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Großer Erfolg bei der Weltmeisterschaft

Philipp Ketterer aus Hornberg unter 10 besten Biersommeliers

12. September 2017
&copy Brauerei Ketterer

Noch bis Donnerstag ist Philipp Ketterer, Geschäftsführer der Hornberger Familienbrauerei Ketterer, in München. Dort nahm er am Wochenende bei der Weltmeisterschaft der Biersommeliers teil. 69 Bierspezialisten aus 15 Nationen kämpften um den Titel.

Im Vorfeld der »Drinktec«, dem international größten Branchentreff der Getränketechnologie, organisierte die Doemens-Brauakademie auf dem Messegelände in München den World Cup der Biersommeliers. Die 69 Teilnehmer waren allesamt ausgebildete Biersommeliers aus 15 Nationen, die sich im Vorfeld in nationalen Meisterschaften für die WM qualifizieren mussten, informierte Philipp Ketter auf Anfrage des Offenburger Tageblatts, nachdem er auf seine Facebookseite seinen Erfolg probagiert hatte. 

Mitglied des deutschen Nationalteams

Philipp Ketterer, der im April 2016 die Prüfung zum Biersommelier absolviert hatte, war Teil des deutschen Nationalteams. »Für mich war die Qualifikation bei der Deutschen Meisterschaft in diesem Frühjahr eine konkrete Motivation, die eigene Sensorik weiter zu trainieren und zu verfeinern – und das passt ja auch perfekt zu meinem Beruf« berichtet er über die Gründe zur Teilnahme am World Cup. Noch bis morgen ist er in München.

Die Sommeliers mussten  in den Vorläufen ihr Bierwissen sowie ihre sensorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Und so beschreibt Ketterer den Wettbewerb: »In der ersten Runde galt es, in einer Verkostung zehn typische Bieraromen richtig zu erkennen und zuzuordnen. Dem schloss sich eine schriftliche Prüfung an, bei der allgemeines Wissen rund ums Bier abverlangt wurde. Hierbei wurde zum Beispiel nach der ältesten Trappistenbrauerei Belgiens gefragt, welche Hopfensorte in China angebaut wird oder welche Bierstile sich besonders gut zur Begleitung bestimmter Speisen eignen. 

Im dritten Block musste in einer Blindverkostung der jeweilige Bierstil von zehn unterschiedlichen Bieren erkannt werden – »keine leichte Aufgabe bei rund 140 Bierstilen weltweit«, so der Hornberger Bierspezialist. 

In diesem Jahr wurden den WM-Teilnehmern nur dunkle Biere serviert. Neben typisch deutschen Biersorten wie einem dunklen Doppelbock oder einem Schwarzbier sollten auch belgische Bierstile wie zum Beispiel ein »Dark Strong Ale« oder britische Biere wie ein »Baltic Style Porter« richtig zugeordnet werden. 

»Aufregende Situation«

Ketterer erreichte in den Vorläufen die beste Gesamtpunktzahl aller Sommeliers und qualifizierte sich somit souverän für das Halbfinale der zehn besten Biersommeliers. »Damit hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet. Es war ja meine erste WM-Teilnahme, und dass es gleich so gut läuft, hat mich natürlich umso mehr gefreut«, schwärmt Ketterer vom Wettkampf, der zusammen mit den anderen Bierenthusiasten auch einfach sehr viel Spaß gemacht habe. 

Im Halbfinale duellierten sich die zehn Anwärter auf den WM-Titel im K.o.-System in fünf Paarungen: Dort mussten die Sommeliers auf der Bühne vor einer hochkarätigen Jury und dem fachkundigen Publikum fünf Minuten lang ein vom Veranstalter ausgewähltes Bier – in diesem Jahr ein Guiness Dry Stout – umfänglich präsentieren und sensorisch beschreiben, erzählt Ketterer.  

»Das war schon eine sehr aufregende Situation, vor so viel kompetenten Menschen und den ganzen Medienvertretern auf der Bühne zu stehen. Dann wirst du während der Präsentation noch für die ganzen internationalen Gäste simultan übersetzt – da erreichte ich vermutlich meinen persönlichen Rekord, was die Höhe des Adrenalinspiegels angeht«, schmunzelt Philipp Ketterer. 

Toleranz und Respekt

Im Duell setzte sich dann allerdings der Italiener Matteo Toso gegen ihn durch und erreichte das Finale. Ketterer selbst ist überzeugt: »Was bei solchen Veranstaltungen so nebenbei für die Völkerverständigung, Toleranz und Respekt erreicht wird, ist einfach wunderbar«.

Gleiche Sprache

Neuer BiersommelierWeltmeister wurde Stephan Hilbrandt aus Deutschland. Die Silbermedaille ging nach Österreich und Bronze nach Brasilien. »Besonders schön« fand Philipp Ketterer die Worte des Wettkampfleiters Michael Zepf. Dieser begrüßte neben den europäischen Teilnehmern auch Sommeliers aus den USA, Brasilien, Mexiko und Südkorea. »Wir sprechen alle verschiedene Sprachen – doch eine Sprache vereint uns: Bier!« 

Autor:
Petra Epting

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