Vier Aufträge vergeben

Ein Angebot für das Waldfreibad in Schapbach zu teuer

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02. Juli 2020

Kein Wasser im Becken: Das Waldfreibad in Schapbach bleibt den Sommer über gesperrt. ©Anna Teresa Agüera

Der nächste große Block an Auftragsvergaben für das Waldfreibad in Bad Rippoldsau-Schapbach stand am Dienstag an. Vier Gewerke wurden vergeben, eins soll erneut ausgeschrieben werden.

Hätte das Schapbacher Waldfreibad wie ursprünglich geplant zum 5. Juli geöffnet, wären die sanitären Anlagen fertig gewesen, sagte Bürgermeister Bernhard Waidele am Dienstag im Gemeinderat. Da sich der Förderverein und die Verwaltung aber letztendlich coronabedingt gegen eine Öffnung in diesem Sommer entschieden haben (wir berichteten), bleibt den Ehrenamtlichen noch ein Puffer.

Wenn alle Gewerke ineinander greifen und die Arbeiten zeitnahe vergeben werden können, könnte eventuell schon früher als geplant (angedacht war November) mit der Sanierung des Beckens und der Modernisierung der Technik begonnen werden: Erste Gespräche wurden bereits geführte, sagte Rolf Linsenmeier vom Büro Aqua-Technik in Freiburg. Sobald die Auftragserteilungen erfolgen, könne man weitersehen.

Tiefbauarbeiten nun vergeben

Deshalb haben die Räte den zweiten großen Block an Aufträgen am Dienstag direkt vergeben – darunter auch die Tiefbauarbeiten, die nach der April-Sitzung erneut ausgeschrieben wurden. Das letzte Angebot, das dafür bei der Gemeinde einging, lag 100 Prozent über der kalkulierten Schätzung. „Das ist völlig überteuert“, sagte Linsenmeier damals (wir berichteten).

Die Arbeiten wurden deshalb gesplittet und erneut acht Firmen um ein Angebot geboten. Wieder hatte nur eine Firma, diesmal das Bauunternehmen Rauber aus Oberwolfach, ein Angebot über rund 173 000 Euro abgegeben. Das lag zwar erneut mit 26 Prozent über der Kostenplanung, aber Linsenmeier plädierte dafür, die Arbeit so zu vergeben, damit die Maßnahme weitergehe. Die Firma Rauber habe zudem bereits den Zuschlag für den Hochbau bekommen, das schaffe Synergieeffekte, so der Experte. Die Räte folgten seinem Vorschlag einstimmig.

Waidele: „Es läuft nicht davon“

Nicht so bei den Garten- und Landschaftsbauarbeiten. Auch da warb Linsenmeier dafür, die Arbeiten an die Firma Schuler aus Freudenstadt-Dietersweiler zu vergeben. Sie hatte als einzige ein Angebot über rund 123 000 Euro abgegeben. 32 Prozent lag das über der geplanten Kalkulation.

„Wir sollten die Sache aufheben“, sagte Waidele. „Da geht es um eine beträchtliche Summe. Es läuft nicht davon.“ Die Gartenarbeiten seien eine von den letzten Arbeiten, deshalb habe man noch Zeit. Dem schloss sich auch die Mehrheit der Räte an – Franz Günter (FWV) stimmte für die direkte Vergabe.

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Eventuell könnte auch der Förderverein die eine oder andere Aufgabe in diesem Bereich ehrenamtlich übernehmen, sagte unter anderem Bruno Armbruster (CDU). Günter riet von Eigenleistung  ab: „Das sollten wir zu 100 Prozent von einer Fachfirma machen lassen.“

Unter der Kalkulation

Während der Tiefbau und die Gartenarbeiten deutlich teurer ausfielen als geplant, hatte Linsenmeier in Bezug auf Zimmer- und Metallarbeiten positive Nachrichten. Beide blieben weit unter der Kalkulation.

Für rund 25 000 Euro übernimmt die Wolfacher Firma Schmieder Metallgestaltung die Metall- und Schlossarbeiten. 65 000 Euro waren dafür vorgesehen, inklusive Zaunanlage, die nicht in diesem Angebot mit drin ist.

Die Firma Holzbau Armbruster aus Bad Rippoldsau-Schapbach hatte für die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten mit rund 58 000 Euro das günstige Angebot abgegeben. 85.000 Euro standen ursprünglich im Finanzierungsplan.

Zwei Wasserspeicher

2000 Euro günstiger war auch das Angebot für den Fertigteilbehälter der Firma Mall aus Donaueschingen. Rund 135 000 Euro kostet der Behälter, der es laut Linsenmeier ermöglicht, ein kompaktes und wasserdichtes Gebäude im Erdreich zu errichten. Das besteht aus zwei Wasserspeichern (Schwallwasser und Spülwasser) und einem Rohrkeller für die Schwimmbadpumpe und die Messtechnik.

Die gute Nachricht: Mit Blick auf die bereits vergebenen Gewerke liegen die Kosten aktuell rund 200 000 Euro unter dem anvisierten Spiegel.  „Ein tolles Ergebnis“, fasst der Bad-Experte zusammen. Die Gesamtkosten betragen rund 2,6 Millionen Euro. 

  • Info: Wie zuletzt betrafen die Vergaben nur das Mehrzweckbecken, nicht das Planschbecken. Für Letzteres hatte die Gemeinde im September einen Behelfsantrag gestellt. Aktuell gibt es dafür aber noch keine positive Rückmeldung.

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