Hausach

Ein "Baum für alle Narren" feiert närrisches Jubiläum

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09. Januar 2020
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(Bild 1/2) Das Bild zeigt die Narrenbaumgilde im Jahr nach ihrer Gründung 2000 mit Gründer und Gildenmeister Gerhard Allgaier (Siebter von rechts). ©Reinhard Ringwald

Ein närrisches Jubiläum feiert die Hausacher Narrenbaumgilde am kommenden Samstag: Sie feiert beim Narrenbaumstellen auf dem Klosterplatz ihren 22. Geburtstag.

„Was die können, können wir auch“ – das war der Gedanke, aus dem die Hausacher Narrenbaumgilde entstand. Gerhard Allgaier, damals „Blauer“ und Narrenrat der Freien Narrenzunft Hausach, hatte guten Kontakt zur Bad Dürrheimer Siedergilde, die zum großen Narrentreffen 1998 in Hausach nur mit Manneskraft einen Narrenbaum aufstellte. Allgaier half mit, passte gut auf – und gründete im kommenden Jahr die Hausacher Narrenbaumgilde.

Es war damals laut Allgaier der erste Narrenbaum im mittleren Kinzigtal – am Samstag, 11. Januar, stellt die Hausacher Baumgilde nun schon den 22. „Es sollte ein Baum für alle Narren werden“, war Gerhard Allgaier damals wichtig. Und deshalb sollte seine Baumgilde nicht nur aus Mitgliedern der Freien Narrenzunft bestehen, sondern auch aus Baumstellern der anderen närrischen Gruppierungen, damals den Sulzbach-Hexen und den Burggeistern. 

Alle närrischen Gruppen involviert

Jede Gruppe sollte mindestens ein bis zwei Mann stellen – was auch gelang. Gerhard Allgaier war damals der Umzugsgestalter der Narrenzunft und wusste genau, wen er von „seinen“ Wagenbauern ansprechen konnte, wer wofür zu gebrauchen war. Und viele Frauen und Partnerinnen waren auch gleich bereit, als „Baumwiible“ mitzuwirken und an die Zuschauer kleine Vesperhappen und Schnäpsle zu verteilen.

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Als Standort wurde der Konstantinplatz festgelegt – erstens, weil der Platz zum Aufstellen geeignet war, und zweitens, weil dort jedes Jahr die Fasent ausgerufen und verbrannt wird. Aber nicht nur dort wurde ein Fundament für den Baum betoniert – ein zweites entstand im Einbacher „Grund“ im Wald des inzwischen verstorbenen Baumstellers Erhard Gihr. „Dort haben wir so lange das Aufstellen geübt, bis wir uns sicher waren“, erzählte Gerhard Allgaier.

1999 stellte die Narrenbaumgilde ihren ersten eigenen Baum – der prompt brach. „Wir haben unsere Erfahrungen gesammelt. Wenn das Holz gefroren ist, bricht es leicht“, berichtet Allgaier. Die Sicherung erfolgte über zwei Traktoren. Der längste Baum, den er je aufgestellt hat, war 29 Meter lang. 2005 erlitt Gerhard Allgaier einen Schlaganfall. Er blieb noch Gildemeister, die Hauptarbeit übernahm aber sein Vize Miroslav „Mimi“ Morhart, der 2013 dann offiziell Gildenmeister wurde. Allgaier verfolgt die Zeremonie aber immer noch jedes Jahr im Rollstuhl. Auch am Samstag wird er wieder dabei sein, schließlich ist es „sein Kind“. 

Aktuell 26 Mitglieder

Die Baumgilde besteht aktuell aus 26 Männern und sechs Baumwiible. Mimi Morhart muss sich auf sie verlassen können, denn zum Aufstellen eines Narrenbaums in der Größe nur mit Muskelkraft braucht es 24 Mann. Er bedauert, dass das mit dem „Baum für alle Narren“ nur noch eine Worthülse ist. Wolfgang Schmiedek von den Sulzbach-Hexen war von Anfang an dabei, er ist das letzte Mitglied außerhalb der Zunft. Ob Senwig-Hexen, Burggeister oder Dämonen – da sei niemand mehr dazugestoßen. 

Als einzigen jungen Baumsteller habe man nun Florian Welker hinzugewinnen können – „alle anderen sind schon im gesetzteren Alter“, so Morhart. „Die Jungen wollen lieber Party machen, als vor und nach der Fasent Hand anzulegen“, vermutet er den Grund. Er ruft alle Maskenträger und Narren aller närrischen Gruppierungen auf, den 22. Narrenbaum am Samstag in großer Zahl zu begleiten und den Narrenbaum mit ihren Insignien zu schmücken (siehe „Stichwort“ oben). 

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