Kinzigtal

Erfolgsrezept für Chöre vorgestellt

Autor: 
Wilfried Weis
Lesezeit 3 Minuten
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16. März 2018

Chorverbands-Präsident Anton Unger (links) dankte dem Referenten Hartmut Lutschewitz für sein ausgezeichnetes Referat. ©Wilfried Weis

Voll besetzt war der Saal des Gasthaus »Ochsen« in Fischerbach am Mittwochabend. Bei der Frühjahrstagung des Chorverbands Kinzigtal referierte Hartmut Lutschewitz über das Thema »Die Gesangvereine sind noch längst nicht am Ende«. 

Chorverbandpräsident Anton Unger begrüßte bei der Hauptversammlung in Fischerbach neben dem Referenten Hartmut Lutschewitz viele Sänger, Vorsitzende und Stellvertreter, Dirigenten sowie das gesamte Präsidium. Der Referent verstand es hervorragend, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und die Kriterien aufzuzeigen, um den Erfolg in einem Verein zu erreichen.

»Die Chorszene boomt« 

»Die Chorszene boomt«, sagte Hartmut Lutschewitz zu Beginn seines zweistündigen Referats. Neue Chorformationen schießen wie Pilze aus dem Boden, füllen Säle und Kirchen. 
Doch was ist mit den Männerchören in den traditionellen Gesangvereinen?

Schon oft wurde ihr baldiges Ende vorausgesagt und schon oft mussten ihre Stammchöre wegen mangelnden Nachwuchses aufgeben. Dass dies kein unlösbares Problem oder gar düsteres Schicksal ist, zeigte der Vortrag von Lutschewitz. 

Er stellte acht Erfolgsfaktoren vor, wie der Verein auch in einer schwierigen Zeit überleben kann. Die breite Unterstützung von Vorstand und Chorleitung durch die Mitglieder seien dazu ebenso notwendig wie Vereinsziele und deren konsequente Umsetzung durch ein breites Marketinginstrumentarium, wie sie heute auch Gesangvereinen zur Verfügung steht.

Neben der traditionellen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sei dabei der Einsatz der neuen Medien wie Homepage und Facebook unabdingbar. Der Führungsstil solle teamorientiert sein, auch die Chorleitung sei ebenso äußerst wichtig, denn die Mitglieder sollten zufrieden sein. 

»Es muss Spaß machen«

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Wenn ein Verein attraktiv ist, sage sich ein Sänger: »Da will ich rein, da will ich singen.«  Auch mit der Auswahl des Liedguts könne ein Verein attraktiv gestaltet werden. Heute gäbe es höchst attraktives Liedgut für Chöre, gab der Referent zu verstehen. 

Man solle auch eine Aktion  zur Mitgliedergewinnung starten, dazu gehöre passive Mitglieder zu werben, Angehörige der Mitglieder anzusprechen oder auch Ehemalige.

Die Gesangvereine sind, so die Botschaft, entgegen aller Untergangsrhetorik noch längst nicht am Ende. Was es aber zum Erfolg essentiell braucht, verschwieg der Referent nicht: »Eine positive Einstellung zu wirklichen Veränderungen, eine gemeinsame Kraftanstrengung und ein breites Engagement der Mitglieder im Verein. Sonst funktioniert das nicht.« 

Nach dem mutmachenden Vortrag für alle, denen die Zukunft ihrer Vereine und Chöre Sorgen bereitet, entwickelte sich eine rege Diskussion. Karl-Michael Kuner aus Unterharmersbach, Hubert Faist aus St. Roman stellten Fragen zu einem guten Probenbesuch und zum Liedgut. Die Antwort: Sänger und Publikum müssen Spaß an den Liedern haben. 

Unger tritt im November ab

Daniela Benkler-Zaum vom neuen Chor »Chor-y-Feen« teilte mit, dass das jüngste Konzert in Oberwolfach allen riesigen Spaß gemacht habe. Zuhörer und Sängerinnen hatten allesamt große Freude an dem Konzert und gingen hoch zufrieden nach Hause.  

Chorverbandspräsident Anton Unger dankte dem Referenten für seine sehr interessanten Ausführungen und überreichte ihm ein Weinpräsent. »Mir hat diese Veranstaltung auch großen Spaß gemacht, weil das Interesse so groß war, Das ist nicht überall so«, sagte Lutschewitz.

Anton Unger gab abschließend noch bekannt, dass die diesjährige Hauptversammlung des Chorverbands am Freitag, 16. November, in Oberwolfach mit Wahlen stattfindet. Ausrichter ist der Kinder- und Jugendchor »Wolftalspatzen«. Nach 18 Jahren stellt sich Unger als Präsident nicht mehr zur Wahl. 

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