Pfarrgemeinderatssitzung

Deutliche Kritik an »Kirchenentwicklung 2030« aus Haslach

Autor: 
Reinhold Heppner
Lesezeit 2 Minuten
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20. Juli 2019

Klare Worte zum Projekt »Kirchenentwicklung 2030« fand unter anderem Pfarrer Helmut Steidel. ©Archivfoto: Manfred Pagel

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: In der Pfarrgemeinderatssitzung der katholischen Seelsorgeeinheit Haslach gab es am Donnerstag intensive Diskussionen über das Projekt »Kirchenentwicklung 2030«. Dies nicht nur mit einem Rückblick auf alles, was sich bislang zu diesem Thema  getan hat. Vielmehr mache sich der Pfarrgemeinderat insgesamt Sorgen über die Zukunft der Kirche. 

Die angedachte neue Seelsorgeeinheit Kinzigtal soll vom Harmersbachtal bis hin zum Hinteren Wolftal und bis nach Wittichen reichen. Ein Pastorales Zentrum bilde dann auch das Verwaltungszentrum, in dem der leitende Pfarrer auch seinen Sitz haben werde. 

Eckhard Schmieder (Fischerbach) ärgerte sich: »Ich habe Wut auf Erzbischof Stefan Burger, der sich nicht auftut und an uns Christen vorbei geht«. Er fordert ein konkretes Mitspracherecht beim Finden künftiger Lösungen. Diese Lösungen müssten für die Menschen und nicht für den Klerus gefunden werden. Das Verhalten der Kirche von Oben mache den Laien es immer schwerer in der Kirche weiter zu wirken.     

Kritik von Pfarrern

Klare Worte zur »Kirchenentwicklung 2030« fand auch Pfarrer Helmut Steidel. Zunächst berichtete er über das Treffen mit Erzbischof Stefan Burger zu dem Thema der Zukunft der Kirche. Von vielen der anwesenden Pfarrer sei offene Kritik vorgebracht worden.

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Die Gefahr wurde deutlich gesehen, dass durch die neuen großen Seelsorgeeinheiten für die Gläubigen die Kirche immer anonymer werde und sich die Kirche immer mehr vom Menschen entferne. »Ich halte das ganze Projekt für falsch« ist seine persönliche Meinung. 

Über Schatten springen

Die Zukunft müsse nicht nach der Zahl der Pfarrer ausgerichtet werden. Es müsse in der Kirche andersrum gehen. Die Pfarrgemeinden müssten seelsorgerische Ansprechpartner bekommen,  gleich ob männlich oder weiblich – müsse es möglich sein, das am Sonntag auch ohne Pfarrer Eucharistifeiern gehalten werden können. Die Kirche müsse endlich über ihren Schatten springen und sich weiterentwickeln, das Zölibat sei kein Dogma, meinte Steidel. 

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Bruno Prinzbach warf die Frage ein, wie sich das Gremium positionieren könne oder ob die Einflussmöglichkeiten der Pfarrgemeinderäte begrenzt sei. Es sei ein ausdrücklicher Wunsch des Erzbischofs, dass Meinungen der Gremien und auch von Privatpersonen eingebracht werden. Viele Pfarreien haben bereits, teils sehr kritisch, an die Erzdiözese geschrieben, sagte Steidel. 

Man verblieb, dass ein Gremium unter Mitwirkung von Bruno Prinzbach und Helmut Steidel alle Dinge kritisch herausarbeiten werden und der Pfarrgemeinderat dann in seiner nächsten Sitzung über einen entsprechenden Brief an den Erzbischof Burger entscheiden werde.

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