Haslach im Kinzigtal

Doncan Mboga aus Uganda zu Besuch in Haslach

Autor: 
Anke Kaspar
Lesezeit 3 Minuten
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11. Juli 2019

uncan Mboga (Mitte) freute sich über die Unterstützung von Armin Klausmann(von links), Daniel Kienzler, Pia Rittweger (KJG), Conny Volk, Mary Hansmann und Elke Griesbaum (Sozialausschuss der katholischen Pfarrgemeinde Haslach) mit Yuna Rittweger im Arm. ©Anke Kaspar

Duncan Mboga, Verwaltungsleiter der katholischen Schule der »Brothers of St. Charles Lwanga« ist für zwei Wochen zu Gast in Haslach, um sich über deutsche Schulen, deren Verwaltung und den Umgang mit der Wasserversorgung sowie Abwassersysteme zu informieren.
 

Familie Klausmann aus Haslach hat Besuch aus Uganda. Armin und Katja Klausmann engagieren sich schon seit längerem für eine katholische Schule der »Brothers of St. Charles Lwanga«. Duncan Mboga, Verwaltungsleiter der Schule, nahm am Dienstag voller Dankbarkeit Spenden durch die KJG (2200 Euro – Spende aus den Einnahmen des Pub-Quiz) und dem Sozialausschuss der katholischen Pfarrgemeinde (660 Euro aus den Einnahmen des Fastenessens) sowie von Daniel Kienzler (Sachspenden) entgegen und überbrachte Neuigkeiten über die Situation an der Schule. 

Auch Kinder des Heinrich-Hansjakob-Bildungszentrums spendeten 140 Euro. Als der Schulverwaltungschef aus Uganda das Schulzentrum besuchte, übergaben sie ihre Erlöse des Weihnachtsmarkts. Der Besucher aus Afrika war sehr erstaunt über die Größen der Klassen – für ihn sind Schulklassen mit rund 120 Kindern normal. Auch in der Schule in Elzach durfte er hinter die Kulissen schauen sich über die dortige Verwaltung informieren. Das sei ihm besonders wichtig, da er ein Masterstudium »Master of Businessadministration« absolvieren will. In Elzach wird er zusätzlich noch die Wasserver- und Entsorgung in Augenschein nehmen. Zudem ist ein Treffen mit Andres Fath zum Thema »Sauberes Wasser« in Haslach geplant. 

Starke Flugangst

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Duncan Mboga ist tief beeindruckt von Deutschland und davon wie die Menschen hier leben. Es sei nicht einfach gewesen, ein Visum zu erhalten und mit der Anreise habe er eine große Hürde auf sich genommen: Er ist das erste Mal in ein Flugzeug gestiegen und war von Flugangst gepeinigt. Was ihm geholfen hat? »German Beer« – also deutsches Bier, erzählt Duncan Mboga. 

Duncan Mboga ist selbst ein Straßenkind und sieht es als seine Berufung an, im Kinderheim zu arbeiten und damit etwas zurückgeben zu können. Seinen Vater kennt er nicht. Seine Mutter, die in einem Friseursalon arbeitete, hatte einen Jungen adoptiert, so war er nicht allein. Problematisch wurde es, als sie ihren Job verlor und die kleine Familie ohne jegliches Hab und Gut auf der Straße leben musste. In den Ghettos erlebte er jede Art von Kriminalität, für ihn war das jedoch das normale Leben. Die Freikirche wurde schließlich auf die Familie aufmerksam. Für sie sei es jedoch nicht einfach gewesen, die Hilfe auch anzunehmen. Die Priester lockten ihn mit Belohnungen, wenn er zuverlässig zur Schule der Freikirche und in die Kirche kam. 

Freiheit war wichtig

Heute blickt der 28-Jährige kopfschüttelnd darauf zurück, dass ihm das Leben in Gefahr, aber in Freiheit so wichtig war. Er sei eben jung gewesen und wusste es nicht besser. 
Seine Mutter starb, als er elf Jahre alt war. »Ich war also allein mit meinem Adoptivbruder«, erinnert er sich an die schlimmen Tage zurück. Wieder gaben die Priester ihm Halt. So konnte er sogar studieren und fand eine Anstellung bei einer katholischen Bank. Hier lernte der junge Mann Brother John Kizito kennen, der sich aufopferungsvoll in einer katholischen Schule um Kinder kümmert und ihn schließlich überredete, für die Schule zu arbeiten. 

Info

Stärkere Pumpe wird benötigt

Familie Klausmann informierte die Spender über den Fortgang der Renovierungsarbeiten an den sanitären Anlagen der Schule in Uganda, die mit Hilfe von Spendengeldern in Angriff genommen wurden. Die Mauern für den Waschbereich seien erneuert worden. Die Kinder freuen sich besonders, dass das Regenwasser, mit dem sie duschen, nun aus richtigen Duschköpfen kommt. Auch die Moskitonetze, die mit Geldern eines Haslacher Spenders erworben wurden, seien ein wahrer Segen. Schließlich gebe es in Uganda extrem viele Malariafälle. 
Nun sei es wichtig, eine stärkere Pumpe für die Wasserversorgung der Schule anzuschaffen. Die Familie Klausmann gibt zu, dass ihre Hilfe ein Tropfen auf den heißen Stein sei – beispielsweise gebe es noch nicht einmal ein Abwassersystem. 

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