Schwarzwaldkrimi zum Mitschreiben

Die "Auferstehung" der Petra Gräfner

Autor: 
Christoph W. Bauer und Leserautoren
Lesezeit 8 Minuten
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19. November 2020

Der neue Kommissar Landmann (rechts) besucht Hermann Gräfner, als eine Frau auf den Hof spazierte.  ©Stefan Dinter

Schwarzwaldkrimi (2): Die erste Fortsetzung ist ausgewählt. Sie kommt von einer Leserin aus 
Wolfach. Es wird spannend – nun sind unsere Leser wieder an der Reihe. 

Christoph W. Bauer aus Innsbruck schrieb erneut den Plot für unseren zehnten und letzten Schwarzwaldkrimi zum Mitschreiben. Was bisher geschah: 
Isabella Bahler war gerade dabei, das Kommissariat an ihren Nachfolger Kommissar Landmann zu übergeben. Sie war bei einem Fall im vergangenen Jahr angeschossen worden und hatte sich von der Verletzung nie richtig erholt. Sie war gerade dabei, Abschied zu nehmen, da kam ein Anruf. Der neue Kommissar nahm ab. Ein Hermann Gräfner meldete seine Partnerin als vermisst. 

Bellaballa, wie die Kommissarin in der ganzen Stadt genannt wird, kennt Gräfner gut. Es sei kein Wunder, dass es Sabine Merz nicht mehr bei diesem Scheusal von Mann ausgehalten habe. 
Sie erzählte dem jungen Kommissar, dass Gräfners ehemalige Ehefrau Petra vor sieben Jahren nicht mehr von einer Gletschertour zurückgekehrt sei. Die Suchaktion sei ergebnislos gewesen, man vermutete, dass sie in eine Gletscherspalte gestürzt ist. Der Fall sei jedenfalls nie aufgeklärt worden. Aber man erzählte sich, Gräfner habe schon damals ein Verhältnis mit Sabine Merz gehabt und ihren Mann, einen Bauunternehmer, sukzessive in den Ruin getrieben. 

Landmann erzählte Bellaballa von der Vermisstenmeldung: Gräfner habe einen anonymen Anruf erhalten. Der Kommissar machte sich auf den Weg zu Gräfner. Die Kommissarin bot ihre Hilfe an – er könne sie gern anrufen, falls er sie brauche. 
Die erste Fortsetzung schrieb eine Wolfacher Autorin unter dem Pseudonym „Schreibfee“: 

„Ah, Sie sind der Neue“

„Guten Tag. Landmann, mein Name.“, stellte sich der Kommissar dem bulligen Mittfünfziger vor. „Ah, Sie sind also der Neue.“, stellte Gräfner trocken fest, „War ja klar, dass Bellaballa nicht mehr lange durchhält, nach dem Desaster vom letzten Jahr. Und ihr Dackel hat auch schon bessere Tage gesehen.“ 

Selbst Landmann, der Hunde nicht besonders gut leiden konnte, wusste, dass Einstein kein Dackel war. Doch er verbiss sich einen Kommentar. 
„Herr Gräfner, Sie haben mich angerufen, weil Ihre Partnerin seit zwei Tagen unauffindbar ist. Ich würde Ihnen dazu gern ein paar Fragen stellen.“ – „Dann fragen Sie.“, grummelte Gräfner. 
Überraschender Besuch

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„Frauen muss man machen lassen“

Wann und wo haben Sie Sabine Merz das letzte Mal gesehen?“ Landmann musterte Gräfner intensiv. Bellaballa hatte ihm erklärt, dass ein guter Ermittler jede noch so kleine Regung entdecken müsse. 
Herrmann Gräfner überlegte: „Hmm . . . das müsste Dienstagvormittag gewesen sein. So gegen elf vielleicht. Wir haben uns in der Küche voneinander verabschiedet.“ – „Hat sie Ihnen gesagt, wo sie hingeht?“, fragte Landmann weiter. 
Gräfner machte eine abwertende Handbewegung. „Sie wollte irgendwas mit ihrem Ex besprechen, dem Merz Franz, diesem Taugenichts. Ich habe sie aber nicht gefragt, was – bin nicht so der eifersüchtige Typ. Und die Frauen muss man machen lassen.“ 

Gerade, als Landmann weiter nachhaken wollte, hörten sie eine helle Stimme: „Schatzi, da bin ich wieder!“ Doch es war nicht Sabine Merz, die da auf den Hof spazierte – sondern die tot geglaubte Petra Gräfner.
Nun sind Sie, liebe Leser, wieder an der Reihe. Die Spielregeln lesen Sie unten unter „Stichwort I“.

 

Und so hätte der Krimi aus weitergehen können: Die Ideen der anderen: 

Pseudonym Letzter Mohikaner:

Kaum hatte Bellaballa die letzten Worte vom Kommissar Landmann vernommen, wurde Sie von Einstein zum Ausgang mit energischen Nasenstübern gedrängt. Als sie das erste Grün erreichten, erleichterte sich der alte Hund, Bellaballa währenddessen hatte das Gefühl das der Urinstrahl kein Ende mehr zu nehmen vermochte. Währenddessen Einstein sein Frauchen stetig im Blick hatte. Könnte Bellaballa Einsteins Gedanken lesen, würde sie in ihren tiefsten inneren feststellen, dass ihr Vierbeiner große Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Hundeschule und deren zweifelhaftesten Lernmetoden zu hegen vermag, im Bezug was die Stubenreinheit betrifft.

Bellaballa bemerkte als gleich, das ihr Kollege Landmann, recht nervös und hektisch zum Farad Stellplatz eilte und mit seinem E-Bike Richtung Einbach raste. Waren es die Zweifel, die sie hegte oder ein Ungutes Gefühl, dass Bellaballa umgab, als gleich hastete auch Sie zu ihren Porsche Carrera und folgte ihren Nachfolger bis dieser in das Anwesen des Herrn Gräfner einbog. Aus einiger Entfernung, aber dennoch in Hörweite vernahm sie die aufgeregten Worte des Herrmann Gräfner: „Herr Kommissar, glauben sie es mir oder nicht, aber ich bin mir 100%ig sicher dass ich Petra, meine damalige Frau an ihrer Stimme erkannte, aber das ist doch, >seine Stimme drohte ihm wegzukippen< nicht möglich, um Gottes willen!

„Nun beruhigen sie sich erst mal, dann fangen wir von vorne an“, sagte beschwichtigend K. Landmann, „was hat dieser Anruf mit dem Verschwinden ihrer Partnerin zu tun?“ Mit einer einladenden Bewegung, ins Innere des Anwesens erwiderte Herrmann G. mit zitternder Stimme „Aber bitte Herr Kommissar, treten sie doch herein“. Bellaballa sah das sich die Türe leise schloss, und Einstein kaute an seinen Ochsenziemer.

 

Pseudonym Anna Blum:

Als Landmann bei Gräfner klingelte öffnete ihm eine ältere Dame, vermutlich die Haushälterin, und führte ihn ins Wohnzimmer. Herrmann Gräfner stand mit dem Rücken zu Landmann und blickte aus dem Fenster. „Herr Gräfner, Landmann Kriminalpolizei Hausach, Sie haben uns das Verschwinden ihrer Lebensgefährtin Sabine März gemeldet. Ich habe dazu ein paar F…. Landmann brach den Satz ab, als Gräfner sich zu ihm umdrehte und er dessen müdes und gerötetes Gesicht erblickte. Herrmann Gräfner, trotz seiner 55 Lebensjahre gutaussehend und unter Geschäftsleuten für seine Unnachgiebigkeit und Schlagfertigkeit bekannt, stand als gebrochener Mann mit hängenden Schultern vor dem Kommissar und sagte: „Ich habe sie immer geliebt, auch wenn ich sie oft betrogen habe. Ich habe sie so sehr vermisst all die Jahre und jetzt ruft sie mich plötzlich an.
Landmann verstand Gräfners Aussage nicht so recht und hakte nach: „Also ist ihre Partnerin Frau März wieder aufgetaucht, beziehungsweise, sie hat Sie telefonisch kontaktiert?“
Herrmann Gräfner starrte Landmann an und schrie: „Sie Jungspund haben ja überhaupt keine Ahnung! Es war doch nicht Sabine die mich angerufen hat, sondern Petra, meine Exfrau. Sie hat mich angerufen! Sie weiß angeblich wo Sabine ist…“

 

Pseudonym Kinzigtalschimmi:

Der ruhige Tonfall und die konzentrierte Arbeitswese  des jungen Ermittlers gefielen Bella und sie dachte dabei mit einem leichten Grinsen an ihre hektische und ungestüme Art, mit der sie sich selbst in ihre ersten Ermittlungsfälle gestürzt hatte. Kaum hatte Landmann die Tür des Büros hinter sich zugezogen, kehrte er nochmal zurück und griff nach dem Handy, das er neben seinem Laptop liegen gelassen hatte. Schon war wieder an der Tür, als er erneut kehrt machte, unter einem Stapel Ermittlungsakten den Autoschlüssel hervorkramte und in direkt vor die Nase des dösenden Einsteins fallen ließ. „Manchmal sind die jungen Leute doch auch etwas kopflos ..“grinste Bella  nun in Richtung Landmann- was dieser mit einem schnellen Kopfnicken erwiderte.

Das Anwesen –Gräfner lag etwas außerhalb von Hausach-leicht erhöht, mit herrlichem Blick über Hausach  und das Kinzigtal. Umgeben von einem hohen Naturzaun konnte nur ein aufmerksamer Beobachter die sorgsam aber regelmäßig angeordneten Überwachungskameras erkennen. Kommissar Landmann wollte gerade die Klingel neben dem starken Eisentor betätigen, als schon ein dumpfer Türsummer dieselbe öffnete. Er betrat den gepflegten Garten- oder war es doch eher ein Park ? Herrmann Gräfner winkte ihm von der pompösen , überdachten Terrasse zu.  Schon aus einiger  Entfernung konnte Landmann den großen, muskulösen Typ mit schütterem Haar und einer dicken Zigarre in der Hand als den „Hermann Gräfner“ erkennen, dessen Konterfei sich anhand verschiedener Ermittlungsakten fest in seinem Gehirn verankert hatte.

„Wir kennen uns noch nicht!“ begrüßte ihn Gräfner und streckte ihm die Hand entgegen. Sofort fiel dem Kommissar das tätowierte Herz mit den schlecht lesbaren Initialen P.G oder P.L. auf Gräfner’s Unterarm auf. Freundlich erwiderte er den Handschlag, folgte dem Hauseigentümer auf die Terasse und ließ sich in einem bequemen Rattansessel nieder, den ihm Gräfner mit einem kurzen Wink zugewiesen hatte. „Ihre Partnerin ist seit zwei Tagen verschwunden ?“ eröffnete Landmann das Gespräch.

 

Stichwort

Die Spielregeln: Schreiben Sie mit!

Nun sind Sie wieder an der Reihe. Schreiben Sie die zweite Folge unseres Krimis (bis zu 70 Zeilen à 30 Anschläge oder ca. 300 Wörter). Senden Sie Ihren Beitrag bis spätestens Montag, 23. November, 10 Uhr per E-Mail an lokales.kinzigtal@reiff.de, versehen mit Ihrer Adresse und mit einem Pseudonym. Achtung: Bitte keine Word-Dokumente, die werden wegen Trojanergefahr blockiert. Den Text am besten direkt in die Mail kopieren oder als PDF abspeichern. 
Wer bereits ausgewählt wurde, kann sich auch weiterhin beteiligen, aber mit einem neuen Pseudonym. Die von Ihnen geschriebene Fortsetzung geht nur unter dem Pseudonym an Christoph W. Bauer. Dieser sucht eine passende Fortsetzung aus, die Stefan Dinter aus Stuttgart illustriert. 
Der dritte Teil erscheint am Donnerstag, 26. November – und dann beginnt dieselbe Prozedur von vorn. Insgesamt sind sechs Folgen vorgesehen. Erst am Schluss werden die Namen aller Autoren veröffentlicht. 
Jury steht fest
Bisher hat die sechste Folge das Publikum bei einer öffentlichen Veranstaltung gekürt. Dies ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie leider nicht möglich. Die letzte Folge und damit der Ausgang des Krimis wird deshalb eine Jury auswählen. Diese besteht aus der stellvertretenden Festivalleiterin des Hausacher Leselenz Ulrike Wörner, der Schatzmeisterin des Fördervereins Leselenz Ulrika Wöhrle, Vincent Welzel, der mit dem Leselenz geboren und mit ihm aufgewachsen ist sowie der aktuelle Stadtschreiber und Leselenz-Stipendiat Tobias Steinfeld. 
Niemand schreibt für den Papierkorb: Es wird zwar nur jeweils eine Folge in der Zeitung veröffentlicht, unter www.bo.de sind aber alle möglichen Fortsetzungen, die ebenfalls zur Auswahl standen, im Internet zu finden. So kann sich jeder ein Bild davon machen, was andere für Einfälle hatten, den Krimi weiterzuschreiben. 
 

Stichwort

Die Personen

Die Personen des zehnten und letzten Schwarzwaldkrimis: 
◼ Kommissar Landmann: Mitte 30, dunkles Haar, Dreitagebart, trägt mit Vorliebe Jeans, Sneakers und einen Kapuzen-Sweater; hat Angst vor Hunden, sogar vor dem alten Einstein. 
◼ Isabella Bahler: genannt Bellaballa – Kommissarin. Erholte sich nicht mehr richtig nachdem sie im vergangenen Jahr angeschossen worden war und steht kurz vor ihrem Vorruhestand.
◼ Einstein: Bellaballas Hund.
◼ Herrmann Gräfner:  Mitte 50, graumeliertes Haar; Geschäftsmann, wobei keiner genau weiß, um welche Geschäfte es sich handelt; er verleihe seinen Interessen schlagkräftig Ausdruck, heißt es, seiner Frau habe man das angesehen, sagt man in Hausach.
◼ Petra Gräfner: Mitte 50, dunkles, kurzes Haar; sportiver Typ; Frau von Herrmann Gräfner. Petra Gräfner gilt seit einer Gletschertour als verschollen, ihr Verschwinden wurde nie restlos aufgeklärt. Manche Menschen in Hausach behaupten, sie würde noch leben, wofür es allerdings keine Beweise gibt. 
◼ Sabine Merz: Mitte 40, schulterlanges Haar, mal blond, mal brünett, mal rot … Lebensgefährtin von Herrmann Gräfner; stets elegant gekleidet. Bis zur Trennung von ihrem Mann Franz Merz war sie Aktionärin in dessen Bauunternehmen.
◼ Franz Merz: Anfang fünfzig, ein Hüne mit Glatze und zerfurchtem Gesicht; trägt stets Holzfällerhemden; ehemaliger Bauunternehmer.
 

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