Hausach

Drei Monate leben und schreiben in Hausach

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11. Februar 2022
Barbara Bongartz aus Berlin war 2009 die erste Hausacher Stadtschreiberin.

Barbara Bongartz aus Berlin war 2009 die erste Hausacher Stadtschreiberin. ©Claudia Ramsteiner

Der Hausacher Leselenz und die Stadt Hausach werden gemeinsam mit der Neumayer-Stiftung auch 2022/23 wieder drei Stipendien vergeben – die Zeiten haben sich aber geändert.

„Unbedingt bewerben, etwas vom Besten, was man bekommen kann!“ lautete der erste Kommentar, nachdem auf Facebook bekannt wurde, dass die drei Hausacher Literaturstipendien wieder ausgeschrieben sind. Er kam von Franco Supino, und der muss es wissen: Der Autor aus Solothurn war schließlich im Winter 2015/16 selbst Hausacher Stadtschreiber.

Als erste Leselenz-Stipendiatin kam Barbara Bongartz aus Berlin im Sommer 2009 ins Hausacher Molerhiisli. Mit ihr begann auch die Reihe unserer „Bahnhofsgespräche“ zum Abschied der Hausacher Stadtschreiber. Und einiges von dem, was sie damals an Hausach so schätzte, ist schon Geschichte. Barbara Bongartz hatte damals fünf Hüte im Hausacher Hutladen Lehmann gekauft und mit nach Berlin genommen – und sie schätzte besonders die „familiäre Aufnahme“ bei dem Wirtepaar Dagmar und Franco im „Löwen“.

Dagmar Taddei lebt schon nicht mehr, ebenso wie Gisela Scherer, die Mitbegründerin des Hausacher Leselenzes, die sie hier als Freundin gewonnen hat und für die sie nach deren Tod im folgenden Jahr fürs Offenburger Tageblatt einen berührenden Nachruf geschrieben hat.

Drittes Stipendium seit 2013

Seit 2013 gibt es ein drittes Stipendium, das Gisela Scherer gewidmet ist, und dessen Kosten der Förderverein Hausacher Leselenz übernimmt. Odile Kennel war die erste Gisela-Scherer-Stipendiatin. In diesem Jahr wird Kinga Todt erwartet – sie hat allerdings wegen eines aktuellen Auftrags ihren Aufenthalt auf den Sommer verschoben.

Deshalb haben sich bei der neuen Ausschreibung die Zeiten geändert: Die neue Staffel beginnt mit dem Amanda-und-Erich-Neumayer-Stipendium in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch vom 6. Oktober 2022 bis 6. Januar 2023. Jenes erinnert an die Stifterfamilie der Neumayer Stiftung, die seit vielen Jahren den Hausacher Leselenz wesentlich unterstützt und fördert.

Jeweils für drei Monate

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Das Gisela-Scherer-Stipendium wird für die Zeit vom 10. Januar bis 10. April 2023 ausgeschrieben, und das Stipendium Lyrik oder Prosa vom 15. April bis 15. Juli 2023.

Die Stipendien werden jeweils für drei Monate zugeteilt und bestehen aus der Bereitstellung einer Wohnung in Hausach und der Zahlung von 1500 Euro pro Monat und Stipendium – ohne Gegenleistung. Wer sich dafür bewerben will, muss eine eigenständige Publikation einreichen, die nicht im Eigenverlag erschienen ist und einen „Literarischen Fragebogen“ ausfüllen, der vom Internetauftritt des Hausacher Leselenzes entnommen werden kann.

Eine Bio-Bibliographie muss ebenso mitgesandt werden – in der Regel türmen sich im Kultur- und Tourismusbüro nach der Ausschreibung die Bücher derer, die auf dieses im Vergleich sehr attraktive Stipendium hoffen. Es wird keine Gegenleistung verlangt – aber selbstverständlich können sich die Stadtschreiber auf „eine individuell abzusprechende Art und Weise literarisch in den Schwarzwaldort einbringen“, heißt es in der Ausschreibung.

Vorstellung im Juli

Es ist vorgesehen, die drei „Neuen“ im Rahmen des 25. Hausacher Leselenzes im Juli bei einer feierlichen Begrüßung in Hausach vorzustellen. Über die Vergabe der Stipendien entscheidet eine unabhängige Jury bis spätestens Ende Mai. Die eingesandten Bücher werden nach der Jury-Sitzung zurückgeschickt. Sollte dies nicht vermerkt sein, werden sie an die Hausacher Schulen oder an die Mediathek Hausach weitergegeben.

Auf Freiwilligkeit setzt selbstverständlich auch der Wunsch des Offenburger Tageblatts, dass die Kinder- und Jugendbuchautoren für die Leser eine exklusive Weihnachtsgeschichte schreiben und die beiden anderen Stipendiaten in regelmäßigen Kolumnen am „Stadtschreiber-Tagebuch“ mitschreiben. Beides wird selbstverständlich honoriert.

13 Weihnachtsgeschichten haben sich so bereits angesammelt, und bei den Kolumnen ist das bisher nur ein einziges Mal aus Zeitgründen gescheitert. Mehrmals gab es sogar einen expliziten Dank für diese Gelegenheit, sich an einer ganz neuen literaischen Form versuchen zu können.

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