Gutach

Festgäste bei der Ordination stärken Pfarrer Dominik Wille

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16. September 2019

(Bild 1/2) Eine große Festgemeinde begleitete die Ordination von Pfarrer Dominik Wille in der evangelischen Peterskirche in Gutach. ©Martina Baumgartner

Eine große Festgottesdienstgemeinde in der evangelischen Peterskirche in Gutach durfte miterleben, wie Pfarrer Dominik Wille ordiniert, das heißt in sein geistliches Amt zur öffentlichen Verkündigung berufen, wurde. Den Segen sprach Dagmar Zobel, Prälatin des Kirchenkreises Südbaden.

»An Tagen wie diesen« von den »Toten Hosen« tönte die Orgel aus der evangelischen Peterskirche beim Auszug von Dominik Wille nach einem rund zweistündigen Festgottesdienst am Sonntagnachmittag. Er war kurz zuvor in sein geistliches Amt berufen und gesegnet worden. »Dass so viele meiner Wegbegleiter und Gemeindeglieder aus beiden Kirchengemeinden im Gottedienst waren, ist gleichzeitig eine Stärkung und ein Anspruch«, so Wille im anschließenden Gespräch mit dem Offenburger Tageblatt.

Dekan Frank Wellhöner verlas zu Beginn des Festgottesdienstes die Ordinationsurkunde und Prälatin Dagmar Zobel brief Wille in seinen Verkündigungsdienst und segnete ihn. »Nur Einzelne werden vom Herrn in den Verkündigungsdienst der Kirche berufen. Die brauchen euch und ihr braucht sie«, richtete Zobel das Wort an die Gemeinde, bevor sie Wille in seinem Amt segnete.

"Ihr alle kennt das: Adrenalin, rasender Puls, Angst und ich bin allein"

Der frisch Berufene hielt danach die Predigt: »Adrenalin, rasender Puls, Angst und ich bin allein – ihr alle kennt das« begann er und berichtete, von seinem Einsatz als Feuerwehrmann, als er mit Blick auf ein brennenden Haus eine lebensrettende Entscheidung treffen musste.

Er wisse genau, wie Moses sich vor dem brennenden Dornbusch gefühlt habe, sagte er. Gott habe ihn gerufen und er sei dennoch nicht bereit gewesen. »Kennt ihr das, so eine Aufgabe, die mir auf einmal zukommt, die mich herausfordert, mich vielleicht auch überfordert? Wieder einmal." Dann suchten wir Entschuldigungen und Ausreden, wie der Feuerwehrmann oder Moses. »Doch das geht vor Gottes Angesicht nicht«, so der Pfarrer.

Und Gott sprach: »Und nun geh hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst«, so auch der Ordinationsspruch (Ex. 4,12). Immer wieder treffe ihn dieser Satz in vermeintlich ausweglosen Situationen mit »Adrenalin, Angst, rasendem Puls und allein«. Diesen Geist Gottes habe Wille in vielen Situationen wie Examen, Bungee-Jumping oder jetzt in der Kanzel, als Rückenwind gespürt. »Spürt ihr das auch?«, fragte Wille die Gemeinde. 

Keine Langeweile

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Er stünde heute in der Kanzel, weil er sich von Gott in den Dienst nehmen lassen will: »Der Weg, der uns als Kirche, Gemeinde und Pfarrer bevor steht, immer weniger Gläubige und Geld und zwei Gemeinden, wird herausfordernd. Langweilen werde ich mich gewiss nicht.«

Das anschließende Abendmahl, das Wellhöner, Zobel, Wille und Pfarrerin Marlene Schwöbel-Hug mit der Gemeinde feierten, wurde an der Orgel von Bezirkskantorin Susanne Konnerth sowie Friedemann Buhl, einem Freund der Wille-Familie, ungewohnt jazzig improvisiert begleitet.

"Es lohnt sich , Pfarrer von Gutach und Hausach zu sein"

Die Herausforderung zwei eigenständige und auch aus der jeweiligen evangelischen Kirchengemeindegeschichte heraus grundverschiedene Kirchengemeinden wie Gutach und Hausach in Personalunion zu leiten, könne allerdings auch »eine Quelle schöpferischer Inspiration sein«, so das Fazit des Hausacher Kirchengemeinderatsvorsitzenden Werner Kadel in seinem anschließenden Grußwort an Wille.

»Außerdem lernen Sie so auf einmal, was mancher Pfarrer erst in vielen Jahren und Pfarrstellen lernt. Es lohnt sich also der Pfarrer von Hausach und Gutach zu sein«, betonte Kadel.

Hoffnung, dass Wille die Pfarrstelle übernimmt

Auch die Gutacher Kirchengemeinderatsvorsitzende Rosemarie Armbruster hieß Wille willkommen. Sie freue sich, dass das Pfarrhaus und die Kirche wieder mit Leben gefüllt ist und dass gerade der dort aus einer Praktikumszeit bekannte Wille die Probezeit als Pfarrer  in Gutach verbringt. »Und vielleicht auch später die Pfarrstelle übernimmt«, hofft sie. 

Nach dem Gottesdienst erwarteten Wille und die Festgäste beim Gemeindehaus weitere Grußworte (Stichwort) und ein musikalischer Glückwunsch der Trachtenkapelle Gutach bei Sekt und einem Imbiss.

Stichwort

Viele Grüße und gute Wünsche für den Pfarrer

Weitere kurzgefasste Willkommensgrüße für Pfarrer Dominik Wille im Gemeindehaus kamen aus der katholischen Kirchengemeinde von Pfarrer Christoph Nobs, Gemeindereferentin Katharina Gerth und dem stellvertretenden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden in Hausach Hubert Maier. Mike Lauble vertrat den Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert beim Willkommensgruß, den Bürgermeister Wolfgang Hermann für die politische Gemeinde Hausach übernahm. Gudrun Rauber, Leiterin der Hasemann-Schule, und Vereinssprecher in Gutach Werner Hillmann hofften ebenfalls auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Pfarrer und wünschten einen guten Start. 

Stichwort

Anekdote und Wunsch eines Heimatforschers

Ehrenbürger und Heimatforscher in Gutach Ansgar Barth hielt eine Anekdote mit anschließender Bitte an Pfarrer Dominik Wille bereit: Besonders interessant bei seiner Forschung in den Gutacher Kirchenbüchern seien die Randnotizen der Pfarrer, die oft sehr ins persönliche Detail der erwähnten Personen gingen. »Bitte schreiben Sie doch auch ab und zu dorthinein«, bat er humorvoll und mit Blick auf die Nachwelt.

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