Hausach

Fast 5000 Euro für Pater Hämmerle

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25. Mai 2020

Pater Johannes Hämmerle gründete und leitet ein Museum mit Zoo, Café und Hostel mit 55 Mitarbeitern auf Nias in Indonesien, das wegen der Corona-Pandemie schließen musste. ©Claudia Ramsteiner

Das Museum auf Nias mit Café, Herberge und Zoo ist wegen der Coronakrise in Gefahr. Der Hilferuf von Pater Johannes Hämmerle wurde in Hausach gehört. 

 Die Hausacher interessierten sich schon immer sehr für das Leben ihrer Missionare im Ausland. Und wenn sie um Hilfe rufen, können sie mit Unterstützung rechnen. Das bestätigte sich nun auch wieder nach dem „Alarm“ von Pater Johannes Hämmerle, der um sein Museum und vor allem um dessen Mitarbeiter und ihre Familie auf der Insel Nias in Indonesien bangt. Dankbar erstattet er einen Zwischenbericht: Auf der Spendenliste vom Monat April stehen 18 Spender aus Hausach und Umgebung, die 4970 Euro überwiesen haben.  

Auch aus dem Ludwigsburg kamen 6700 Euro. Dort habe Horst Krank, der in den 1970er-Jahren als Diakon im Dienst der evangelischen  Nias-Kirche tätig war, die Evangelische Diakonie im Landkreis Ludwigsburg motiviert.   Die Zoodirektoren von Yogyakarta und Palembang hätten die Verpflegung der Tiere für einen Monat übernommen.

Junge Niasser, die in Jakarta und auf der Hauptinsel Java leben, hatten den Verein PPN gegründet  (Pemuda Peduli Nias: Jugend kümmert sich um Nias). Sie wollten helfen – im Gegenzug sollte Johannes Hämmerle in einer Videokonferenz  über  die alte Nias-Kultur berichten. Jeder Teilnehmer sollte mindestens 50 000 Rupien (etwa drei Euro) für das Museum spenden. 

„So wurde ich als Buschmissionar zum ersten mal in meinem Leben in eine Videokonferenz verwickelt“, schreibt der Hausacher Geistliche. Am vergangenen Sonntagabend habe er gut eineinhalb Stunden lang erzählt und danach bis spät in die Nacht Fragen beantwortet. Mit großem Erfolg: „Der Betrag von gut 1000 Euro reichte ebenfalls zur Verpfegung unserer Tiere für einen Monat.“

Nicht nur Covid-19

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Es gehe aber noch vielmehr um die Menschen. 18 Mitarbeiter, ein Drittel der ganzen „Museumsfrauschaft“, sei beurlaubt – vorwiegend Frauen, die im Café, in der Kantine oder in den Gästehäusern angestellt sind.  

Stand 22. Mai gebe es in Indonesien 20 162 Infizierte, gestorben seien 1278 Menschen an oder mit Covid-19. Die Pandemie fordert zwar wirtschaftliche Opfer, auf Nias sei noch kein Covid19-Fall bekannt. Aber viele Leute hätten durch die Schweinepest ihre Ersparnisse verloren. Die Eltern einer jungen Frau, die vom Museum beurlaubt wurde, hätten 33 Schweine verloren. 

Präsident Jokowi habe auch viele Feinde, die die Corona-Krise benützten, um ihn und seine Regierung zu stürzen. Der Präsident sehe die Zukunft in einem vernunftvollen Zusammenleben mit Covid-19, bei dem sich die Bevölkerung an die schon bekannten Vorsichtsmaßregeln hält. Öffentliche Betriebe, Schulen und Fabriken sollen langsam wieder öffnen („vielleicht auch unser Museum?“), um eine Herdenimmunität zu entwickeln. Allerdings könnte damit in Indonesien die Zahl der Todesfälle auf eine halbe Million anwachsen: „Die Krankenhäuser wären dann total überfordert“, schätzt Pater Hämmerle.

Zwei Ärzte gestorben

In Medan, der Hauptstadt der Provinz Nordsumatra, habe die Verbreitung des Virus schon stark zugenommen, auch zwei Ärzte seien daran gestorben. „Das Problem: In Indonesien halten sich viele Leute nicht an die Vorsichtsmaßregeln.“ Darin sieht Pater Hämmerle auch eine Gefahr bei dem großen Fest der Muslime am Wochenende, dem Idul Fitri (Fastenbrechen). 
Das Offenburger Tageblatt wird nun auch recherchieren, wie es der Hausacher Ordensschwester Maria Uhl in Nairobi geht. 

 

Stichwort

Spendenkonto

Missionsprokur in Münster, IBAN DE 7540 0602  6500 0321 4100, Betreff: Spende für P. Johannes Hämmerle.

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