Schiltach-Hinterlehengericht

Felsabgang: Bundesstraße 462 bei Schiltach voll gesperrt

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31. Januar 2020
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(Bild 1/4) ©Martina Baumgartner

Der Fels an der Bundesstraße 462 ist in Bewegung: Zwischen Schiltach und Schramberg gilt seit Freitagmorgen bis voraussichtlich Montag, 12 Uhr, eine Vollsperrung. Eine Fachfirma arbeitet übers Wochenende an der Sicherung des Hangs.

Ein nächtlicher Felsabgang an der B 462 kurz vor Hinterlehengericht stellte den Freitag für die Straßenmeisterei Schramberg und viele Autofahrer auf den Kopf: Aus Sicherheitsgründen ist die Verbindung zwischen den Autobahnen 5 und 81 seit Freitagmorgen voll gesperrt – mindestens bis Montagmittag.

Eine Autofahrerin war in der Nacht zum Freitag mit den Felsbrocken auf der Straße kollidiert: Gegen 3.30 Uhr war die 44-Jährige laut Polizeibericht von Schramberg in Richtung Schiltach unterwegs, als sie mehrere Felsbrocken auf der Fahrbahn bemerkte. Ein Ausweichmanöver scheiterte. Die Frau blieb unverletzt, allerdings wurde ihr Citroen beim Überfahren einiger Brocken so schwer beschädigt, dass er abgeschleppt werden musste. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 5000 Euro. Weil weitere Felsabgänge nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde die B 462 am frühen Freitagmorgen in Absprache mit der Straßenmeisterei Schramberg voll gesperrt.

Arbeiten über das ganze Wochenende

„Wir sind da etwas leidgeplagt im Kreis Rottweil“, sagte Joachim Hilser, stellvertretender Leiter des Straßenbauamts Rottweil, am Freitagmittag. Sechs weitere Stellen im Kreis gebe es, an denen der Fels an der Straße in Bewegung ist, und wo im Lauf des Jahres Sicherungsarbeiten anstehen. Immerhin habe man so bereits Kontakte zu den wichtigen Stellen: Am Freitagvormittag nahmen ein eigens aus Tübingen herbeigeeilter Gutachter sowie Experten der Wolfacher Spezialfirma Sachtleben Mining Services den Fels bei Hinterlehengericht unter die Lupe.

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„Es war ziemlich schnell klar, dass wir da beräumen müssen.“ Heißt: Alle losen Felsteile sowie der Pflanzenbewuchs müssen weg. Neun Mann stelle Sachtleben dazu kurzfristig bereit, die das ganze Wochenende über arbeiten würden, erklärte Hilser. „Dann hoffen wir, dass wir am Montag wieder aufmachen können.“ Vorausgesetzt, es ergeben sich keine unliebsamen Überraschungen. Am Samstagmittag gebe es einen weiteren Ortstermin, bei dem der Fortschritt der Sicherung in Augenschein genommen werde. „Es gibt eine große Felsplatte. Erst wenn man die löst sieht man, wie es dahinter aussieht.“

Sicherheit gehe vor

Grundsätzlich habe man den Fels an der B462 zwar im Blick gehabt. „Von der Priorität her war es aber nicht so, dass da akuter Handlungsbedarf bestand“, erklärte Hilser. Doch die Natur arbeite eben – gerade jetzt im Winter, mit dem Wechsel von Frost und Tauwetter.

So ärgerlich die Umleitung sei – die Sicherheit gehe vor: „Es gibt einfach keine Alternative.“ Drei bis vier Tonnen brächten die größten Brocken, die man lösen müsse, auf die Waage, schätzte Hilser. „Wenn der aufs Auto knallt hat man keine Überlebenschance.“

Info

Umleitung

Stand Freitagmittag gilt die Vollsperrung der B 462 laut Straßenbauamt bis voraussichtlich Montag, 12 Uhr. Der Verkehr aus dem Kinzigtal wird nach dem Schiltacher Kirchbergtunnel nach links in Richtung Schenkenzell und dann über Aichhalden nach Sulgen umgeleitet. Von Rottweil aus wird der Verkehr bereits auf dem Sulgen in Richtung Aichhalden abgeleitet.

„Wir hoffen einfach, dass die Leute Verständnis haben“, betonte Joachim Hilser. Und dass sie auf die provisorisch gefertigten Schilder achteten: „Die Leute fahren nach Navi bis vor die Vollsperrung. Da haben wir auch heute Morgen schon große Probleme gehabt.“ Zwei Autofahrer hätten sich trotz Vollsperrung am Felsabsturz vorbeigedrängt. Sie seien angezeigt worden.

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