Abschiedskonzerte in Hornberg

"Egerländer Gold" spielt ein letztes Mal

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12. November 2018

Mathias Gronert mit seiner Blaskapelle »Egerländer Gold« und den Solisten Simon Lauble (links) und Jürgen Schillinger bei ihrem Abschied am Wochenende. ©Petra Epting

Die treuen Fans und langjährigen Wegbegleiter waren in Scharen zu den beiden Abschiedskonzerten am Wochenende in die Hornberger Stadthalle gekommen. Mathias Gronert und seine Blaskapelle "Egerländer Gold" boten zum Abschied noch einmal gepflegte böhmische Blasmusik.

Es lag schon eine besondere Stimmung bei den beiden Abschiedskonzerten von »Egerländer Gold« am Freitag- und am Samstagabend in der Stadthalle Hornberg in der Luft. Die Schlossberghexen und die Jugend des Musik- und Trachtenvereins Reichenbach bewirteten, und auch so einige Prominenz aus der Blasmusikszene gab sich die Ehre.

Querschnitt aus 21 Jahren

Die Musiker um ihren Dirigenten Mathias Gronert wollten bewusst auf allzu viele Dankesworte und Rückblicke verzichten. Gleichwohl gab es natürlich einen Querschnitt aus 21 Jahren mit all den beliebten Titeln, die die Kapelle zu der machten, die sie heute ist. Sieben CDs wurden in den zwei Jahrzehnten veröffentlicht und aus jeder war etwas dabei. Am Freitag standen die ersten Fans bereits um 17 Uhr vor der Halle, die teilweise nicht nur von sehr weit her angereist waren, sondern ihren Emotionen auch freien Lauf ließen. 
Es habe außerdem sehr emotionale Telefonate gegeben, berichtete Susanne Schwind, die zurückgegebene Karten an Fans der Warteliste verteilte. Da seien welche dabei gewesen, die ihr Glück, beim Abschied doch noch dabei sein zu können, kaum fassen konnten. Sowieso hätte man locker noch einen dritten Abend anhängen können. »Die Reaktion der  Fans und treuen Begleiter ist überwältigend«, informiert Christoph Schwind vom Management. Noch immer gebe es die Frage nach dem Warum, und dass ein Abschied doch nicht sein dürfe. Ein Zitat vieler sei » was sollen wir ohne eure Konzerte machen?«. Doch auch für die Musiker selber ist das Ganze nicht einfach. Zwar sei die letzte Probe eine ganz normale und professionell durchgeführte gewesen, in der noch neue Titel einstudiert wurden, aber danach sei eben allen bewusst geworden, dass dies das letzte gemeinsame Üben in dieser Konstellation gewesen sei. Da wurde es auch in den eigenen Reihen »etwas emotional«. 

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Blasmusikereignis 2018

»Ein Musiker konnte berufsbedingt nicht an der letzten Probe teilnehmen. Er hat alles versucht zu kommen, und dass das nicht geklappt hat, ist ihm sehr nachgegangen«, so Christoph Schwind. Er gibt auch einen Einblick in den eigenen Gemütszustand. Denn es sei ein sehr seltsames Gefühl, zu wissen, dass es diese Formation nicht mehr geben wird. In den Konzertvorbereitungen sei es eher immer ein Gespanntsein auf die Abende gewesen. »Jetzt nach der allerletzten Zugabe werden mir sicherlich die gemeinsamen Jahre durch den Kopf gehen, denn wir haben vieles erlebt«. Ein Comeback wurde allerdings allgemein erneut ausgeschlossen. Dann kündigte Ansager Markus Dorer gewohnt humorvoll »das Blasmusikereignis 2018 im Stadt- und Kongresszentrum Hornberg« und einen »hoffentlich unvergesslichen Abend« an. Er versprach nicht nur zwei Konzerte mit gepflegter, böhmischer Blasmusik, sondern er lüftete endlich die wahren Gründe für den Rückzug: In den 21 Jahren sei man ziemlich herumgekommen. Dabei habe man doch einige Kinder hinterlassen und das Ganze sei jetzt schlicht und einfach nicht mehr länger finanzierbar!
Mit den letzten Zugaben war am Samstagabend in Hornberg, der Heimat von Dirigent und Komponist Mathias Gronert und einigen Musikern, dann endgültig Schluss. Hier begann einst alles mit dem ersten Konzert im katholischen Kirchenzentrum, und hier wollten die Musiker bewusst den Schlusspunkt setzen.

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