte übrig und versprühte einmal mehr die gute Laune und den Optimismus, deren man sich bei jedem Zusammentreffen sicher sein konnte. 

"Eine Ära endet"

Zwischen den Grußworten nahmen die Musiker von »Wombats« die Gäste mit auf Zeitreise und hatten aus den verschiedenen Jahren eingängige Stücke berühmter Bands herausgesucht. »Der Kapitän geht von Bord. Es endet eine Ära«, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Otto Bonath. Er zeichnete in sehr persönlichen Worten den Werdegang Kuners vom Lehrling zum Chef nach, der seine Laufbahn am 1. September 1970 begann, und blickte auf dessen »anstrengendes, aber befriedigendes Berufsleben«. Er sei der Zahlenfreak des Schwarzwaldes, ehrgeizig und motiviert, extrem nah am Kunden und mit enormem Arbeitspensum. Kurzum: Ein Glücksfall für die Bank. Doch es kamen noch viel mehr Eigenschaften ans Licht: Kuner als Workaholic, als Liebhaber guten Essens, als Skifahrer und Golfspieler, mit Interesse an alten Kirchengebäuden und am SC Freiburg sowie am FC Bayern, aber auch als Fan von Oldtimern und schnellen Autos. Letztere allerdings brachten ihm auch »ein gut gefülltes Konto in Flensburg ein«, verriet Uwe Fröhlich, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank AG. Dieser hatte aber noch weiterrecherchiert und bezeichnete ihn nicht nur als »Vollblutbankkaufmann der alten Schule«, sondern informierte ferner über 250 nicht genommene Urlaubstage. Mit viel Einsatz habe er immer die erste Spur gezogen und war Triebfeder und Vorbild für den Erfolg des Großen Ganzen.

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Stets Weitblick bewiesen

»Ein Urgestein des Schwarzwaldes, ein richtiger Kerl«, lobte Marija Kolak, die Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Sie zeigte sich beeindruckt von Kuners regionaler Verwurzelung, der Mitgliederförderung, dem Weitblick und wie er den genossenschaftlichen Gedanken repräsentierte und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter als wichtigstes Kapital vorantrieb. 
Yvonne Zimmermann, Vorstandsvorsitzende der Akademie der Deutschen Genossenschaften, ging auf das fast 20-jährige Engagement Kuners ein, in der er die Akademie in Montabaur mitgeprägt habe. »Sie waren ihrer Zeit immer voraus«. Sie dankte aber auch den Kollegen, die solch ein Engagement zulassen müssen. Von Roman Glaser, dem Präsidenten des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, gab es die goldene Ehrennadel samt Urkunde. Kuner sei den Wandel immer mitgegangen, hob auch er hervor, wie sich der gebürtige Schonacher für die Menschen und die Bildung einsetzte.  Ja und dann traten »Thomas und der Bürgermeister« auf den Plan: Thomas Burger, Geschäftsführer der Burger Group, und Jörg Frey, Schonachs Bürgermeister. Ihre schonungslose »Abrechnung« mit dem engen Freund, »dem VIP der Verkehrssünderkartei, dem Ehrenbürger Flensburgs, der schneller ist, als die Polizei erlaubt«, war mit ihren vielen Anekdoten das Salz in der Suppe der Abschiedsfeier. »Der Mitarbeiter als Mensch hatte hohen Stellenwert und er war das Vorbild«, sagte Vorstandsmitglied Rainer Engel in der kollegialen Abschiedsrede und blickte auf »legendäre Sitzungen«.

»Verdammt gute Jahre«

»Es waren verdammt gute Jahre. Ich habe diesen Abschied genossen, auch wenn manches viel zu übertrieben war, und ich bin ein Glückspilz, solche Freunde zu haben«, las Manfred Kuner humorvoll am Ende aus dem Tagebuch eines Rentners vor und verabschiedete sich mit den Worten Hape Kerkelings: »Ich bin dann mal weg«.

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