Hausach

Familientradition: Seit 45 Jahren Silvester auf dem Kreuzberg

03. Januar 2018
&copy Christiane Agüera Oliver

Aus manchen Ereignissen entwickeln sich lange Traditionen. So ging es der Hausacher Familie Schmider, die vor 45 Jahren zum ersten Mal Silvester auf dem Kreuzberg feierte – und dieses Wintergrillfest bis heute beibehalten hat. 

Schon von Weitem war am Silvesternachmittag das fröhliche Lachen bei der Kreuzberg-Grillhütte zu hören. Dort versammelt sich in jedem Jahr die Familie von Traude Schmider. 
Was ihr inzwischen verstorbener Mann Paul vor 45 Jahren am Silvestertag begonnen hatte, ist bei den Schmiders zur Familientradition geworden.

Alle Familienmitglieder wandern noch immer am 31. Dezember gemeinsam auf den Kreuzberg, um bei Glühwein und Grillwurst den Jahresabschluss zu feiern. Bis auf das eine Mal, als 2007 die Grillhütte abgebrannt war, da wanderten die Schmiders zwar über den Kreuzberg, feierten aber an der Erzpoche.

Vater begründet Tradition 1972

Am Silvestertag 1972 marschierte Paul Schmider mit seinen fünf Kindern und der befreundete Hans Hörtz mit seinen vier Kindern auf den Kreuzberg. »Unsere Mütter hatten daheim mit den Silvestervorbereitungen zu tun«, erinnert sich Christine Müller, geborene Schmider. Damals war sie gerade mal neun Jahre alt. Ein Jahr später entzündeten sie das erste Feuer, im Jahr darauf wurden zum ersten Mal Würstle gegrillt. 

Inzwischen ist sie selbst Großmutter, neben ihrem Mann René sind auch ihre Kinder Sascha und Marion mit Partnern und die Enkelkinder dabei. Sascha, 1983 geboren und das älteste Enkelkind von Traude Schmider, setzte genauso wie seine Cousins und Cousinen die Familientradition weiterhin mit fort. Die 78-jährige Traude Schmider, ihre fünf Kinder, neun Enkelkinder, viele davon schon mit ihren Partnern und sieben Urenkel, darunter auch der kleine Malte, mit vier Jahren der jüngste im Bunde, treffen sich mittlerweile am Silvestertag auf dem Kreuzberg. »Das achte Urenkele ist unterwegs«, freut sich Traude Schmider. Und immer wieder sind auch Freunde der Familie mit dabei, die sich der Schmider-Tradition anschließen.

Stärkt den Familienzusammenhalt

»Das stärkt den Familienzusammenhalt«, ist sich auch Traude Schmiders Sohn Frank sicher. Ihrem Vater Paul, der 2001 starb, sei das immer wichtig gewesen. »Und es hat auch immer Spaß gemacht«, ergänzt seine Schwester Christine und lacht. Sie erinnert sich noch gut, als ihre Mutter als Häuptling der Familie einen Indianertanz um das Feuer hinlegte. Denn Singen gehört zum Familientreffen dazu. 

Auch Grillwürste und Glühwein gibt es noch immer. Doch die kulinarischen Köstlichkeiten haben sich längst erweitert, denn jeder hat in seinem Rucksack etwas dabei. Von Weihnachtsbrötle über Pralinen und Schokolade bis hin zum selbst gemachten Likör und wärmenden Schnaps.

Frühlingshafte Temperaturen

Der Schnaps schmeckte zwar, zum Aufwärmen brauchte man am diesjährigen Silvestertag allerdings nichts bei den frühlingshaften Temperaturen. »Es ist so warm wie noch nie«, fanden die Familienmitglieder. Das unterschiedlichste Wetter haben die Schmiders schon erlebt. Von Nebel über blauen Himmel mit minus zwölf Grad Celsius bis zu richtig vielem Schnee. Dann gab es natürlich Schlittenfahrten samt Blessuren, Schneeballschlachten »jung gegen alt« und es galt, Schneemänner neben der Grillhütte zu bauen.

Wenn am Silvestertag dann die Dämmerung hereinbricht, wird die Grillhütte aufgeräumt und ordentlich verlassen -«das haben wir von unseren Kindern gelernt und das lernten unsere von uns«, sagt Christine Müller – bevor sich die Großfamilie mit Fackeln auf den Heimweg macht. 
 

Autor:
Christiane Agüera Oliver

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