Kinzigtal

Es fließt noch mehr sauberer Strom

Marc Faltin
Lesezeit 3 Minuten
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02. Juli 2010
Projektleiter Georg Schmid (oben links) zeigt an der Fischtreppe auf den Bereich, wo sich die Turbine befindet

(Bild 1/3) Projektleiter Georg Schmid (oben links) zeigt an der Fischtreppe auf den Bereich, wo sich die Turbine befindet

Nach rund einjähriger Bauzeit feierten das E-Werk Mittelbaden und die Hydro-Energie Roth GmbH gestern am Gengenbacher Kinzigwehr die Einweihung ihres Wasserkraftwerks. Diese 3,8 Millionen Euro teure und EU-geförderte Anlage sei weltweit einmalig, wie es hieß, und übertreffe sogar die hohen Erwartungen.
Gengenbach. »Uns freut es besonders, dass nach fünfjähriger Entwicklungszeit diese Anlage unsere Erwartungen übertrifft«, betonte Peter Roth, Geschäftsführer der Hydro-Energie Roth GmbH und der projektbezogenen E-Werk Mittelbaden Wasserkraft GmbH & Co. KG, »sie läuft sehr effizient und die Energierückgewinnung bei der Umströmung fällt höher aus als in unseren wissenschaftlichen Untersuchungen mit der Universität Stuttgart im Vorfeld ermittelt wurde«. Neben der Kompetenz der Karlsruher Hydro-Energie und dem Dialog mit Wissenschaftlern spielten Fördergelder aus dem »EU-Life-Programm« (gut ein Drittel der Kosten) der Europäischen Union und das Bestreben des E-Werks Mittelbaden (EWM), seine Aktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien zu verstärken, die Hauptrollen für dieses Projekt. Zudem das grüne Licht des EWM-Aufsichtsrats, »in dieses Wagnis, in diese neue Technik«, so EWM-Vorstand Helmut Nitschke, zu investieren. »Innovativer Meilenstein« Nitschke begrüßte etliche Bürgermeister des Kinzigtals, weitere Vertreter aus der Kommunalpolitik und von relevanten Behörden zu »diesem besonderen Tag für das E-Werk Mittelbaden, denn unserer mehr als 100-jährigen Geschichte fügen wir heute einen innovativen Meilenstein hinzu«. Nitschke, der von einer »ökologischen und ökonomischen Premiere in der Wasserkraftwerkstechnik« sprach, zitierte Jules Verne, der anno 1870 in »Die geheimnisvolle Insel« schrieb: »Das Wasser ist die Kohle der Zukunft, die Energie von morgen ist Wasser«. Eine geheimnisvolle Insel in der Kinzig ist keine entstanden, steht auf zwei Schautafeln doch alles Wissenswerte über diese »beeindruckende technische Erfindung unserer Partner, der Brüder Andreas und Peter Roth«, wie Nitschke lobte. Edith Schreiner, Oberbürgermeisterin von Offenburg, unterstrich als EWM-Aufsichtsratsvorsitzende die Bedeutung regenerativer Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser: »Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko führt uns derzeit täglich vor Augen, mit welchen gewaltigen Risiken die Förderung fossiler Brennstoffe behaftet ist«. Während dort abertausende Fische im Ölsumpf sterben, wurde hier in der aufgewerteten Kinzig mit dem Bau eines Auf- und Abstiegs die Staustufe für Wanderfische wie den Lachs durchgängig gemacht. Gengenbachs Bürgermeister Michael Roschach sieht neben all den ökologischen Aspekten in dem Wasserkraftwerk mit seiner Aussichtsplattform eine neue touristische Sehenswürdigkeit. Hinzu kommt, dass der Stadt die teure Sanierung der maroden Wehranlage erspart bleibt. In fünf Wochen solle, so Georg Schmid, äußerst engagierter Projektleiter seitens des EWM, das neue Wehr fertig sein. Die Arbeiten würden mehr Aufwand erfordern als geplant. Und dass sich die Fertigstellung des Kraftwerks um sechs Monate verzögerte, habe mit Unwägbarkeiten beim Einbau eines Prototyps zu tun. Verheißungsvolle Daten Jenen nahm Edith Schreiner offiziell per Maus-Klick in Betrieb, woraufhin ein Tableau laufende Daten auf dem Bildschirm anzeigte. Nitschke informierte die vielen Gäste zudem über folgende Daten: »Schon während unseres fünfwöchigen Probebetriebs konnten wir über 300 000 Kilowattstunden Strom erzeugen, und durch diese Wasserkraftanlage beträgt die jährliche Schadstoffreduzierung gegenüber dem heutigen Energiemix 2700 Tonnen Kohlendioxid«. Mit 550 Kilowatt Turbinenleistung soll nun regenerative Energie für gut 900 Durchschnittshaushalte produziert werden.

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