Luitgardfest in Wittichen

Festredner beim Luitgardfest ist Erzbischof Robert Zollitsch

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16. Oktober 2018

Der emeritierte Erzbischof Robert Zollischt (Fünfter, von links) und Pfarrer Adam Borek sowie Diakon Oswald Armbruster zelebrierten den Gottesdienst. ©Anke Kaspar

Zur besonderen Andacht zum Luitgardfest in Wittichen kam der emeritierte Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch als Prediger zu Besuch. Die Pilger besetzten die Kirchenbänke in der Klosterkirche bis auf den letzten Platz. 

Unter Mitwirkung von Pfarrer Adam Borek und Diakon Oswald Armbruster sowie Lektorin Alwina Brunnenkant von der katholischen Kirchengemeide Kloster Wittichen erlebten die Gottesdienstbesucher am Sonntag eine ganz besonderen Festgottesdienst: »Ich war zwar schon in Wittichen, habe hier aber noch nie einen Gottesdienst gefeiert«, verriet der emeritierte Erzbischof Robert Zollitsch, der Festprediger war.

Zum Luitgardfest sei es wichtig der Frau zu gedenken, deren Initiative das Kloster und die benachbarte Kirche zu verdanken sei. 

Klosterbau in der Einöde - "ein aussichtsloser Fall"

Die selige Luitgard sei im Schenkenzeller Vortal als Bauerntochter geboren und bereits als Kind tiefreligiös gewesen. »Ihre ganze Sehnsucht war es, das Leben Jesu Christi nachzuleben und mit ihm verbunden zu sein«, erklärte Zollitsch.

Das fromme, junge Mädchen lebte als junge Beginenschwester Luitgard im Oberwolfacher Kloster. Vor 700 Jahren brachen 33 junge Nonnen unter Luitgards Anleitung auf, um im abgelegenen, stillen Witticher Tal ein Kloster zu gründen. In einer Vision erhielt Luitgard den Auftrag dazu. »1324 war das menschlich gesprochen mehr als ein Wagnis, ja ein aussichtsloser Fall«, so Zollitsch.

Die Beginenschwester war arm und hatte keine tiefere theologische Bildung. Sie sah sich jedoch von Gott als Klostergründerin berufen, lebte und handelte aus einem grenzenlosen Vertrauen auf ihn.

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Erinnerung an Äbtissin 

Natürlich sei es heute nicht mehr möglich, sich in Zurückgezogenheit nur dem Gebet zu widmen. »Doch erinnert uns der Weg der seligen Luitgard daran, wie zentral es für unser Leben als Christen ist, im Gebet in Verbindung mit Gott zu stehen.«

Auch wenn es lange her ist, erinnert man sich heute noch gern an die Äbtissin, die 25 Jahre lang erst einer Klause und dann dem Kloster vorstand. Denn sie hat große Liebe zu ihren Mitmenschen gezeigt und gab was sie hatte, auch wenn sie Hunger dafür erlitt.

»Ihr Vermächtnis ist es auch, die Kraftquelle Gebet tagtäglich für uns zu nutzen«, sagte der Geistliche.

Für die musikalische Umrahmung sorgten der Kirchenchors, der Gesangvereins »Frohsinn« und die beiden jungen Organisten Moritz und Andreas Hauer.

Eine Prozession führt am Nachmittag durch das Witticher Tal

Im Kloster wurde anschließend gemeinsam gegessen. Diese Stärkung war wichtig für den zweiten Teil des Festtags: Bei strahlendem Wetter erlebten die Teilnehmer eine Wallfahrts-Andacht mit Prozession unter der Mitwirkung der Musikkapelle Schenkenzell. 

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