Hornberg

Entwicklung hat alle überrascht

Autor: 
Petra Epting
Lesezeit 3 Minuten
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12. Juni 2014

Das Hornberger Büro für spanische Zuwanderer war letzte Woche auch erste Anlaufstelle für neu angereiste spanische Auszubildende, die ein zwölfwöchiges Praktikum als Altenpfleger und in der Industrie absolvieren und auf einen Ausbildungsplatz ab September hoffen. ©Petra Epting

Seit einem Jahr besteht das Büro für spanische Zuwanderer im Hornberger ZIG. »Überwältigend« lautet das Fazit über die letzten Monate von Ansprechpartnerin Carolina Castro Costas.

Viele Projekte stehen und fallen mit den Menschen, die damit betraut wurden. Für den Erfolg des Hornberger Büros für spanische Zuwanderer steht ein Name: Carolina Castro Costas: Sie ist nicht nur mit Herzblut bei der Sache, sondern auch »Mädchen für alles« – das weder auf die Uhr schaut, noch eine Aufgabe abschiebt, sondern sich kümmert.
Denn hinter ihrer Arbeit, nämlich spanische Zuwanderer und hiesige Unternehmen zusammenzubringen, stehen auch Schicksale. Und die lassen sich mit freundlichen Worten und mit ein bisschen mehr Herz leichter bewältigen. Auch mal solche Emotionen zu zeigen, das wünscht sich Carolina gerade von Ämtern oder Behörden noch viel mehr. »Einige reagieren immer noch sehr verschlossen, aber sie sollten sich endlich bewusst werden, dass sie Dienstleister sind. Es fehlt leider noch immer an der Willkommenskultur.« Auch die Begleitung einer jungen zuckerkranken Spanierin zu einem Facharzt außerhalb des Ortenaukreises und die Behandlung dort macht sie noch immer sprachlos.
Wie sich dagegen gerade die Fußballvereine, die Hornberger Kolpingsfamilie oder der Spanische Elternverein um die Integration bemühen und sich manche Unternehmen um ein Zimmer, die Einrichtung oder einfach mal um einen vollen Kühlschrank kümmern, das sind bemerkenswert positive Beispiele. Denn Carolina stellt klar: »Es sind ganz oft die Kleinigkeiten, die es ausmachen, dass man sich wenigstens etwas zu Hause fühlt.«
Viele Unternehmen, die bereits mit dem Büro zusammenarbeiten, »sind offen, lassen sich auf die spanischen Fachkräfte ein«. Nicht verschweigen möchte sie, dass es auch von spanischer Seite Enttäuschungen gibt. Denn nicht immer passt alles problemlos zusammen. Aber mittlerweile kann sie mit solchen Erfahrungen gut umgehen. Und wenn Carolina einen Wunsch äußern dürfte, wäre es der, dass die Menschen schon in ihren Herkunftsländern mit noch mehr Informationen und der richtigen Beratung versorgt werden.
Exzellenter Ruf
Für die junge Frau war die Übernahme der Aufgabe, von der keiner ahnen konnte, wie rasant sie sich entwickelt, ein »Sprung ins kalte Wasser«. »Die vergangenen Monate waren ganz eindeutig eine Zeit des Ausprobierens«. Die gemachten Erfahrungen, positive wie negative, und ihr Durchsetzungsvermögen haben nicht nur sie persönlich weitergebracht, sondern für einen exzellenten Ruf des Hornberger Büros gesorgt.
Carolina Castro Costas hat in den letzten Monaten aber auch gelernt, nicht jedes Schicksal ganz nah an sich heranzulassen. Dass die »Welcome-Center«, von denen es elf in Baden-Württemberg gibt, bereits Menschen zu ihr schicken, weil sie sich selbst nicht in der Lage sehen, manches zu leisten oder überhaupt machen zu wollen, verlangt der Hornbergerin weiteren Einsatz ab.  Doch gerade diese individuelle wenngleich auch sehr zeitintensive Begleitung ist der große »Pluspunkt« des Hornberger Büros, das mittlerweile über ein enormes Netzwerk verfügt.
Mit ihrem Erfahrungsschatz ist Carolina darüber hinaus längst als Ratgeber und Ansprechpartner für andere Organisationen und gar Nationalitäten gefragt. Zwar liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von jungen Fachkräften, doch Carolina kümmert sich im Rahmen des bundesweiten Programms »MobiPro-EU«, das nun allerdings gestoppt wurde, auch um ausbildungsinteressierte Jugendliche – nach denen von den Unternehmen zunehmend nachgefragt wird. Wie es mit dem eigenen AEF-Projekt »¡Bienvenid@s! – Willkommen in Baden-Württemberg!« der Spanischen Weiterbildungsakademie Bonn weitergehen wird, ist derzeit noch unklar. Aber Carolina hofft auf eine baldige Entscheidung im Herbst – und natürlich darauf, dass es weiterläuft.

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