Kinzigtal

Fachfrau für eine sanfte Landung

Autor: 
Regine Maßholder
Lesezeit 4 Minuten
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05. Mai 2008
Foto: Regine Maßholder - Die Hebammen Alexandra Isenmann und Yvonne Künstle begleiten Geburten im Ortenau Klinikum Wolfach und arbeiten auch außerhalb des Krankenhauses sehr eng zusammen.

Foto: Regine Maßholder - Die Hebammen Alexandra Isenmann und Yvonne Künstle begleiten Geburten im Ortenau Klinikum Wolfach und arbeiten auch außerhalb des Krankenhauses sehr eng zusammen.

Auch wenn sie schon viele Geburten begleitet haben, der Faszination des wunderbaren Augenblicks, wenn Eltern ihren Nachwuchs endlich in die Arme schließen dürfen, können sich Alexandra Isenmann und Yvonne Künstle nicht entziehen. »Wir haben einen Traumberuf«, verraten die beiden Hebammen zum heutigen Welthebammentag.
Mittleres Kinzigtal. »Es ist, als wenn du einen winzigen Moment lang um die Ecke in eine andere Welt spickeln darfst«, beschreibt die Oberwolfacherin Yvonne Künstle mit leuchtenden Augen den ganz eigenen Zauber, der jeder Geburt etwas unverwechselbares verleiht. Ein Zauber, der neben den überglücklichen jungen Eltern auch ihr sehr oft Tränen in die Augen treibt. Die 26-jährige Hebamme hat als Schülerin ein Praktikum im Wolfacher Krankenhaus gemacht und sofort gewusst: Das ist es und nichts anderes. Auch Alexandra Isenmann empfindet den Beruf der Hebamme wie einen Sechser im Lotto. »Es ist unglaublich schön, junge Frauen während der Schwangerschaft zu unterstützen, bei der Geburt dabei zu sein und den Familien in den ersten Monaten mit Rat und Tat zu Seite zu stehen«, genießt sie unter anderem das enge Vertrauensverhältnis, das in dieser besonderen Zeit entsteht. Dankbar ist die 35-jährige Hofstetterin, dass sie an der Wilhelmshavener Uniklinik zur Ausbildung angenommen wurde. »Das ist gar nicht so einfach«, wirft Yvonne Künstle ein und erzählt von 1400 Bewerbern an der Uniklinik in Ulm und lediglich 13 Ausbildungsplätzen im Jahr. Neben den beiden bieten Hanna Rieber aus Hausach und Dorothea Jung aus Wolfach den Schwangeren im Kinzigtal ihre Begleitung an. »Beide hören Ende Juni auf«, verrät Alexandra Isenmann, dass sie für Hausach bereits nach Ersatz suchen. Das »rundum sorglos Paket« der Hebammen für werdende Mütter beginnt mit dem ersten Tag der Schwangerschaft und endet nach dem Wochenbett oder mit dem Abstillen. Neben dem üblichen Angebot (siehe blauen Kasten rechts) kommt es nicht selten vor, dass die Geburtshelferinnen zu Sexualberatern oder Psychologen werden. »Wir stehen den Frauen sehr nahe, da ist es nur natürlich, dass sie sich bei Problemen und in intimen Fragen an uns wenden«, erklärt Yvonne Künstle das Phänomen. Oft hilft es schon, sich Zeit zu nehmen und zuzuhören. Treten lange verschüttete Konflikte zu Tage, dann werden Ärzte oder Psychologen zu Rate gezogen. »Da hat schon jeder so seine Leute an der Hand«. Alexandra Isenmann und Yvonne Künstle bieten auch Rückbildungsgymnastik an. Oder die Mütter können auf Anfrage Babymassage erlernen, wie sie in Indien und Nepal seit Jahrhunderten von jeder jungen Mutter erlernt und in den ersten Monaten nach der Geburt täglich angewandt wird. Die beiden wollen den Frauen im Kinzigtal in Zukunft noch mehr Information und Hilfe anbieten. Um dies zu verwirklichen, planen sie gemeinsam die Gründung einer Elternschule. Dann sollen verschiedene Referenten in Kursen zu Yoga oder der richtigen Ernährung während der Schwangerschaft informieren. Auch Themen wie Babypflege, Notfallversorgung im Kindesalter und vieles mehr stehen schon auf der recht langen Wunschliste. Das Angebot Hebammenhilfe für schwangere Frauen und werdende Eltern geht weit über das hinaus, was die medizinische Schwangerenvorsorge bietet. Das Berufsbild sieht die körperliche und seelische Begleitung der Frau auf ihrem Weg zum Mutter-Sein vor. Eine werdende Mutter kann die Dienste der Hebamme mit dem Beginn der Schwangerschaft in Anspruch nehmen. Dabei steht das Befinden der werdenden Mutter und das Wachstum des Kindes im Mittelpunkt. Sie berät und behandelt bei Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Rückenschmerzen oder Übelkeit, oft mit alternativen Heilmethoden. Natürlich bietet die Hebamme Geburtsvorbereitungskurse an, in denen sich die Frauen zusammen mit ihren Partnern auf das große Ereignis vorbereiten können. Nach der Geburt, wenn frischgebackene Eltern tausend Fragen haben, kommt sie als bereits vertraute Person zur Wochenbettbetreuung ins Haus. Sie untersucht Mutter und Kind und berät bis zum Ende der Stillzeit zur Entwicklung des Säuglings.

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